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Nicole Siller

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Trennung erleichtern

Nicole Siller lächelt.
Nicole Siller bloggt auf gesund.at (Nicole Siller)

Was tun, wenn es zur Trennung kommt? Müssen Trennungen immer mit bösen Worten und vielen "Scherben" einher gehen?

Wie kann es gelingen, trotz der großen Veränderungen, bei denen es meist "ans Eingemachte" geht, Wege zu finden ohne unnötige Verletzungen und mit Würde und möglichst viel Wertschätzung zu gehen?

Rosenkrieg tut allen noch mehr weh

Paar A trennt sich. Es wird ein gemeinsamer Haushalt aufgelöst. Viele Dinge werden aufgeteilt - Hausrat, Sorgepflichten, Finanzen, Anschuldigungen, etc. Die beiden sind zutiefst verletzt - halt, nein, genau genommen hat der jeweils andere verletzt! Beide suchen und finden "die Schuld am Scheitern" beim anderen. Der/die andere hat vieles falsch gemacht, den Erwartungen nicht entsprochen, ist einfach "unfähig", hat betrogen, verletzt. Es gibt Kinder, die mit reingezogen werden, weil jeder der Elternteile über den anderen schimpft. In Wahrheit bleiben oft beide durch ewige Vorwürfe miteinander verbunden. Die Kinder leiden, haben sie doch Papa und Mama lieb und das wollen sie auch in Zukunft.

Veränderungen sind unvermeidlich

Wie einfach, dass jede/r von sich selbst denkt - ich war´s nicht, ich habe alles gut gemacht. Es ist sehr leicht den anderen dafür verantwortlich zu machen, so braucht man sich nicht mit sich selbst auseinander setzen, selbst nichts verändern. Allerdings, diese Sicht verstellt oft auch den Weg in ein zukünftiges und glücklicheres Beziehungsleben. Oft kommt es in neuen Beziehungen zu ähnlichen Symptomen und das so lange, bis man verstanden hat - zu einem Liebespaar gehören 2 - zu einer Trennung auch.

Trennung tut immer weh

Paar B trennt sich. Auch hier geht es um Verletzungen, Enttäuschung, Wut, Zorn, Verlustängste und Schmerz, Trauer. Auch hier geht es um Kinder, gemeinsamen Besitz, grundlegende Veränderungen. In diesem Fall war der Papa plötzlich nicht mehr zu Hause. Die Mama hat den Kindern in den ersten Tagen erzählt, er hat eine längere Dienstreise. So konnte sie selbst wieder versuchen, Boden unter den Füssen zu gewinnen und musste ihre Kinder nicht im ärgsten Schmerz damit belasten. Der Papa hat - wie vorher auch - beinahe täglich mit den Kindern telefoniert.

Gemeinsam Eltern bleiben

Danach gab es gemeinsame Gespräche mit den Kindern, denn Papa und Mama haben immer noch ein gemeinsames Ziel - Eltern bleiben. Außerdem wissen sie, sie haben beide ihren Anteil am Ende der Beziehung. Glücklich waren beide schon länger nicht mehr und auch nur noch wenig bereit dem anderen ehrlich zuzuhören. Ja, es hat dann einer ausgesprochen und einen Schlussstrich gezogen. Ja, sie haben gestritten und geheult, es war für beide ein Schock, denn beide hatten geglaubt und gehofft, es möge für immer gut gehen. Es tat wirklich sehr weh.

Unterstützung holen

Und es war eine Chance. Beide Erwachsenen haben sich Unterstützung geholt, erst jeder mit einem eigenen Coach und danach gab es noch einige wenige gemeinsame klärende Gespräche. Beide haben eine deutliche Ahnung davon bekommen, warum diese Beziehung zu Ende ging und was sie wirklich brauchen um langfristig mit jemand anderem gut zu leben. Das war vor 3 Jahren.

Weitergehen und miteinander reden

Heute blickt jeder auf einige gemeinsame und auch gute Jahre zurück. Jeder hat daraus für sich gelernt. Seit einiger Zeit haben beide Elternteile neue Partner gefunden, grandioserweise bringen diese auch schon jeweils Kinder mit. Sie haben sich so koordiniert, dass jeweils in einer Woche alle Kinder da sind und in der darauffolgenden Woche sind die neuen Paare alleine, haben Zeit als Mann und Frau. Ja, da müssen alle miteinander reden können, aber das haben sie gelernt.

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