Autor

Mag. Julia Wild

Vegan-Blog Tag 26 und 27: Feuertaufe Hochzeit

Hochzeitstafel
Verrückte Familienfotos dürfen bei keiner guten Hochzeit fehlen. (Lichtwerk)

Vegetarierin goes Veganerin: 30 Tage lang werde ich versuchen, vegan zu leben und meine Erfahrungen zu teilen. An diesem Wochenende taucht bei der Hochzeit meiner Großcousine die Frage auf: Cheat-Day oder vegan bleiben?

Vergangenen Samstag waren mein Freund und ich auf der Hochzeit meiner Großcousine im Burgenland eingeladen. Vor Challenge-Beginn haben wir uns eigentlich ausgemacht, an diesem Tag auf vegan zu verzichten und "normal" (also ich vegetarisch und mein Freund als Omnivor) zu essen. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…

Mit Frühstück vorbauen

Um während der Trauung nicht knurrendem Magen ungut aufzufallen, besorgte ich Samstagmorgen gegen 10:00 Uhr in unserem Stammlokal Bagels mit Avocadocreme und Wraps mit Roten-Rüben-Humus und Rucola. Leider hatte ich den veganen Kuchen (siehe Bild), den ich am Vortag auch zu diesem Zwecke gekauft habe, in meiner Wohnung vergessen. Naja - wird schon reichen bis abends, hab ich gedacht.
Blog Julia Wild Tag 26_1

Disziplin: unser zweiter Vorname

Nach der Trauung (gegen 15:00) gab es Sekt/Bier/Alkoholfreies zu trinken (yeah!) und kleine Käsecroissants, Vollkornmuffins und anders Kleingebäck. Alles nicht vegan (buuuuh). Egal, das halten wir noch aus. Gibt ja bald Abendessen. Und Sekt schmeckt auch gut. Die Verwandtschaft verhält sich zweigeteilt und schwankt zwischen großem Bedauern und Bewunderung. So mancher hält mir einen Muffin vor die Nase mit "Jetzt kost‘ halt mal!". Nö.

Gedeck und Suppe: kannst du knicken

Endlich an der Hochzeitstafel angekommen und den Begrüßungscocktail hinuntergekippt waren wir dann doch schon ziemlich hungrig. Als das Gedeck serviert und die ersten Essensladungen an uns vorbei Richtung Buffet gekarrt wurden, begann die große Diskussion: Cheat-Day oder vegan bleiben? Ich wäre ja beinahe eingeknickt, zu meinem Erstaunen trotzte mein Freund aber den an ihm vorüberwandernden Schnitzel und meinte: "Wenn die für uns was Veganes haben, dann bleiben wir hart."

Und tatsächlich hat das Restaurant ein veganes Gericht auf der Karte: Kartoffelrollen in Blätterteig auf Ratatouille und Frühlingszwiebeln. Die Entscheidung war somit getroffen und wir ließen Brot mit Aufstrich und Paprikacremesuppe links liegen. Zu unserer Beruhigung war die fleischlose Alternative (siehe Bild) auch wirklich gut und vor allem ausreichend sättigend.

Kartoffelrollen in Blätterteig auf Ratatouille

Tortendrama

Vegane Mehlspeisen sind rar. Auf Hochzeiten mit ihren großen Torten mit Mega-Toppings und Buttercremefüllungen ist das besonders bitter. Aber auch da sind wir hart geblieben. Alles für die Challenge. Eines schon einmal vorweg: Nach den 30 Tagen werde ich - vermutlich zu 80% vegan bleiben - mir aber an solchen Tagen z.B. ein Stück Torte gönnen. Sei’s drum ob da jetzt ein Ei oder ein bissi Schlagobers ist. Alles Extreme halte ich für nicht so förderlich. Ob es nun um Politisches oder um Ernährungsweisen und -ansichten geht. Vegan soll für mich keine Religion werden, mich aber weiterhin an lockerer Leine begleiten.

Der Tag danach

Sonntags waren wir übrigens wieder mal ganz schlimme Veganer und haben "pflanzliche" Pizza bestellt. Die Waage wird mir am letzten Challenge-Tag wahrlich keine Freude bereiten.

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