Autor

Mag. Julia Wild

Vegan-Blog Tag 10: Von Rohkost ausgeknockt

Warum zu viel ungekochtes Grünzeug manchmal gar nicht gut ist... (benhammad - Fotolia.com)

Vegetarierin goes Veganerin: 30 Tage lang werde ich versuchen, vegan zu leben und meine Erfahrungen zu teilen. Eine davon ist: Rohkost an sich ist gesund.

Viel Rohkost ist noch gesünder. Zu viel Rohkost ist gar nicht gut. Zumindest nicht für mich und meinen Bauch. Gestern nach dem Sport (*Schulter-klopf*) habe ich mich - so gegen 20:00 Uhr - in die Küche gestellt und einen bunten Bulgur-Salat mit Tofu und allem was die Gemüsewelt so hergibt kreiert.

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Schmerz lass nach

Das viele ungekochte Grünzeug hat sich dann heute Morgen mit starken Magenkrämpfen gerächt, die bis nach Mittag anhalten. Darum bleibe ich ganz gegen meine Natur für den restlichen Tag gemüsefrei und sitze gekrümmt und mit verzogener Miene am Schreibtisch. Zu Mittag habe ich mir eine wie echt ausschauende Veggie-Wurstsemmel gemacht. Nicht schlecht, aber ein bisserl fad. Sonst trinke ich Tee und verzichte sogar auf Kaffee. Buhu.

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Vegane Kost ist eben keine Schonkost. Viele Leute, die sich mit Veganismus noch nicht wirklich beschäftigt haben, dürften das aber häufig annehmen. Auch glauben einige, dass Veganer dünne, blasse, fahle Fähnchen im Wind, ohne Immunsystem und mit Mangelerscheinungen sind. Diese Meinung grassiert übrigens auch über Vegetarier. So musste ich - als figürlich normal ausgestatteter Mensch - schon mehr als einmal hören: "Na, für an Pflanzenfresser schaust eh gonz guad aus." (auf meine Körpermitte deutend)

Raw-Food-Bewegung?

Es gibt ja auch die sogenannte Raw-Food-Bewegung. Verfechter dieser Lebensweise essen nicht nur vegan, sondern erhitzen ihre Nahrungsmittel auch nicht über 40 Grad Celsius. Vermieden wird also Gekochtes, Gebackenes, Gebratenes, Frittiertes etc. Ich glaube, dass würde mein Magen-Darm-Trakt nicht verkraften.

Abgesehen davon ist man dann gesellschaftlich (in Bezug auf Nahrungsaufnahme) endgültig ausgeschlossen: Bei Familienfesten, in Restaurants, bei Partys oder Grillfesten ist man immer der verschrobene Rohköstler mit einem Rattenschwanz an Extrawürsten und Tupperware mit Karottensticks im Rucksack. So stelle ich mir das zumindest vor. Darüber hinaus hat das Nichtkochen auch keine moralische Komponente oder? Zumindest dürfte diese Art zu essen manchen Allergikern helfen, wenn man dem Internet Glauben schenken mag.

Ich meine, vegan ist schon speziell, die Raw-Food-Bewegung muss ohne mich stattfinden, allein meines armen Bauches wegen. Kein Material also für die nächste Challenge…

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