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Dr. Rosa Aspalter

Licht aus in der Nacht!

Dr. Rosa Aspalter ist Bloggerin bei gesund.at (Agnes Stadlmann)
Vor einigen Jahren gab es noch diese blinkenden Handys. Sie wissen schon, nicht das Blinken, das eine SMS oder eine eingegangene Mail anzeigt, sondern welches da war, sobald Empfang vorhanden war. Dieses funkturmähnliche Blinken.

Sie gefielen mir überhaupt nicht. Ich war beunruhigt, wenn ein Besitzer eines solchen Handys während einer Plauderei dieses achtlos auf den Tisch gelegt hatte und mich damit smart alle paar Sekunden anblinken ließ. Ich fühlte mich überwacht, gestört, fast angegriffen. Gut, diese Zeiterscheinung ist weg. Ich habe mittlerweile ebenfalls einige Handys in Besitz genommen, und verwende es auch, dafür ist es ja auch gedacht, als Wecker im Schlafzimmer.

Einschlafen mit Blinklicht

Einzuschlafen mit so einem blinkenden Ding wäre mir unmöglich gewesen. Die neueren können da schon mehr. Sie zeigen immerhin die Uhrzeit auf sehr gedämpften Schirmen an. Dennoch ist die Lichtemission stärker als bei diesen Dinosaurierweckern mit den phosphoriszierenden Ziffernblättern. Hatten Sie noch einen solchen? Ach ja, dazwischen gab es noch die elektronischen Wecker mit ihren riesigen, grellen Digitalanzeigen, mit denen praktischerweise auch der Nachbar im Haus vis a vis die Uhrzeit ablesen konnte, auch wenn die Helligkeit auf die unterste Stufe herunter reguliert war!

Wecker-Fortschritt

Was für ein Fortschritt! Die Anzeige der Uhrzeit auf den neuen Handys bzw. deren Wecker funktioniert sogar bei ausgeschaltetem Zustand oder im Flugmodus. E-Mails, Facebook Benachrichtigungen darüber, was deine friends gerade so machen, Tweets und SMSs können nun kalt lassen. Wenn man noch Glück hat, oder gute Einteilung, braucht man das Handy auch nicht am Nachtkästchen oder gar im Bett zu laden!

8 von 10 jungen Arbeitnehmern arbeiten amerikanischen Umfragen nach noch vom Bett aus. Laut einer US-Umfrage der "National Sleep Foundation" von 2011 nutzen rund 95 Prozent der Menschen vor dem Schlafengehen Smartphones oder Tablets. Elektrosmog und Lichtsmog sind aber ein Störfaktor. Kabellose Geräte sind es wegen den elektromagnetischen Wellen, Kabeln unter dem Bett sind aber auch keine gute Idee. Auch sie erzeugen elektromagnetische Felder. Und wenn sie noch so ein supercooles Bett mit genau 20 cm Höhe haben, haben Sie zum Elektrosmog auch gleich noch die ideale weil dichteste Staubzone gewählt! Jedenfalls: Stereoanlage aus! Fernseher aus! Playstation und PC aus! Laptop inklusive Webcam aus! Und zwar wirklich aus! Standby ist nicht aus! Ich habe auch Amerikaner erlebt, die es völlig normal finden, das Licht brennen zu lassen, wenn Sie außer Haus gehen oder schlafen gehen! Liebe amerikanische Freunde - Licht während der Nacht aus! Es gibt in jedem Raum so etwas wie einen Schalter dafür!

Warum das? Das Gewicht von Menschen die zu wenig oder nicht gut schlafen, ist schlicht und einfach höher. Wie eine Studie aus Oxford zeigt, geht es aber noch weiter: Es reichen sogar Lichtreize ohne Schlafunterbrechung um diesen Effekt hervorzurufen! (Mehr darüber gibt’s übrigens gerade auf www.kilocoach.com !)

Wer die Technik zu sehr liebt um sich von ihr zu trennen: Man kann sich einen Netzfreischalter installieren, um nicht jedes Gerät einzeln vom Netz nehmen zu müssen. Dieser übernimmt dann zu einer bestimmten Uhrzeit die Abschaltung, bietet aber vor Inbetriebnahme sicher für eine gewisse Zeit technophile Beschäftigung. Und wer nach Bettwanzen sucht (übrigens eine angeblich gar nicht seltene Begründung für Licht in Hotelschlafzimmern!), darf das Licht natürlich noch ein wenig an lassen. Die IDA (Internation Dark Sky Association) beschäftigt sich übrigens mit der Lichtverschmutzung und mit dem Schutz einer dunklen Nacht im globalen Sinn!

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