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Dr. Rosa Aspalter

Winterdepression

Dr. Rosa Aspalter ist Bloggerin bei gesund.at. (Agnes Stadlmann)
Winterdepression: Die gesund.at-Bloggerin Dr. Rosa Aspalter fragt sich in dieser Woche wie es wäre wenn wir gar kein Wetter hätten.

Was soll ich tun? Es passt einfach nie! Im Winter ist es der Winterschlaf oder die Winterdepression, im Frühjahr die Frühjahrsmüdigkeit, im Sommer die Affenhitze und im Herbst das trübe Wetter, das mich ach so gar nicht einladen will, etwas draußen zu tun. Und ganzjährig dient der Klimawechsel als Erklärungsmodell.

Ist denn schon Winter?

Aber grad jetzt, was ist denn das jetzt? Das ist ja gar kein Winter! Es ist hell und mild! Viel zu viel Licht! So kann ich nicht einmal über Kälte und Finsternis maulen! Auch über die ausbleibende Wirkung von Lichttherapie oder Johanniskraut gibt es diesmal keine Debatte! Geht am Ende auch noch die Winterdepression verloren?

Also, wenn es keinen richtigen Winter gibt, dann freut‘ mich echt nichts! Da vergrab‘ ich mich lieber daheim auf der Coach! Schluss! Basta! Also bitte, so geht das nicht! Die Natur kann sich nicht regenerieren, die Bäume wissen nicht, ob sie austreiben sollen oder nicht, die Hauswarte und Reinigungsdienste machen sich heuer einen sprichwörtlichen Lenz, so ungerecht ist die Welt! Und überhaupt, die Klimaverhältnisse werden ja immer krasser!

Erhöhtes Schlafbedürfnis

Als Winterdepressive leide ich zwar nicht unter Ein- und Durchschlafstörungen, ganz im Gegenteil! Ich habe ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Immerhin ein kleiner Vorzug gegenüber der echten Depression! Depressive Patienten leiden unter Appetitmangel und nehmen häufig ab, ich habe dagegen mehr Hunger. Einen richtigen Appetit speziell auf, na, Sie wissen schon, auf fett- und kohlenhydratreiche Sachen wie Kuchen und Schoko eben. Und ist das erst gegessen, dann geht’s erst richtig los mit demotiviert und depressiv und so fort! Insofern wiegt also die Winterdepression schon sehr viel schwere als diese andere, diese angeblich "echte"!

"Jahreszeiten"

Wie gut nur, dass es die Jahreszeiten gibt! So kann ich mich wenigsten in etwas abwechselnder Reihefolge beklagen! Oh, nein, was red‘ ich da? Überhaupt nicht gut! Wie komm ich nur darauf, etwas für gut zu befinden? Wo bitte kommen wir denn da hin? Ist es nicht eine derartige Anmaßung, dass es überhaupt ein Wetter gibt? Immer und überall? Zu jeder Zeit? Und an jedem Ort? Das bedeutet ja, dass es praktisch immer daneben ist, einmal zu viel, dann zu wenig! Ist das nicht furchtbar? Nicht gänzlich unerhört? Ganz und gar ungerecht? Ich würde mich garantiert viel lieber und viel mehr bewegen, wenn wir überhaupt kein Wetter hätten!

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