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5 Fragen zum Zika-Virus

Mücke sticht
Stechmücken übertragen das Zika-Virus, besonders Brasilien ist betroffen. (bankerfotos - Fotolia.com)

Das Zika-Virus wird von Stechmücken übertragen, die in erster Linie in Süd- und Zentralamerika verbreitet sind. Für Gesunde ist eine Infektion ungefährlich.

Anders bei Schwangeren: Stecken sich sich mit dem Virus an, kann der Erreger über das Blut auf das Kind übertragen werden – selbst wenn die Frau keine Symptome hat - und schwere Missbildungen des Schädels verursachen.

Infektion breitet sich aus

Mehr als eine Million Menschen haben sich in Lateinamerika seit Frühjahr 2015 mit dem Zika-Virus angesteckt. Insgesamt ist es schon in über 20 süd- und zentralamerikanischen sowie karibischen Ländern festgestellt worden. Die meisten Infizierten gibt es in Brasilien. Aber auch in Teilen Floridas bzw. auf dem asiatischen Kontinent (Indonesien, Philippinen, Thailand) gibt es Erkrankungen. Erkrankte Europäer können das Virus nach ihrem Urlaub in die Heimatländer verschleppen.

Wie äußert sich eine Infektion? gesund.at hat die wichtigsten 5 Fragen bzw. Antworten zum Zika-Virus im Gespräch mit Priv. Doz. Dr. Ursula Hollenstein, Traveldoc, Reisemedizinisches Zentrum, Wien zusammengefasst:

Frage 1: Nach einem Aufenthalt in Südamerika fühle ich mich krank und kraftlos – habe ich mich infiziert?

Wenn Krankheitssymptome bestehen, so macht eine Untersuchung beim Hausarzt Sinn. Am besten untersucht man bald nach Auftreten der Symptome. 3 bis 10 Tage nach Erkrankungsbeginn sind die Chancen am größten, einen positiven Virusnachweis zu erhalten. Fragt man sich erst Monate nach der Erkrankung, ob es möglicherweise Zika gewesen sein könnte, sind die Testergebnisse meist vage.

Allerdings bemerken die meisten Menschen die Ansteckung gar nicht. Nur bei jedem Fünften kommt es von der Infektion bis zur Erkrankung zu grippeähnlichen Symptomen (leichtes Fieber, ev. ein Hautausschlag, Kopfschmerzen). Diese Zustände klingen nach einigen Tagen wieder ab.

Frage 2: Kann ich mich auch bei einem Infizierten anstecken?

Diese Frage ist derzeit noch nicht völlig geklärt. Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit einem Partner, der Krankheitszeichen zeigt oder vor kurzem zeigte, ist aber eine denkbare Übertragungsvariante. Üblicher sozialer Umgang führt aber sicher NICHT zu einer Ansteckung!

Frage 3: Wie kann ich mich in Österreich vor einer Ansteckung schützen?

In unserer Klimazone wäre eine Ansteckung lediglich durch Geschlechtsverkehr mit einer Person möglich, die vor kurzem aus einem Epidemiegebiet zurückkam. Bisher ist das ausschließlich von Personen berichtet, die auch Krankheitssymptome aufwiesen. Die Wahrscheinlichkeit, sich von jemandem anzustecken, der weder klinisch krank ist noch vor kurzem war, ist extrem gering.

Frage 4: Gibt es eine entsprechende Vorsorge?

Die sinnvollste und derzeit einzige Vorsorgemöglichkeit besteht in konsequentem Insektenschutz, eine Maßnahme, die zudem auch vor anderen fieberhaften Viruserkankungen mit ähnlichen Verbreitungsgebieten schützen kann.

Frage 5: Wie kann man sich schützen?

Besonders Schwangere sollten nicht in Länder reisen, wo das Virus stark verbreitet ist. Es gibt keine vorbeugende Impfung, den einzigen Schutz bieten Mückenabwehrsprays, imprägnierte Kleidung und Moskitonetze. Lässt sich für eine Schwangere eine Reise in ein Infektionsgebiet nicht aufschieben, sollte sie nach der Rückkehr Ihren Arzt aufsuchen, um eine mögliche Infektion auszuschließen.  

Quellen

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