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Dr. Christine Allen

Sinnlose Verbote

Dr. Christine Allen ist Bloggerin bei gesund.at. (Elisabeth Mondl)
Erinnern Sie sich noch an meinen Blog "Das ist unfair" zum Thema Abnehmen? Wie schwer es mir fiel abzunehmen?

Ein Phänomen für mich ist das Verbot: Es hat bei mir meist provozierende Wirkung. Kaum nehme ich mir vor, weniger zu essen - was im Klartext so viel heißt wie: ich verbiete mir ein bestimmtes Essen - schon muss bzw. will ich erst recht essen.

Reiz des Verbotenen

Das fiel mir schon auf, als ich noch ein Kind war. Wenn meine Tante etwas verboten hatte, wollte ich es erst recht tun. Verbote machten eine Sache erst so richtig interessant. Dazu gibt es sogar eine bezeichnende Geschichte in der Bibel: Eva nahm den Apfel vom einzig verbotenen Baum.

Wie also mit einem Verbot umgehen? Verbote sind ja meist sinnvoll, haben eine Vorgeschichte. Im Zusammenhang mit meiner Tante kann ich gut beschreiben, was mir geholfen hätte: Wenn sie mir einfach erklärt hätte, warum es nicht sinnvoll ist, dies oder jenes zu tun. Das hätte mir dann die Entscheidung überlassen, und wahrscheinlich hätte sich mein innerer Widerstand gelegt.

Verbotenes bedeutet Verzicht

Auch beim Essen erkläre ich mir meine Probleme mit dem Verzichten mit meiner geliebten Tante. Sie erkannte meine Neigung, manchmal zu viel zu essen, und wollte mir ersparen, dick zu werden. Also verbot sie mir des Öfteren, eine Nachspeise zu essen. Das hatte aber lediglich zur Folge, dass ich abends heimlich zum Kühlschrank schlich und dem verbotenen Genuss frönte.

Verbot und Genuss gehören für mich seither offenbar zusammen. Im Verbot steckt schon ganz automatisch die Verheißung des Genusses, und daher locken z.B. Essensverbote meinen Widerstand. Und obwohl ich mich doch recht gut kenne, muss ich immer wieder durch diesen Widerstand durch bzw. abwarten, bis er sich gelegt hat.

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