Autor

Mag. Julia Wild

Vegan-Blog Tag 7: Tiere haben ein Recht auf Leben

Tiere liegen mir am Herzen, nicht nur meine eigenen... (Julia Wild)

Vegetarierin goes Veganerin: 30 Tage lang werde ich versuchen, vegan zu leben und meine Erfahrungen zu teilen. Zumindest ernährungstechnisch bin ich dran, mich ganz aus der Tierausbeutung rauszuhalten.

Hoch erhobenen Veganer-Hauptes stelle ich mich einer neuen (intensiven, das weiß ich jetzt schon) Arbeitswoche. Im Gepäck habe ich Nüsse, einen Hafermilch-Bananen-Shake, veganes Heidelbeerjoghurt und jede Menge Motivation.

Zu Mittag bin ich heute eher einfallslos und esse ein Vollkornweckerl mt Grünkernaufstrich und Gurkenscheiben, danach einen dunklen Schoko-Sojapudding. Mittlerweile bin ich etwas in Sorge wegen meines womöglich gesteigerten Zuckerkonsums.

Paranüsse

Süßen ohne Zucker?

Meine tägliche Kaffeeration trinke ich nämlich seit dem Challenge-Start in Schwarz mit einem Teelöffel Zucker, mein Obstkonsum hat sich bestimmt verdoppelt (Fructose!) und ich nasche vegane Brownies, Eis und Gelatine-freie Fruchtgummis. Deshalb habe ich mir am Wochenende seit langem wieder einen Vorrat an Birkenzucker (Xylit) zugelegt, ein perfekter Zuckerersatz und viel gesünder (ist sogar gut für die Zähne).

Damit süße ich jetzt meinen Kaffee und spare somit Zucker ein. Nachmittags komme ich ins Grübeln. Normalerweise hätte ich schon einen Kaffee mit Milch getrunken, zum Lunch Mozzarella und als Snack ein Joghurt gegessen. Wie wirkt sich dieser Verzicht aus?

Zweiter Frühling durch Milchverzicht?

Im Internet stößt man auf allerhand kontroverse Erfahrungsberichte. Viele erleben nach dem Verzicht auf Milch und Co. ihren zweiten Frühling, haben mehr Energie, nehmen ab, haben schönere Haut und riechen besser aus Mund und Achselhöhle. Noch kann ich solche Entwicklungen bei mir nicht feststellen, bis auf den ausbleibenden "Blähbauch", über dessen Abwesenheit ich mich schon im letzten Blogeintrag gefreut habe.

Was ich auf jeden Fall verzeichne, ist ein reineres Gewissen. Wie an Tag 1 berichtet, liegen mir Milch- und Eiwirtschaft schon länger im Magen. Dass ich mich quasi jetzt ernährungstechnisch ganz aus der Beteiligung an Tierausbeutung genommen habe, ist ein gutes Gefühl.

Zumindest vegan ernähren

Ich sage "ernährungstechnisch", weil ich zugegebenermaßen in anderen Bereichen des Lebens mit vegan noch hinterherhinke. Ich habe weder meiner Ledertaschen, -schuhe oder -gürtel weggeschmissen, außerdem verwende ich Kosmetikartikel mit Honig- und Milchbestandteilen zu Ende. Zu alledem beinhalten die Schilddrüsenhormone, die ich einfach einnehmen muss, Milchzucker als Arzneimittelträgerstoff.

Wäre Wegwerfen nicht auch ein moralischer Fehltritt? Pelzgegner war ich schon in meiner Pubertät, würde ich nie kaufen. Ich kann Menschen auf der Straße mit Pelz am Leib nur verständnislos anstarren - jeder müsste doch über die grausamen Methoden auf Pelzfarmen (hoffentlich) Bescheid wissen. Wo Leder zumindest noch als Abfallprodukt der Fleischindustrie verwertet wird, werden Pelztiere lediglich zum Zwecke der Mode gezüchtet und (oft mit fürchterlichen Methoden) getötet.

Pelztiere sind immer Wildtiere und können deshalb nur in Käfigen und nicht artgerecht gehalten werden. Dann kommt noch der Umweltaspekt hinzu: Die Erzeugung eines Pelzmantels braucht 66 Mal mehr Energie als die eines gleichwertigen Kunstpelzmantels.

Kleine Schritte in Richtung tierfrei

Was ich damit sagen will: ich bin keine perfekte Veganerin, das gebe ich zu. Ich bin aber der Ansicht, dass es besser ist, sein Möglichstes zu versuchen, als gar nichts zu tun und schlimme Tatsachen zu ignorieren. Ich freue mich schon, wenn ich auf Fleischesser treffe, die beim Fleischkauf auf die Herkunft achten oder auf Pesce-Vegetarier, die zwar Fisch, aber weder Rind, Schwein noch Huhn anrühren. Jeder kleine Schritt in Richtung weniger Raubbau an Tier und Natur ist ein wichtiger Schritt.

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