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Dr. Rosa Aspalter

Schlemmen im Urlaub

Dr. Rosa Aspalter ist Bloggerin bei gesund.at. (Agnes Stadlmann)
Mitunter liebte ich es doch sehr deftig, ob wienerisch, böhmisch oder sonst wie, war eher egal. Ein Schnitzel, ein paar Knödeln oder Kärntner Kasnockn, die konnten schnell einmal verputzt sein, wenn's darauf ankam!

 Andererseits aber gehörte ich nie zu denjenigen, für die solche Dinge das einzig Wahre "Essen" bedeutete und die auch im Urlaub ihr Schnitzel haben wollten. Da wollte ich dann doch Neues kennen lernen. Und meist schwelgte ich schon bei den Reisevorbereitungen in Vorstellungen kulinarischer Genüsse.

Der große Zauber bleibt meistens aus

Kennen Sie das auch? Da freue ich mich auf große Frühstücks- und feine Abendbuffet, auf die Desserts, aber vor Ort kommt nicht so recht Begeisterung auf. Da gibt es natürlich haufenweise geschnittene Tomaten-  und Gurkenstücke, aber wie bekommen diese eine eigene Würze? Etwas geschmacklich Einzigartiges? Mit einer Karaffe Öl und einer Essigflasche oder gar einem Pot Fertigmarinade daneben wird wohl nicht so viel daraus. Gegrilltes Fleisch und gebratener Fisch haben da schon eigenständigere Geschmacksnoten, aber gelegentlich war es auch nicht sehr viel mehr als ein einfallslos zur Trockenheit geröstetes Stück Fleisch.

Eisbuffet, klingt lecker! Bestückt ist es aber oft nur mit mittelmäßigem Eis und das wird mit viel süßem Pomp, sprich: Sahne, "verfeinert".  Diese Küchlein, äh, ich erlaube mir zu sagen: diese picksüßen Lamellencremehaufen, diese Cremeschalen (ah ja - Creme brulee!), ich würde sie mir zu Hause gar nie bestellen! Es sieht alles so toll aus, weil es oft bombastisch angerichtet ist -  und vor allem: so viel "auf einem Haufen"! Und jeder gönnt sich halt im Urlaub was! Und wenn's sein muss, dann haut man zumindest bei den Mengen auf "den Putz", da darf man nicht so kritisch sein! Wir wollen schließlich keine Spaßverderber sein!

Doch diesmal ist alles etwas anders

Ich habe meine Ernährung umgestellt. Ich verbiete mir keine tierischen Produkte, aber ich versuche jetzt, die pflanzlichen kennenzulernen. Klingt merkwürdig. So als ob ich sie bisher nicht kannte. Aber es war wohl in gewisser Weise so. Es hat sich ein Tor zur Vielfalt aufgetan, und ich begriff, wie wenig ich pflanzliche Kost kannte. Es gibt jedenfalls so viel mehr als essigsauren Salat, frittierte Kartoffeln und Tomaten in Form von Ketchup. Es ist echt aufregend. Letztes Wochenende kochte ich mir Karottensugo mit Ingwer zu Vollkornspaghetti. Oh Mama mia! So pikant, süßlich, knackig, aromatisch, nussig und cremig zugleich hat selten etwas geschmeckt!

Urlaubserfahrung zum Mitnehmen

Und ich will auch viel Neues im Urlaub kosten. Aber diesmal nicht für den "fetten Kick", sondern für alle Zeiten. Neue Gemüsesorten und Obstsorten kennen lernen, neue Getreidesorten, neue Zubereitungsarten. Auch da gibt es wohl viel mehr als Gemüsesoße mit Reis, Getreidebrei und gebratenen Tofu. So viel bin ich mir sicher. Übrigens - vermutlich kennen Sie auch dieses Phänomen: Sie möchten etwas ganz "Neues" essen, finden das aber nicht. Sie haben den Eindruck, es schmeckt "alles irgendwie gleich"? Dieses Problem hat sich seit meiner Umstellung erledigt. Sie bringt offenbar größere Veränderungen und mehr an Neuem mit sich als jede kulinarische Entdeckungsreise zuvor!

Daher freue ich mich ungeniert auf den nächsten Urlaub! Es wird gegessen, was schmeckt! Und diesmal gibt es garantiert keine zusätzlichen Körperkilos im Rückreisegepäck!

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