Hörverlust durch Zeckenbiss

Das durch Zecken ausgelöste FSME-Virus kann zu einem Hörverlust führen. (Bobo - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Schwerhörigkeit

Mit den ersten warmen Tagen kommen die Zecken wieder. Einige von Ihnen tragen das FSME-Virus in sich, das das zentrale Nervensystem des Menschen angreifen kann und mitunter zu drastischen Langzeitschäden wie Lähmungen oder auch Hörverlust führt.

Studien zufolge tragen etwa 0,1 bis 3,4 Prozent aller Zecken das Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in sich. Kommt es zu einem Stich durch eine infizierte Zecke, entwickeln maximal 30 Prozent der infizierten Personen Symptome einer FSME, die sich in zwei Stadien zeigt.

Das erste Stadium einer FSME-Infektion

Die Hauptsymptome des ersten Stadiums sind Fieber und grippeartige Beschwerden wie Kopf-, Glieder und/oder Muskelschmerzen. Bei zwei Drittel der Infizierten endet dieses Stadium mit dem Abklingen der letzten Symptome. Sie haben die Krankheit überstanden.

Das zweite Stadium einer FSME-Infektion

Etwa ein Drittel aller Infizierten ist vom zweiten Stadium betroffen, in dem neurologische Symptome auftreten. Jetzt kommt es zu Hirnhautentzündung (Meningitis), Hirnentzündung (Meningoenzephalitis) oder Entzündung des Hirn- und Rückenmarkgewebes (Meningoenzephalomyelitis bzw. -radikulitis).

Klassische Symptome sind starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, psychische Veränderungen oder Teillähmungen. Die meisten Erkrankten erholen sich danach wieder vollständig. Bei maximal 30 Prozent der Patienten bleiben Lähmungen, verringerte Leistungsfähigkeit oder auch Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit über lange Zeiträume oder lebenslang zurück.

Zecken können neben der FSME mehrere andere Krankheiten übertragen, darunter die Lyme-Borreliose, die ebenfalls weitreichende gesundheitliche Folgen haben kann.

Wie Zecken ticken

Zecken bevorzugen feuchte, schattige Plätze, in denen die Luftfeuchtigkeit relativ konstant bei 80 Prozent liegt. Das ist vor allem der Fall in Laub- und Mischwäldern mit bodenbedeckender Laubschicht oder dichtem Unterholz. Zecken kommen auch in Nadelwäldern niederschlagsreicher Regionen vor – ebenfalls im Garten oder im Park an Plätzen, die schattig und feucht sind, an Hecken etwa oder in der Nähe von Baumgruppen. Ständig besonnte Wiesen meiden Zecken dagegen.

Zecken fallen weder von Bäumen noch können sie springen. Vielmehr suchen sie sich einen guten Platz etwa 10 bis 50 cm über dem Boden, auf Grashalmen oder einem Baumstumpf, und warten auf ihren Wirt. Kommt er nahe genug, kriecht die Zecke auf ihn und sucht nach einer geeigneten Einstichstelle. Das kann bis zu einer Stunde dauern. Beim Menschen werden sie häufig am Kopf fündig, am ehesten in der Nähe des Haaransatzes und in der Region um die Ohren. Sie stechen aber auch gern an anderen Stellen wie am Hals, in den Achseln, in der Ellenbeuge, im Bauchnabel, Genitalbereich oder in den Kniekehlen. Auch unter eng anliegender Kleidung fühlen sie sich geschützt, sodass auch der Hüftbereich oder das Armgelenk unter dem Uhrband attraktiv sind.

Schutz vor Zecken

Experten raten Erwachsenen und Kindern ab sechs Jahren zur FSME-Impfung. Abgesehen davon ist es wichtig, in einem potenziell von Zecken besiedelten Gebiet beim Aufenthalt im Freien lange Kleidung zu tragen und die Hosenbeine in die Schuhe zu stecken, so haben Zecken keine Gelegenheit, an die Haut zu gelangen. Auch glatte Schuhe wie Gummistiefel halten Zecken fern, denn sie rutschen an der Oberfläche ab.

Nach einem Aufenthalt im potenziellen Zeckengebiet ist es wichtig, den Körper auf Zecken abzusuchen. Die Tiere brauchen etwa eine Stunde, bis sie einen geeigneten Platz für ihren Stich gefunden haben. Die Kleidung am besten bei 60 Grad waschen oder trocknen.

Hat sich eine Zecke festgesaugt, muss sie so rasch wie möglich entfernt werden. Dabei auf keinen Fall Klebstoff oder Öl auf das Tier träufeln, da es dadurch stressbedingt noch mehr Speichel und möglicherweise damit auch Krankheitserreger abgibt. Entfernt wird die Zecke am besten mit einer Pinzette direkt an der Einstichstelle, sodass der Kopf des Tieres mit herausgezogen wird. Sollte sich die Einstichstelle nach dem Entfernen der Zecke verändern, gerötet und entzündet sein, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

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