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Dr. Thomas Klein

Natürliche Mittel gegen Harnwegsinfekte

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Dr. Thomas Klein bloggt auf gesund.at (Dr. Thomas Klein)

Der Sommer kommt! Mit ihm Sonnenstrahlen, Spaß im Freien und die fröhliche Badezeit. Doch leider auch nasse, kalte Badekleidung und ein Problem, das etwa jede 7. Frau mindestens 1x pro Jahr betrifft:

Eine entzündliche Reizung der Harnwege. Häufiger Harndrang, brennender Schmerz beim Wasserlassen, Stechen im Unterbauch - schon wieder! Zum Glück gibt es auch pflanzliche Mittel. Ein paar besonders nützliche möchte ich nun vorstellen:

Cranberry - rote Frucht mit Power

Einer der "Stars" unter den pflanzlichen Kämpfern gegen Harnwegsinfekte ist die amerikanische Cranberry (Vaccinium macrocarpon), auch "Großfrüchtige Moosbeere" genannt. Ihre ursprüngliche Heimat sind die Hochmoore des östlichen Nordamerikas. Die Blüten der Cranberry ähneln dem Kopf eines Kranichs, weshalb die ersten europäischen Siedler nach ihrer Ankunft in Amerika von der "Crane berry", also der "Kranichbeere" sprachen. Später wurde daraus verkürzt "Cranberry".

So wirken Cranberries

Die Wirkstoffe der Cranberry, die Proanthocyanidine (kurz PAC), haben eine ganz besondere Eigenschaft: Sie können die Erreger des Infektes - meist Coli-Bakterien, die aus dem Enddarm die Harnröhre bis in die Blase hochwandern - das Leben schwer machen. Und zwar blockieren die wertvollen Pflanzenstoffe die Haftfäden, mit denen sich die Bakterien an der Blasenschleimhaut festhalten. Somit verlieren die Schädlinge den Halt, rutschen ab und werden mit dem Harn ausgeschwemmt.

Studien zeigten, dass besonders Frauen mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten profitieren. Die Wahrscheinlichkeit, wieder einen Harnwegsinfekt zu bekommen, hat sich in diesen Untersuchungen beinahe halbiert.

Cranberry gibt es in den unterschiedlichsten Zubereitungen, auf die Vielzahl einzugehen würde den Rahmen meines Blogbeitrages sprengen. Lassen Sie sich diesbezüglich bitte fachkundig beraten. Es finden sich dazu auch Tipps in meinem Ratgeber "Pflanzenkraft für die Frau", den es kürzlich auf gesund.at zu gewinnen gab.

Kresse, Meerrettich - oft unterschätzte Hausmittel

Die Pflanzengruppe der Kreuzblütengewächse (dazu gehören Kressearten und Kren) schützt sich gegen Schädlinge, etwa Raupen, mit sogenannten Senfölen. Diese scharfen Senföle - Sie bemerken diese, wenn Ihnen beim Krenreiben die Augen tränen - haben eine leicht antibakterielle Wirkung, wie sich in Versuchen im Reagenzglas gezeigt hat. Somit gibt es nun auch wissenschaftliche Hinweise auf die Wirkung dieses seit Generationen beliebten Hausmittels gegen Harnwegsinfektionen.

Auch Tees können sinnvoll sein

In speziellen Nieren-/Blasen-Tees kommt bei Harnwegsinfekten eine beeindruckende Reihe von bewährten Pflanzen zum Einsatz, die unterstützend wirken können. Dazu zählen Birke, Brennnessel, Schachtelhalm, Goldrute, Bärentraube, Hauhechel, Quecke, Mädesüß, Hagebutte, Süßholz, Wacholder und einige mehr.

Wichtiger Hinweis zum Schluss: Eine medizinische Abklärung der eingangs beschriebenen Beschwerden ist grundsätzlich empfohlen, ganz besonders wenn Fieber auftritt oder die Nieren schmerzen.

3 Top-Tipps, wenn Sie zu Harnwegsinfekten neigen

Schon bevor Sie einen Harnwegsinfekt erleiden, gibt es wichtige Maßnahmen, die Ihnen helfen, dem Problem vorzubeugen. Besonders auch bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten, also wenn die Erkrankung mehrmals im Jahr auftritt, sind (unter anderem) folgende Maßnahmen empfehlenswert:

  • Trinken Sie ausreichend. Mindestens 2 Liter pro Tag sind notwendig, um die Niere und die ableitenden Harnwege immer gut durchzuspülen. So können sich weniger leicht Bakterien ansammeln.
  • Unterkühlung meiden. Halten Sie Unterbauch, Nieren und Füße warm. Achtung: Auch im Sommer kann es zu Unterkühlung kommen. Besonders, wenn nasse Badekleidung nicht rasch gewechselt wird.
  • Abwehrkräfte stärken. Ein funktionierendes Immunsystem wird mit Erregern leichter fertig und kann sie in Schach halten. Daher auf eine Ernährung achten, die reich an Vitaminen und Spurenelementen ist. Wenn Harnwegsinfekte immer wieder kommen, sollte neben einer erweiterten medizinischen Diagnostik (Ultraschall, Harnanalysen, etc…) auch der Vitamin- und Spurenelemente-Status bestimmt werden. Unter Umständen liegt eine Unterversorgung vor, die sich durch eine gezielte Vitalstoffzufuhr (z.B. Vitamin C, Vitamin D, Zink) bessern lässt.
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