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Dr. Rosa Aspalter

Realität des Gewichtsverlusts

Dr. Rosa Aspalter ist Bloggerin bei gesund.at. (Agnes Stadlmann)
Frau N. ist eine äußerst disziplinierte Patientin, so wie man sie sich eigentlich als Arzt wünscht. Wir haben einige Zeit benötigt, bis wir alle Facetten Ihres Gewichtsproblems im Griff hatten und sich endlich etwas bewegte. Aber sie hat durchgehalten.

Zuerst war das Problem mit dem Fett- bzw. Zuckerstoffwechsel, dann Infekt, dann Hormone, dann ein Bewegungsproblem. Und die Patientin nahm auch noch ein Antidepressivum, welches die Gewichtszunahme fördert. Das wurde ausgetauscht.

Stopp beim Gewichtsverlust

Dennoch. Über 2 Jahre hielt die Patientin auch ihren Gewichtsgewichtsverlust von zirka 5 kg. Aber es wurde auch nicht sehr viel mehr. Wir schafften gerade die vielen Zwischenfälle, die da so dem Abnehmen in die Quere kommen, aufzufangen. Ich sagte Ihr, dass allein dies schon eine Leistung sei. Und sicher eine Trendumkehr. Aber sie wollte (verständlicherweise) mehr.

Die richtige Einstellung?

Bei ihrem letzten Besuch nahm sie mir ein Gewichtsprotokoll von einer früheren Diätphase mit, welches ähnlich aussah. "Sehen Sie", sagte sie "Das habe ich gerade beim Aufräumen gefunden. Es ist schon Jahre her. Aber es ist immer das selbe! Bei mir geht einfach nichts runter!" Ich frage sie, wie sie das sieht. Ob das nicht das Abnehmen allein schon schwerer machen würde?

"Natürlich!", sagt sie. "Natürlich kann mit dieser Einstellung nichts gehen! Aber wie kommt man zu einer anderen Einstellung?"

Ich gebe ihr den Tipp, dass sie sich vor den Spiegel stellen soll und zu sich selbst sagen soll, sie kann abnehmen, es geht, auch wenn es ihr anfangs noch so gekünstelt vorkommen mag!

"Aber es geht doch nicht bei mir!"

"Warum nicht? - Sie haben mir ja gerade erzählt, wie sie selbst mit der Einstellung ihre Realität beeinflussen - sie schaffen sich doch diese selbst! - auch jetzt!"

Die Patientin schaut mich groß an.

"Es ist Ihre Wahl, was Sie zu sich selbst sagen. Welche Realität sie sich schaffen!"

Ein tiefer Seufzer. "Na, schau'n wir!"

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