Autor

Dr. Rosa Aspalter

Herbst am Teller

Dr. Rosa Aspalter ist Bloggerin bei gesund.at. (Agnes Stadlmann)
Der Herbst ist die Zeit für das Auge. Die Zeit der Intensität, der Vielfalt, der Reife, die Zeit, in der nichts mehr fehlt. Und damit auch die ideale Zeit für den Gaumen!

Nun, das Auge isst mit, so sagt ein Sprichwort. Läuft uns nicht schon beim Anblick vieler Farben das "Wasser im Mund zusammen"? Und umgekehrt: Ist nicht geradezu der Herbst ein "gefundenes Fressen" für Fotografen? Die Farbenpracht lädt einfach dazu ein, sich mit den Dingen zu beschäftigen. Ein "Nebenbei" registrieren ist da nur schwer möglich! Bewusst essen? Ach ja! Das wollte ich ja schon die längste Zeit!  

Farbenspiel am Herbstteller

Ich lade Sie zu einem Experiment ein. Die folgenden Gemüsesorten sind nach Farbtönen gereiht. Lassen Sie diese ganze Palette ganz plastisch vor ihrem inneren Auge vorbei ziehen. Stellen Sie sich die Farben ganz realistisch vor! Wenn Sie Lust haben, ergänzen Sie oder sortieren Sie nach Belieben um!

Spinat - grüne Paprika - Zucchini - Fisolen - Mangold - Weißkraut - Kohl - Karfiol - Fenchel - Kohlrabi - Sellerie - Petersillwurzel - Champignons - Kartoffel - Zwiebel - Kichererbsen - gelbe Paprika - Mais - orange Paprika - Karotten - Kürbis - Chilischoten - rote Paprika - Tomaten - Kidneybohnen - rote Zwiebeln - rote Rüben - Melanzani - schwarze Oliven - grüne Oliven - und wieder zurück zum Spinat…

Farben und Gesundheit

Farben erregen nicht nur Aufmerksamkeit und Appetit. Farben haben auch Wirkung auf den Körper. Haben Sie sich schon einmal überlegt, warum Spinat so dunkelgrün, die Karotte orange und der Apfel einmal gelb, einmal grün, einmal rot ist und die Zwetschke blau? Es sind meist die sekundären Pflanzeninhaltsstoffe, die für die Farben verantwortlich sind. So ergeben die Carotinoide meist eine gelbe Farbe, etwa in Karotten, in Paprikas und in Kürbissen. Auch dunkelgrünes Gemüse hat viel Carotinoide, nur sind sie da vom Chlorophyll farblich übertönt. All diese kräftig gefärbten Gemüsesorten haben eine stark positive Wirkung auf die Sehkraft und schützen die Netzhaut vor Degeneration. Wundert es da, wenn gerade bei den "farblosen" Gemüsesorten, also etwa Karfiol, dieser Schutz vor "Makuladegeneration" fehlte? Dafür haben diese Sorten aber wiederum andere Stoffe.

Rote Farben sind häufig durch Flavonoide hervorgerufen. Rote Rüben, Kirschen, rote Trauben, auch Rotwein, sie alle sind reich an Flavonoiden, diesen Heinzelmännchen namens "Antioxidantien", die unsere Herzkranz- und Hirngefäße, unsere Haut und unsere inneren Organe vor Schäden aus der Umwelt und vor dem alt- und brüchig werden schützen.

Bunt is g‘sund!

Von den Carotinoiden sind bisher etwa 650 bekannt, von den Polyphenolen, zu denen die Flavonoide gehören, 4.000 - 5.000. Dazu kommen noch Phytosterine, Saponine, Glucosinolate, Sulfide und Phytoöstrogene. Verständlich, warum die Empfehlung "möglichst bunte Teller" und "möglichst abwechslungsreich essen" lautet?

Wohl kaum eine Zeit eignet sich besser, neue Geschmackserlebnisse zu sammeln, die Nauncen verschiedener Obst-, Gemüse-, Kartoffel- oder auch Getreidesorten kennen zu lernen! Jetzt liegen sie in ihrer vollen Ausprägung vor! Nie ist die Vielfalt größer, nie sind die Trauben süßer, die Kartoffeln zarter, der Kohl knackiger, Karotten, Tomaten, Kraut und Maroni aromatischer!

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