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Dr. Thomas Klein

Weltfrauentag: DIE Gesundheit ist weiblich

Dr. Thomas Klein bloggt auf gesund.at (Dr. Thomas Klein)

8. März, Weltfrauentag. Ist doch ein sehr guter Anlass, Gedanken zur Frauengesundheit zu posten. Für mich als Mediziner. Es gibt da nämlich ein paar bemerkenswerte Fakten ...

Umfragen aus den letzten Jahren unterstreichen, dass Frauen im Vergleich zu Männern intensiver auf ihren Gesundheitszustand achten. Deshalb erkennen sie Frühwarnsignale rascher. Auch ernähren sich Frauen vitamin- und mineralstoffreicher und haben eine positivere Einstellung gegenüber Vorsorgeuntersuchungen. In Summe ergibt das einen Vorsprung in der Lebenserwartung von etwas mehr als 5 Jahren: Österreichische Männer verweilen durchschnittlich 78,0 Jahre auf dieser Welt, Frauen 83,3 Jahre. Kein Wunder, dass Frauen auch oft die Rolle der "Gesundheitsmanagerin" für die ganze Familie einnehmen!

Bestens informiert

Hätten Sie es gewusst? Bereits rund die Hälfte der Frauen zieht das Internet in Gesundheitsfragen zu Rate, ein Großteil ist auch überzeugt, dadurch gesundheitliche Vorteile zu haben. Dennoch wird das Internet von den allermeisten nicht als Ersatz für einen Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt des Vertrauens gesehen.

Was Statistiken vermuten lassen, deckt sich übrigens auch mit der täglichen Erfahrung aus meiner Praxis. Patientinnen haben sich oft schon im Vorfeld detailliert über ihr Gesundheitsproblem informiert - was ich sehr gut finde.

Immer schon gesundheitsbewusst

Gesundheit und Frauen: das ist ja nicht neu. Geschichtlich betrachtet passen die beiden seit Anbeginn der Zeit perfekt zusammen. Da gab es Hygieía, die altgriechische Göttin der Gesundheit. Von ihr stammt auch das Wort Hygiene ab. Und nichts hat so vielen Menschen das Leben gerettet wie die Verminderung von Schmutz und Krankheitserregern! (Selbst wenn es heute schon manchmal übertrieben wird mit der Reinlichkeit, was zum Ansteigen von Allergien beträgt.)

Über die Jahrhunderte hinweg waren Frauen maßgeblich an der Gesunderhaltung der Bevölkerung beteiligt. So zum Beispiel Hildegard von Bingen, eine Heilerin im Mittelalter, die großen Einfluss auf die heutige traditionelle europäische Medizin (TEM) hatte.

Heute sind Frauen zunehmend große Forscherinnen im Dienste der Gesundheit: In jüngerer Zeit gab es mehrere Nobelpreisträgerinnen der Medizin, wie 2009 die Amerikanerin Carol W. Greider und 2014 die norwegische Neurowissenschafterin May-Britt Moser.

Trend zu Natürlichkeit

Besonders bemerke ich in der Frauengesundheit gerade ein Hin zu mehr Natürlichkeit: Stichwort "weniger Chemie". Einerseits ist das durch ein Wiederentdecken pflanzlicher Alternativen bedingt, die in vielen Bereichen der Gesellschaft stattfindet, nicht nur in der Medizin. Auf der anderen Seite gibt es auch in der Ärzteschaft nach meinem Eindruck immer mehr Anhänger pflanzlicher Therapiemöglichkeiten. Das hat einen einfachen Grund: In letzter Zeit hat die Forschung im Bereich pflanzlicher Wirkstoffe große Fortschritte gemacht und einige Rätsel gelöst.

Pflanzenkraft für die Frau

Die neuen Erkenntnisse der Fachwelt zeigen, dass das Wissen, welches in der Volksmedizin über die Jahrhunderte überliefert wurde, kein "Hokuspokus" ist. Bestimmte Pflanzen, wie zum Beispiel Johanniskraut gegen gedrückte Stimmung, Baldrian bei Einschlafstörungen und viele mehr sind gut untersucht und wissenschaftlich belegt.

Aus diesen Gründen lege ich in meiner Ordination in Graz einen Schwerpunkt auf eine ganzheitliche Behandlung, zu der sehr stark auch pflanzliche Mittel gehören. In den kommenden Ausgaben meiner Blogbeiträge auf gesund.at werde ich wichtige Anwendungsgebiete für die "Phytotherapie" wie zum Beispiel bei Wechseljahresbeschwerden, prämenstruellem Syndrom, Harnwegsinfekten und mehr vorstellen. Bleiben Sie dran! :)

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