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Dr. Rosa Aspalter

Faschingszeit vorbei!

Dr. Rosa Aspalter ist Bloggerin bei gesund.at (Agnes Stadlmann)

Hollala, Faschingsgschnas, Heringsschmaus, Opernball, alles vorbei! Der triste Alltag hat uns wieder? Oder hat er uns nicht eben verlassen?

Um es ganz ehrlich zu sagen: Ob mit den Goldmasken in Venedig, den deutschen Karnevalsumzügen oder den Sambas in Rio, mit dem Fasching oder dem Karneval hatte ich noch nie viel am Hut. Andererseits hatte ich aber auch nie ein schwerwiegendes Problem mit Faschingsumzügen, Maskenbällen oder dergleichen. So machte ich einfach mit, wenn es gefragt war.

Warum brauchen wir Fasching?

Die Frage stellte sich aber immer wieder: Warum so eine inszenierte Fröhlichkeit? Weil es uns an natürlicher, spontaner Fröhlichkeit mangelt? Sind wir zu verbissen dazu? Oder mangelt es uns tatsächlich an Freiheit um fröhlich zu sein? Wie auch immer. Ein wenig Fröhlichkeit zuzulassen ist ja besser, als überhaupt nicht.

Sehr erheiternd finde ich aber immer die Beschäftigung mit der Herkunft von Bräuchen und Begriffen. Lässt der Begriff "Fasching" oder "Fastnacht" relativ wenig Zweifel offen, es ist eben die Nacht bzw. die Nächte vor dem Fasten, so war das mit dem "Carneval" viel schwieriger. Nach einer Interpretation aus dem Jahr 1855 von Karl Simrock, wonach dieser Begriff auf Canis navalis, auf den Schiffskarren, zurück ging, folgte die wesentlich überzeugender Rückführung auf "carne levare" - zu gut deutsch: "das Fleisch verlassen".

Eine noch zutreffende und humorvolle Deutung bietet sich in der Übersetzung als "carne vale", also "Fleisch, lebe wohl!", die auch der griechischen Bedeutung entspricht. Das Wort "Carne" (=Fleisch) kennen wir jedenfalls aus der Bezeichnung der Ernährungstypen. Carnivoren sind demnach Fleisch(fr)esser.

Baba Fasching!

Nachdem ich nun vor mittlerweile 9 Monaten aus gesundheitlichen Gründen einen radikalen Schwenk vom echten Fleischtiger zum Veganer gemacht habe und die Ergebnisse auf Gesundheit und Wohlbefinden nur als "überraschend" bezeichnet werden können, bin ich also vom Carnivoren zum "Carnivalen" geworden. Im Rückblick erscheint mir auch die carnivore Zeit als die "verbissene" Zeit. Und ich kann nur lächelnd, und ohne eigentliche "fleischliche Genüsse" zu entbehren, sagen: "Carneval" - "Fleisch, leb wohl!"

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