Zufriedenheit wird vererbt

Paar mit Baby
Ob dieses Baby von seinem Wesen eher zufrieden oder unzufrieden ist, bestimmen wesentlich die Gene. (detailblick - Fotolia.com)
Zufrieden oder unzufrieden? Wie man "tickt", hängt nicht so sehr von den Umwelteinflüssen, sondern maßgeblich von den Genen ab. Vielen genügt schon herzliches Lachen und ein strahlender Herbsttag um sich glücklich zu fühlen.

Andere sind ständig mit sich und ihrer Lebensituation unzufrieden. Wie wir auf Mitmenschen reagieren, wie unterschiedlich zufrieden und glücklich Menschen mit den umweltbedingten Gegebenheiten sind, wird zu einem erheblichen Teil von den Erbanlagen mitbestimmt, wie eine Studie der deutschen Universität des Saarlandes zeigt. Für die Studie wurden hauptsächlich eineige Zwillinge befragt, 1308 Paare im Alter von 17 bis 70 Jahren. Zum anderen wurden Angaben von Geschwisterpaaren, Müttern und Töchtern bzw. Söhnen, Großeltern und Enkeln ausgewertet.

Positiv- oder Negativdenker?

"Die Ergebnisse zeigen, dass es eine stabile Komponente der Zufriedenheit gibt, und diese lässt sich vermutlich genetisch erklären. Die Grundtendenz, ob jemand zufrieden oder unzufrieden ist, ist somit jedem Menschen mitgegeben. Das bedeutet aber nicht, dass derjenige, der von seinen Anlagen her die Dinge eher negativ sieht, daran nichts ändern kann", erklärt die Studienforscherin Elisabeth Hahn.

Allerdings müssten sich Menschen mit angeborenem Pessimismus mehr anstrengen, zufrieden zu sein. "So macht etwa mehr Geld nicht alle Menschen gleichermaßen zufrieden - jeder hat seine eigene Grundtendenz und individuelle Umwelteinflüsse, die ihn prägen", sagt die Psychologin. Die Analyse zeigte außerdem, dass es Umweltfaktoren gibt wie z. B. das soziales Umfeld, die die Zufriedenheit wie die Persönlichkeit gleichermaßen beeinflussen.

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