Wertschätzend miteinander reden

Wertschätzend miteinander reden: freundliche Unterhaltung zwischen Arbeitskollegen
Mit dem Gegenüber respektvoll umgehen - mit wertschätzender Gesprächsführung ein Leichtes. (contrastwerkstatt - Fotolia.com)

Für Sie ist wertschätzend miteinander reden ganz leicht und selbstverständlich? Gut so. Denn bewusste Wertschätzung wirkt sich sehr positiv auf die Stimmung in Gesprächen aus.

Aber wissen Sie auch, dass nur 7 % unserer Kommunikation aus Worten besteht? Was macht dann den Großteil unserer Gespräche, die restlichen 93 % aus? Die folgenden Anregungen sollen Sie dabei unterstützen, Gespräche noch wertschätzender zu gestalten und ein Gefühl dafür zu bekommen, worauf es wirklich ankommt. Wertschätzend miteinander reden ist lernbar!

Das Schöne ist, Sie können jederzeit damit beginnen und ausprobieren, welche Auswirkungen scheinbare Kleinigkeiten auf Ihre Gesprächspartner haben. Zuhören ist z.B. ein ganz besonders wichtiger Teil jedes guten Gesprächsklimas. Manchmal ist es gar nicht leicht und doch so wichtig, ohne Zuhören gibt es keinen Austausch. Sie selbst sehnen sich nach Gesprächspartnern, die Ihnen zuhören und Sie aussprechen lassen? Menschen, die Sie wertschätzen? Machen Sie den ersten Schritt, Sie werden sehen - es ist was dran an dem Spruch "Wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück!"

Mit Respekt geht's leichter

Folgende Anregungen vermitteln dem Gegenüber im Gespräch Respekt:

  • Aussprechen lassen: Hören Sie wirklich zu, schätzen Sie Ihren Gesprächspartner wert, indem Sie ihm Ihre volle Aufmerksamkeit schenken. Fragen Sie nach, seien Sie neugierig.
  • Klarheit schaffen: Fragen Sie, wenn etwas unklar ist. Damit zeigen Sie Ihrem Gegenüber Interesse und Sie selbst bekommen mehr Klarheit.
  • Keine Interpretationen: Unterlassen Sie Interpretationen/Vorannahmen wie z.B.: "Du meinst bestimmt ...." oder "Ja, das kenne ich, bei mir war das so...."
  • Gefühle wahrnehmen: Nehmen Sie wahr, welche Gefühle das Gehörte bei Ihnen selbst auslöst. Welche Bedürfnisse haben Sie? Jetzt in diesem Gespräch?
  • Vorwürfe und Beurteilungen weglassen: Jeder Vorwurf, jedes Urteil und jeder Angriff sind Ausdruck unerfüllter Bedürfnisse.
  • Reden Sie von sich selbst: Wenn Sie etwas wollen oder nicht wollen, sprechen Sie von sich. "Ich wünsche mir..." "Ich habe verstanden, dass..." "Ich kann das nicht, weil..."
  • Verallgemeinerungen vermeiden: Allgemeinworte blockieren jeden Ausweg, dazu zählen Worte wie IMMER, NIE, JEDER ... Überlegen Sie erst, ob das WIRKLICH wahr ist. Denken Sie nach, bevor Sie zu reden beginnen, ob Ihnen ein (ganz kleines) Gegenbeispiel einfällt. Dann fällt es Ihnen leichter, diese Worte wegzulassen.
  • Positives Feedback geben: Geben Sie positives Feedback. Es motiviert unbeschreiblich viel mehr als immer wieder auf den negativen Punkten herumzureiten. Sie selbst hören bestimmt auch viel lieber positives Feedback und Lob als negative Worte!
  • Passender Zeitpunkt: Verstellen Sie sich nicht! Wenn Sie gerade nicht wertschätzend sein können, ist Schweigen manchmal besser als in Konfrontation zu gehen. Schaffen Sie für sich eine Zeitpause, wenn es möglich ist. Positives reden nützt nichts, wenn Sie gerade nicht in Laune dazu sind.

Brenzlige Gespräche benötigen einen besonders "geschützten" Rahmen

Wenn Sie etwas Schwieriges ansprechen müssen oder wollen, sorgen Sie dafür, dass Sie …

  • …Ihr Gespräch in Ruhe führen können: Wenn es nicht anders geht, vereinbaren Sie einen bestimmten Zeitpunkt.
  • …sich darauf vorbereiten: Wenden Sie möglichst viele der oben genannten Punkte an. Mit Klarheit und wertschätzendem Ausreden lassen kommen Sie schon weit.
  • ….Verallgemeinerungen vermeiden: Wenn Sie von sich selbst sprechen und Anklagen vermeiden können, greifen Sie Ihren Gesprächspartner nicht an. Das heißt, er "muss sich nicht automatisch verteidigen" oder ebenfalls angreifen. So bekommen schwierige Gespräche mehr Spielräume und Wertschätzung.

Bedenken Sie: der Mensch handelt generell nicht GEGEN andere, sondern FÜR seine eigenen Bedürfnisse. Dadurch wird auch sein Verhalten bestimmt. Im Prinzip tragen Menschen gerne etwas zum Wohl anderer bei, wenn sie es freiwillig tun können. Wenn Sie also eine Bitte äußern, kann Ihr Gesprächspartner wählen. Erklären Sie, warum diese Bitte für Sie wichtig ist. Unter Umständen benötigt Ihr Gesprächspartner Zeit, diese Bitte zu verarbeiten und darauf zu reagieren. Wenn Sie eine Forderung stellen, wird daraus rasch Pflichterfüllung - und Sie bringen sich selbst um Ihr Geschenk und die Freude daran. Überlegen Sie für sich, welche Alternativen Sie haben, falls die Bitte nicht erfüllt wird, damit machen Sie sich ein bisschen freier.

Es kommt nicht nur auf Ihre Worte an ...

  • Wussten Sie, dass nur zirka 7 % der Kommunikation Worte und ihr Inhalt sind? Der "Rest" unserer Kommunikation ist zu 38 % Stimme und Stimmlage und zu 55 % Mimik, Augenkontakt, Gestik, Körperspannung.
  • Wichtig sind auch unsere Gedanken und Erwartungen bei einem Gespräch. Oder ist es Ihnen schon einmal gelungen, ein gutes Gespräch zu führen, wenn Sie in Gedanken gerade ganz wo anders sind?
  • Viel leichter ist es, wenn Sie sich auf ein wichtiges Gespräch vorbereiten und sich bewusst machen, was Ihnen selbst wichtig ist, welches Ziel Sie mit dem Gespräch erreichen wollen und welche Lösungen Sie anbieten können.
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Quellen

  • Liebe einfach ..., H. Hendrix, Renate Götz Verlag, Deutsche Erstausgabe, Mödling 2013
  • Gewaltfreie Kommunikation, M. B. Rosenberg, Junfermann Verlag, 11. Auflage, Paderborn 2013
  • Tanz zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein, G. Kutschera, Junfermann Verlag, 4. Auflage, Paderborn 2007
  • Wertschätzende Kommunikation im Business, B. Brüggemeier, Junfermann Verlag, 2. Auflage, Paderborn 2010

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