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Dr. Thomas Klein

Zum Muttertag viel Pflanzenkraft

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(Dr. Thomas Klein)

Am 10. Mai ist es wieder soweit: Muttertag. Viele bezeichnen ihn als Pseudofeiertag ("jährlicher Blumen-Kauf-Tag") - aber finden Sie nicht, dass ein eigener Event für Mütter absolut gerechtfertigt ist?

Denn moderne Mütter, besonders Alleinerzieherinnen, haben es nicht leicht: Ihr Stresspegel steigt mit den vielen Aufgaben, manchmal bis zum drohenden Burnout. Im folgenden Blogbeitrag möchte ich einen Überblick geben, welche Wege es gibt, mit rein pflanzlichen Mitteln die Stressattacken zu überstehen. Mehr zum Thema finden Sie (oder auch Ihre Mutter) in meinem neuen Ratgeber "Pflanzenkraft für die Frau".

Mehrfachbelastung am schlimmsten

Umfragen deutscher Krankenkassen zeigen deutlich: 75 % der Frauen empfinden die Mehrfachbelastung durch Erziehung, Haushalt und Beruf als anstrengend. Besteht eine Vollzeitbeschäftigung, scheint Job und Familie überhaupt nur mehr schwer vereinbar: 90 % bezeichnen diese Situation als sehr erschöpfend. Kinder sind zwar manchmal Stressfaktoren, aber am Ende überwiegen die schönen Momente: 83 % der Befragten erklärten, der Nachwuchs tue ihnen gut.

Pflanzliche Nervenschoner

Nicht wenige Mütter sind also im beruflichen und privaten Dauerstress, was eine ständige Alarmbereitschaft von Körper und Seele bewirkt. Erhebliche gesundheitliche Folgen (Übergewicht, Diabetes, Gefäßschäden) und auch Schlafstörungen können die Folge sein. Wenn man weiß, dass bereits 2 % der Bevölkerung von synthetischen Beruhigungsmitteln (Tranquilizern) abhängig sind, lohnt sich ein Blick auf pflanzliche Alternativen besonders. Zu den besten pflanzlichen Heilmitteln gegen Stress und für einen gesunden Schlaf zählen die Passionsblume, Melisse, Lavendel, Hopfen und Baldrian.

Passionsblume macht ruhiger

Die wunderschöne Passionsblume ist ursprünglich in den tropischen Regenwäldern Amerikas und Ostindiens zu finden. Die ausgleichende und angstlösende Wirkung wurde bereits von den Mayas und Azteken genutzt. Im 16. Jahrhundert machte sich Passiflora incarnata auch in Europa einen guten Namen. Die Kirchenfürsten glaubten in der Blüte ein Abbild der Marterwerkzeuge Christi zu erkennen, daher der Name "Passionsblume". Heute sind die Wirkstoffe der Passionsblume gut erforscht. Diese setzen direkt im Gehirn an und beeinflussen das Botenstoffsystem, das für Erregung, Anspannung und Angst zuständig ist. So kann die Passionsblume eine beruhigende Wirkung entfalten und den Stress-Level senken. Das Gute dabei: Passionsblume schränkt die Alltagstauglichkeit nicht ein und übermüdet nicht. Wachheit und Kraft bleiben, wenn richtig dosiert, voll erhalten.

Melisse entkrampft

Die Melisse zählt zu den ältesten bekannten Heilkräutern. Bereits in der Antike setzte die damalige Medizin die Melisse als Heilpflanze ein. Später brachten Benediktiner-Mönche sie aus den Mittelmeergebieten über die Alpen und pflanzten sie in den Klostergärten an. Die bekannteste Art ist die Zitronen-Melisse (Melissa officinalis).

Melisse wirkt entkrampfend und beruhigend. Überall dort, wo rhythmische Abläufe gestört sind, entwickelt die Melisse ihre positive Wirkung. Dazu gehören alle durch Stress verursachten Symptome wie Störungen der Magen-Darm-Funktion, Unruhezustände und Schlafprobleme. Sie unterstützt durch ihre beruhigende Wirkung besonders das gesunde Durchschlafen - und gerade das leidet bei stressgeplagten Müttern oft. In einer Studie wurde eine Verringerung der nächtlichen Wachphasen unter Melisseneinnahme festgestellt. Äußerlich angewendet kann die Melisse übrigens auch gegen Fieberblasen an der Lippe eingesetzt werden.

Lavendel harmonisiert

Der duftende, blau-violett blühende Lavendel bedeckt ganze Landstriche in sonnigen, kalkhaltigen Gegenden im Mittelmeergebiet. Als Heilkraut wird Lavendula erstmals bei Hildegard von Bingen erwähnt. Stoffe aus ihren Blüten wirken im Zentralnervensystem entspannend. Lavendel wird bei vegetativer Dystonie eingesetzt, also wenn die Regulationsmechanismen des Körpers - wie Kreislauf, Appetit, Verdauung und Schlaf - durch nervöse Unruhe gestört sind.

Hopfen gut für Verdauung

Der Hopfen (Humulus lupulus) gehört zu den Hanfgewächsen und stammt ursprünglich aus dem Osten Europas. Nicht nur sein Einsatz im Brauwesen, sondern auch seine Bedeutung in der Volksheilkunde machen ihn interessant. Die in den Harzen enthaltenen Bitterstoffe regen Speichel und Magensaft an, unterstützen so die Verdauung. Auch wird er als schlafförderndes Mittel eingesetzt.

Baldrian senkt die Reizbarkeit

Baldrian, lateinisch Valeriana officinalis, ist eine Arzneipflanze, die zur Familie der Baldriangewächse (Valerianaceae) gehört. "Valeriana" leitet sich vom lateinischen Wort "valere" ab, was „gesund sein“ bedeutet. Die Familie der Baldriangewächse umfasst etwa 370 Arten, deren Hauptverbreitung sich über die nördliche Erdhalbkugel erstreckt. Mitteleuropäische Baldriane wachsen häufig an Weg- und Waldrändern.

Spätestens seit dem 18. Jahrhundert ist bekannt, dass Baldrian beziehungsweise die Baldrianwurzel über eine ausgleichende Wirkung auf das zentrale Nervensystem verfügt. Baldrian beruhigt, entspannt und senkt die Reizbarkeit, die typisch für eine Stressbelastung ist. Heute zählt Baldrian zu den wohl am häufigsten eingesetzten pflanzlichen Beruhigungsmitteln und gilt als anerkannte pflanzliche Therapieform für die Langzeittherapie von Unruhezuständen und Schlafstörungen.

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