Autor

Mag. Julia Wild

Vegan-Blog Tag 9: Warum eigentlich Fleischersatz?

Hin und wieder esse ich vegane Frankfurter, das ist für mich aber schon das höchste der Gefühle. (sharryfoto - Fotolia.com)

Vegetarierin goes Veganerin: 30 Tage lang werde ich versuchen, vegan zu leben und meine Erfahrungen zu teilen. Heute bin ich Pseudo-Chicken-Teilen auf der Spur.

Mein Freund und treuer veganer Challenge-Begleiter fängt an mir Leid zu tun. Gleich nachdem er heute Morgen seine Augen geöffnet hat, fragt er, die Antwort bereits wissend: "Beim Bäcker vorne gibt’s jetzt ein Marmor-Croissant, wie Marmorkuchen nur als Croissant. Das dürfen wir nicht haben, stimmt’s?"

Ja, vegan leben hat mit einigen Entbehrungen zu tun, vor allem was Mainstream-Produkte angeht. Auch das mürbe Kipferl, das ich mir des Öfteren morgens als Frühstück gegönnt habe, ist gestrichen. So wie überhaupt die meisten klassischen Backwaren. Diese bekommt man in veganer Variante nur in speziellen Geschäften oder muss selbst an Rührschüssel und Backblech.

Veganer Käs-Leberkäse

Apropos vegane Alternativen: Schon in den letzten Jahren haben Fleischersatzprodukte aus Soja, Weizeneiweiß oder Seitan die Supermärkte geflutet. Nicht nur ausgewählte Shops, sondern auch jeder normale Supermarkt bietet von Schnitzel, Cevapcici bis neuerdings auch Leberkäse alles Mögliche an. Mein Freund hat gestern z.B. zwei vegane Käs-Leberkäs-Semmeln gegessen und war durchaus erstaunt über die gelungene Kopie des fleischigen Originals.

Ich bin eigentlich kein Fan solcher Produkte. Das könnte daran liegen, dass ich schon als Kind nur wenig bis gar kein Fleisch gemocht habe. Da verstehe ich dann nicht, warum ich mir ein Fleischknödel-Duplikat kaufen soll. Der Nachteil an solchen Erzeugnissen ist ihr oft hoher Gehalt an künstlichen Inhaltsstoffen, Kalorien, Fett und Zucker. Außerdem haben sie häufig eine seltsame Konsistenz. Hin und wieder esse ich vegane Frankfurter oder vegane Extrawurst – zwei der wenigen Fleischerzeugnisse, die ich als Kind wirklich gern gegessen habe. Das ist für mich aber schon das höchste der Gefühle.

Pseudo-Chicken-Teile

Eine bekannte Fastfood-Kette verkauft seit kurzem alle Burger, Wraps und Salate mit Huhn auch in vegetarischer Variante aus Milchproteinen und Pflanzenfasern. Das kann ich im Rahmen meiner veganen Challenge zwar nicht essen, ich habe einen solchen Veggie-Huhn-Burger aber vor einigen Wochen einmal probiert.

Dieser Huhnersatz hat für mich so stark nach echtem Hühnerfleisch geschmeckt, dass ich das ganze Ding in den Müll schmeißen musste. Ich habe den armen Lieferboten still und heimlich sogar der Verwechslung beschuldigt und glaubte, es mit waschechtem totem Tier zu tun zu haben. War sicher nicht so, aber trotzdem: derartige Pseudo-Chicken-Teile brauche ich nicht. Dann doch lieber gefakte Bolognese aus zerdrücktem Tofu, ganz ohne Chemie.

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