Autor

Nicole Siller

Liebesinseln in den Alltag einbauen

Nicole Siller bloggt auf gesund.at (Nicole Siller)
Gestern waren wir bei Freunden eingeladen. 4 unterschiedliche Paare, offene Kommunikation in jahrelanger Freundschaft verbindet uns. Ein Paar - nennen wir sie Max und Therese - haben eine handfeste Krise.

Sie finden keine Zeit für einander zwischen Beruf und Alltagskram, persönlichen Interessen, Alltag, Stress, den Kindern und vielen dienstlichen Reisen. Man gibt sich quasi nur noch die Kinder und die Türschnalle in die Hand und bemerkt ausschließlich nur noch Fehler am Partner. Ja, sie teilen zwar ein Bett miteinander. Aber nicht dass Sie denken, da gibt es Nähe, Lust und Liebe - nein, im Bett wird erschöpft um Schlaf gerungen und genervt der Ellenbogen ausgefahren, wenn einer schnarcht. Na dann, gute Nacht...

Keine Zeit für´s Liebesleben

Therese und Max sieht man schon an, dass sie nichts mehr Gutes aneinander finden. Ein verkniffener Mund hier, hochgezogene Schultern dort. Die gegenseitigen Vorwürfe und Anschuldigungen fliegen uns feurig um die Ohren - oder es herrscht eisige Stimmung zwischen den beiden. Das ist schon beim Zuhören anstrengend. Da sie vor uns offen zeigen, wie es ihnen geht, sind unser aller Themen schnell Krisen und Liebe, Paarleben, Flauten und Liebesglück. Wie viel Nähe, Zweisamkeit, wie viel Zärtlichkeit und Anerkennung, und auch Zeit fürs Liebesleben jedes Paar braucht, ist völlig unterschiedlich.

Zeit schaffen für Zweisamkeit

Ein anderes Paar, Marie und Felix, haben die Kinder regelmäßig bei den Großeltern. Einmal im Monat haben sie am Wochenende wieder Zeit für "Mann und Frau" statt "Mama und Papa". Sie machen Sport, gehen in eine Therme, ins Kino oder Theater. Marie meint, da merkt sie auch erst wieder, dass sie doch noch eine begehrte Frau ist. Felix bekräftigt: "Wir haben einmal an "unserem" Wochenende alles Liegengebliebene erledigen wollen - ein schrecklicher Fehler. Nie wieder, da gönnen wir uns bewusst Liebeszeit miteinander. Wir haben Zeit wieder zu merken, was uns beiden gut tut. Das ist unsere Basis, die brauchen wir, die verbindet uns stark emotional, ja diese Zeit gibt wirklich Kraft!"

Genussvollen Schwerpunkt setzen

Monika und Peter haben auch "ihre Rituale", sie genießen es z.B., gemeinsam neue Lokale auszuprobieren - und dabei genussvoll bewusst Zeit miteinander zu verbringen. Sie lieben es, bei gutem Essen persönliche Gespräche zu führen, das genießen sie und das verbindet sie. Sie finden immer zumindest einen Abend in der Woche oder einen Vormittag am Wochenende bewusst Zeit.

Bewusste Gemeinsamkeit

Max und Therese sind ganz still geworden, als sie hören, dass die anderen Paare auch nicht selbstverständlich immer gute Zeiten miteinander verbringen. Aber offenbar nehmen wir uns alle bewusst Zeit für wohltuendes Miteinander. Da fragt Monika, unsere Gastgeberin: "Sag, Max, wann warst du das letzte Mal mit Therese alleine aus? Therese, wann hast du dir Zeit genommen, um mit Max etwas Schönes zu machen?" Max schluckt schwer, Therese schaut zu Boden. Die beiden haben einander offensichtlich emotional verloren und jeder macht dem anderen dafür Vorwürfe.

Kannst du dich noch an die wunderbare erste Zeit erinnern?

Ich frage in die etwas betretene Stille hinein: "Therese, was hast du an Max früher geliebt? Und du, Max, kannst du dich noch erinnern, was dich an Therese besonders fasziniert hat?" Das Schweigen wird eine Spur weniger eisig... "Ich habe gelernt, es ist vieles eine Frage der Entscheidung. Wenn ihr so weitermacht, wie in der letzten Zeit, tut euch das beiden weh und ihr wisst vermutlich, wohin es euch führen kann."

Aussteigen aus der Negativ- Spirale

Vielleicht braucht es eine "Abkühl-Phase", aber das gemeinsame Erleben von entspannten oder sogar wieder liebevollen Momenten löst oft mehr Probleme als es hitzige Diskussionen tun. Max und Therese hätten es vielleicht alleine nicht mehr geschafft. Sie haben vom Freundeskreis Denkanstöße bekommen um aus der Negativ-Spirale auszusteigen.

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