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Dr. Rosa Aspalter

Guter oder schlechter Zucker?

Dr. Rosa Aspalter ist Bloggerin bei gesund.at. (Agnes Stadlmann)
Zuckerunterschiede: Die gesund.at-Bloggerin Dr. Rosa Aspalter schreibt in dieser Woche über guten und schlechten Zucker.

Nun, es gibt gute und schlechte Fette, gute und schlechte Kohlenhydrate. Und es ist schon nicht ganz so einfach, diese auseinanderzuhalten. Jetzt wird aber mehr und mehr auch schon beim Zucker unterschieden. Wer kommt da noch mit?

Eine große Studie brachte den Stein ins Rollen. Je mehr zugesetzter Zucker konsumiert wurde, desto höher war die Häufigkeit an tödlichen Herzinfarkten und Schlaganfällen. Warum aber nun den "zugesetzten Zucker" von dem Zucker unterscheiden, der natürlicherweise in Lebensmitteln wie z.B. Obst vorkommt? Warum sollte dieser ungesünder sein als der natürliche Zucker? Kurioserweise gibt es dazu mehrere Empfehlungen, von der WHO, von Ernährungsfachgesellschaften, aber keine etablierte Methode, wie man "zugesetzten Zucker" überhaupt bestimmt. Warum also überhaupt diese Unterscheidung?

Der gesunde Apfel

Weil die Natur in der Lage ist, diese Substanzen so anzubieten, dass die negativen Effekte ausgeglichen werden. Oder anders erklärt: Der Zucker im Apfel ist nicht gesünder als der Zucker im Kuchen, aber mit dem Apfel nehme ich viele hunderte weitere Substanzen zu mir, die der Körper benötigt. Und viele dieser Substanzen schützen z.B. vor den schädlicheren Wirkungen der Fructose. Diese nützlichen Zusatzstoffe und wichtigen Gegenspieler fehlen also alle bei purem Haushaltszucker.

Gut, ich mache mich also dran, das in den Griff zu kriegen. Morgens gibt es nun kein Marmeladebrot mehr sondern Brot mit Frischkäse. 10 g "zugesetzter" Zucker gespart. Den Kaffee trinke ich seit eh und je schon ohne Zucker. Vormittags esse ich ohnehin nichts. Das Mittagessen besteht meist aus einem einzigen Gang. Häufig Fleisch, das geb ich zu. Aber nur 1-2 x im Jahr eine Mehlspeise als Hauptspeise, Zwetschkenknödel im Herbst und im Winter ein Reisauflauf. Das muss einmal sein! Also, viel heraus holen kann ich da nicht. Auch bei den Limonaden lässt sich nicht viel machen. 1-2 x pro Jahr ein Cola, auch dann nur die Light - oder die Zero-Version. Aber der Nachmittag bringt meist Kaffee und Kuchen mit sich. Oder 2-3 Pralinen. Oder eine Rippe Schoko. Hier könnte ich auf ein halbes Stück Kuchen umsteigen. Das wäre immerhin ein Gewinn von ca. 50-70 g zugeesetztem Zucker pro Woche! Aber ich bisschen Süß, das brauche ich! Ach ja, wissen Sie, wie viel der Durchschnittsbürger Zucker konsumiert? 35kg im Jahr! Also etwa 100 g pro Tag! Das sind über 400 kcal pro Tag! Oder 20-50 % des gesamten Kalorienkonsums! Da bin ich ja ein wahres Vorzeigemodell! Und ich fühl mich da umso braver, als mir einfach picksüßes Zeug nicht schmeckt. Probieren Sie doch mal ein bisschen von den Burgerlaibchen pur zu essen! Das ist ja ein Kuchen! Fleischlaibchenkuchen! Mit Ketchup dazu, das kann man praktisch übersetzen mit: Tomatenkonfitüre! Das ergibt: Fleischlaibchenkuchen mit Tomatenmarmelade. Buah!

Bin ich nicht schon ein wahrer Ernährungsengel?

Gewesen! Bis gestern 16 Uhr! Da brachte mir jemand Gummibärli mit. Aus war’s - mit mir und den Gummibärlis! Auch gegen Geleewaren bin ich an sich immun, sind mir zu patzig und süß. Aber Gummibärli? Zucker pur! Nur halt in einer Form, die mich umhaut - fest - das heißt, etwas zum kauen, keine Pampe oder weiche Masse! Und ein wenig säuerliches Aroma dazu. Das legt auch meinen braven inneren Ernährungsengel um. 200g Gummibärli. Über 90 Gramm Zucker! Wie war das? Gute und schlechte Zucker. Gute und schlechte Zeiten eben.

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