Autor

Mag. Julia Wild

Vegan-Blog Tag 8: Allein auf weiter Flur

Allein auf weiter Flur bei der "Futtersuche": Wo kriege ich um 21.30 Uhr noch was Veganes her? (ra2 studio - Fotolia.com)

Vegetarierin goes Veganerin: 30 Tage lang werde ich versuchen, vegan zu leben und meine Erfahrungen zu teilen. Vor genau einer Woche habe ich Milchtüte und Eierschachtel an den Nagel gehängt und bin insgesamt recht glücklich mit meiner veganen Lebenssituation. 

Gestern hat sich allerdings ein Problem aufgetan… Meine Yoga-Stunde war um 20:00 Uhr. Vor Yoga Abend zu essen ist nicht so eine gute Idee, spätestens beim "herabschauenden Hund" hätten Tofu und Co meinen Körper wohl blitzartig verlassen. So geistesgegenwärtig, um vor der Sporteinheit für Essbares danach zu sorgen war ich freilich nicht. Tja. So stehe ich - verschwitzt und entspannt zugleich - um 21:30 Uhr vor dem Yoga-Studio nähe Schottenring (für alle nicht Wiener und Wienerinnen wie ich: das ist in Wien ;)) und grüble, wo ich um diese Uhrzeit noch etwas rein Pflanzliches zu essen herbekomme.

Auf Nahrungssuche

Jetzt hätten ein paar Insider sicher gleich ein paar super stylische vegane Location-Tipps parat und würden mich in meiner Nichtwissenheit gerne bloßstellen… Auf jeden Fall habe ich keine Ahnung und ich will nicht ewig auf Nahrungssuche auf der zwielichtigen Lände herumkrebsen. Darum gehe ich lieber zur U-Bahnstation und fahre nachhause. In der Station nebst meiner Wohnung gibt es ein halbwegs hippes Café und ich hoffe auf irgendeinen veganen Snack. Die Barista schaut mich mitleidig an und meint. "Wie? So ganz ohne irgendwas? Nein, da haben wir nichts.“ Ich starre das Mozzarella-Panini an, muss innerlich weinen und bestelle eine Soja-Latte.

Durchhalten ohne schummeln

Jetzt hätte ich sagen können: "Egal, sieht ja keiner und ich behalte meinen nicht-veganen Ausrutscher für mich."  So funktioniert das für mich aber nicht. Zumindest diese 30 Tage möchte ich richtig durchalten und vor allem ehrlich mit mir selbst und mit denen sein, die so lieb sind und mein Geschreibsel lesen.

Im Endeffekt bin ich ohne Abendessen schlafen gegangen. Hin und wieder Dinner canceln soll ja angeblich gesund sein. Schuld an dieser Misere war schlichtweg meine grottenschlechte Planung. Vegan sein erfordert einfach ein gewisses Maß an Voraussicht und Mitdenken. Deswegen habe ich heute Mittag im Supermarkt meines Vertrauens Sojajoghurt, Obst, Roggenweckerl und anderes für zwischendurch besorgt. Und heute Abend koche ich zum Glück wieder mit meinem Freund. Zusammen macht das auch viel mehr Spaß als einsam und alleine!

JoghurtGruken

Eine erfreuliche Sache (zumindest für mich - mein Beileid an alle Opfer des Folgenden) hat sich dann heute noch bei meinem kurzen mittäglichen Einkauf ereignet: Ein Zettel an der Kassa verlautbart, dass die Freilandeier (eines prominenten Antons) aufgrund von Salmonellenbefall in die Geschäfte zurückgebracht und keinesfalls verzehrt werden sollen. Vor einer Woche hätte ich genau diese Eier noch gekauft…

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