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Dr. Rosa Aspalter

Bewegung im Alltag

Dr. Rosa Aspalter
Dr. Rosa Aspalter ist Bloggerin bei gesund.at. (Agnes Stadlmann)

Äh, hm. Noch zu kalt draußen! Ich muss erst noch ein paar Kilos abnehmen, bevor ich mich in meinen Trainingsanzug wage! Jetzt sind noch einige Familienfeste über die Bühne zu bringen, aber dann beginne ich damit! Die Frage ist nur: womit?

Warum fällt es uns oft sehr einfach loszulegen? Bewegung geht im Schlafzimmer, im Badezimmer, im Treppenhaus, vor der Haustüre, im Park, am Schreibtisch, im Supermarkt, einfach überall! Bewegung braucht kein gestyltes Sportdress. Es geht auch in Berufskleidung, ja sogar in Unterwäsche oder im Bademantel!

Übungen im Bett

Was gibt es da? Fürs richtig Wachwerden würde ich mal eine Übung im Bett empfehlen.

  • Bettdecke zur Seite.
  • Rückenlage.
  • Die Beine abgewinkelt am Bett abgestellt, Hüfte anheben, sodass der Körper von der Schulter bis zu den Knien eine Schräge nach oben bildet.
  • Nun ein Bein heben.
  • 10 Kreise aus der Hüfte nach links, 10 Kreise nach rechts.
  • Jetzt Hüfte fixieren.
  • 10 Kreise mit dem Unterschenkel aus dem Knie heraus, also 10 nach links, zehn Kreise nach rechts. Jetzt auch Knie durchstrecken. Jetzt die Kreise mit dem Fuß, aus dem Sprunggelenk heraus. 10 mal nach rechts, 10 mal nach links.

Nun das Ganze mit dem anderen Bein. Es dauert kaum 2 Minuten und ich verspreche Ihnen: Sie schlurfen nicht mehr zum Badezimmer, sondern sprinten!

Mehr Bewegung beim Zähneputzen

Wenn Sie noch genügend Zeit haben, können Sie nun zehn bis fünfzig Kniebeugen während des Zähneputzens machen. Das halbblinde Reintasten in die Socken hat sich mittlerweile erübrigt. Schließlich sind sie ja bereits putzwach. Sie brauchen aber auch nicht gut gezielt und mit einem Schwung da rein zu fahren. Sie könnten dabei in die Hocke gehen und noch den Fuß ein paar Mal über der Socke kreisen lassen bevor er dann zum Sturzflug ansetzt. Ola!

Haben Sie die Berufskleidung einmal, an, heißt es natürlich etwas aufpassen. Die Treppe runter, die Straßen entlang und in der Firma wieder treppauf zu laufen, ist vielleicht keine so gute Idee. Schließlich wollen Sie ja nicht bei Ihren wichtigen Besprechungen die Leute auf übermäßigem Abstand halten, sondern eher für sich gewinnen. Andererseits: Ein Hauch von Schweißgeruch könnte auch exzellenten Arbeitseinsatz suggerieren. Es ist aber zugegebenermaßen schwierig, dies bewusst und ganz exakt zu dosieren.

Bewegung mit Powerpoint

Powerpointpräsentationen werden von manchen als Anti-Denkmittel eingestuft. Ich finde, das ist nur die halbe Wahrheit. Nicht nur der Kopf, der ganze Körper döst und schnorchelt vor sich hin. Ändern Sie das. Während Sie Ihre Flussdiagramme anfertigen, zeichnen sie diese auch mit ihren Füssen unter dem Schreibtisch nach.

Sie müssen eine Tabelle wegen zu umfangreicher Daten erweitern und bis maximal an die Seitenränder ausdehnen? Okay, führen Sie auch Ihre Oberschenkel bis an die Seitenwände des Schreibtisches heran und drücken Sie mehrmals zehn Sekunden dagegen. Ihr Kollege wird nur erhöhte Arbeitsintensität merken!

Sie haben einen freundlichen Brief an einen fiesen Geschäftspartner zu verfassen? Gut so! Quetschen Sie den Papierkorb zwischen die Beine und zeigen sie es ihm! Ihr Brief erhält garantiert den passenden Ton!

Was tun in der Mittagspause?

Mittagspause. Pause genannt, aber in Wirklichkeit ist es härteste Arbeit überhaupt, in der Kantine genau mit jenen Kollegen zusammen zutreffen, die mir jetzt mit ein paar Informationen helfen könnten, oder die mein Vorhaben in weiterer Folge unterstützen könnten. Physiologische Aktivitätsmessungen haben nicht ohne Grund gezeigt, dass in Phasen "offizieller Inaktivität" der Aktivitätslevel außerordentlich hoch ist! Dennoch: wenn es sich einrichten lässt, ist eine Runde um ein paar Häuserblöcke oft wohltuender als ein Essen in der Kantine.

Sport nach Büroschluss

Aber was tun nach Büroschluss? Ungezählt sind die Möglichkeiten. Beginnen wir outdoor: Laufen, Radfahren, Walken, Schwimmen, Golfen, Fußball, Klettern, Shi- und Sommerrodelfahren, Free running und slak lining, bis zum Spazieren gehen. Mindestens genauso zahlreich sind die Indoor-Möglichkeiten - ob im Fitnesscentner, im Judo-Club, im Volkssportverein, oder Schulverband oder ganz einfach in privater Runde: Pilates, Wii, Bauch-Bein-Po-Gymnastic, Step Aerobic, von Baby- über Rücken- bis zum Seniorenturnen, ja sogar Gesichtsgymnastik - soll ausgesprochen attraktiv machen! - putzen, kochen, aufräumen, und der Tanz! Wussten Sie, dass es auf Wikipedia eine Liste von etwa 250 bekannten Tänzen gibt, wobei moderne Tanzsportarten wie Streetdance, Hip Hop oder Free running noch gar nicht aufgezählt sind!

Auch Zumba sowie der klassische orientalische Bauchtanz fehlen in der Liste. Nun ja, jedenfalls ist es fast unmöglich, sich diese Liste durchzulesen, ohne Lust auf Tanzen zu bekommen! Quietschgrüne Smoovey Ringe, bunte Fitnessbänder oder kesse Hula hoop-Reifen gefällig? Prima! Sie dürfen nur eines beim Kauf nicht vergessen: In der Verpackung sind sie wirkungslos!

Warum Sport?

Egal was, ob in Gruppe, mit Partner oder allein, ob drinnen oder draußen, ob Fechten, Karate, Boxen für die kämpferischen, ob Primelpflücken, Yoga, Shiatsu oder Schattentanz für die sanften. Auch die Intention ist zweitrangig. Dem einen geht es um eine außergewöhnliche Leistung, der andere möchte sich fitter fühlen, ein nächster erwartet sich Geselligkeit. Wenn Sie aber Sport so betreiben, dass es Ihnen körperlich gut geht, werden Sie völlig vergessen, was Frühjahrsmüdigkeit ist!

Liebe LeserInnen meines Blogs, ich verabschiede mich hiermit von diesem Blog und danke Ihnen für Ihr Interesse! Ich wünsche Ihnen alles Gute, bleiben Sie aktiv - und vor allem eines: gesund!

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