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Dr. Thomas Klein

Hitzewallungen? Natürlich nicht!

Dr. Thomas Klein bloggt auf gesund.at (Dr. Thomas Klein)

Bereits viele Jahre vor der "Menopause" - das ist die allerletzte Regelblutung im Leben einer Frau - können Hitzewallungen auftreten. Sie sind ein erstes Zeichen dafür, dass die Hormone im Körper verrückt spielen.

Meist melden sich die Beschwerden etwa ab dem 50. Lebensjahr, doch auch schon knapp 40-Jährige können betroffen sein! Egal welches Alter, Pflanzliches kann das lästige Problem oft lindern.

Hilfe durch Pflanzenkraft

Es ist ganz wichtig zu betonen, dass die Wechseljahre keine Krankheit darstellen. Sie sind vielmehr ein natürlicher Übergang, den jede Frau früher oder später durchlebt. Dementsprechend umsichtig sollten therapeutische Mittel gewählt werden. Dabei sind besonders auch diejenigen "grünen" Heilmittel in Betracht zu ziehen, die uns die Natur schenkt.

Isoflavone und Traubensilberkerze

Nicht bei allen Frauen sind die Hitzewallungen gleich stark ausgeprägt. Gerade leichte und mittelgradige Beschwerden sind für eine Behandlung mit pflanzlichen Mitteln besonders geeignet. Zu den bekanntesten zählen zum Beispiel Isoflavone aus Soja und Rotklee. Diese Pflanzenstoffe gleichen in vielen Fällen den Hormonverlust in den Wechseljahren aus, jedoch auf natürliche Weise, ohne selbst Hormone zu sein. Neben den Isoflavonen ist auch die Traubensilberkerze besonders gut untersucht. Ihre Inhaltsstoffe wirken wohltuend im zentralen Nervensystem, also genau dort, wo die unangenehmen Beschwerden auslöst werden.

Was noch hilft

Darüber hinaus werden auch andere pflanzliche Stoffe - teils im Rahmen einer volksheilkundlichen Tradition - erfolgreich eingesetzt, wie Salbei, Frauenmantel oder Schafgarbe. Welches das richtige Mittel für Betroffene ist, hängt von vielen Faktoren, wie etwa dem eigenen Hormonstatus ab und ist sehr individuell. Es ist ratsam, sich medizinisch untersuchen und ausführlich von fachkundigen Personen unterstützen zu lassen. Weitere Informationen zu naturheilkundlichen Ansätzen können auch fundierte Ratgeber leisten.

So entstehen Hitzewallungen

Aber was genau passiert eigentlich bei Hitzewallungen? Stellen Sie sich die Heizung bei Ihnen zuhause vor. Die besteht einerseits aus Elementen, die Wärme abgeben können und andererseits aus einem Thermostaten, der das Ganze regelt. Im Körper ist es genauso, nur sitzt da der Thermostat im Gehirn. In den Wechseljahren kommt dieser Thermostat durch die Schwankungen im Hormonspiegel durcheinander, und dann passiert folgendes:

  • Der Thermostat im Gehirn bildet sich ein, dass es plötzlich unheimlich heiß ist.
  • Rasch sendet er an die Blutgefäße in Armen, Beinen und Kopf ein Signal: weit werden und Durchblutung steigern. Denn so hofft er über die Haut überschüssige Hitze an die Umgebung abgeben zu können.
  • Jetzt tauchen im Gesicht die typischen roten Flecken auf. Das Gefühl zu glühen, setzt ein. Das Herz schlägt schneller. Schweißausbrüche folgen, die besonders nachts äußerst unangenehm sein können.
  • Im nächsten Schritt kommt es durch den Wärmeverlust zu einer zu starken Abkühlung der Kerntemperatur, ein Gefühl der eisigen Kälte erfasst den Körper. Der Thermostat merkt: Ich habe einen Fehler gemacht.
  • Jetzt gibt er das Signal an die Muskeln, zu zittern, um den Körper wieder aufzuwärmen. So kann es sogar zum Schüttelfrost kommen.
  • Diese Abfolge von Erwärmung und Abkühlung, von Hitze- und Kältegefühl kann sich bis zu 20 mal täglich wiederholen.

Noch ein Tipp für Betroffene...

Entspannen Sie sich. Für Hitzewallungen muss sich niemand schämen. Schweißausbrüche verstärken sich eher noch, wenn Sie deswegen in Aufregung verfallen, da es zusätzlich zur Ausschüttung von Stresshormonen kommt. Versuchen Sie, während einer Hitzewallung ruhig zu bleiben. Atmen Sie tief und gleichmäßig. Meist geht sie dann schneller vorbei.

Übrigens reduzieren auch Atemübungen und Meditationsmethoden wie Yoga das Auftreten von Hitzewallungen und fördern das Wohlbefinden. Das vegetative Nervensystem wird beruhigt, es kommt weniger oft zu Herzrasen und nervösen Zuständen.

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Kommentare

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  1. ygeadygenn

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