"Weinbar" im Krankenhaus für mehr Lebensfreude

Weinbar im KH für mehr Lebensfreude: Mann hält Rotweinglas in der Hand
Die in den Weintrauben enthaltenen Phenole können vor allem Arterienverkalkungen vorbeugen. (Kzenon - Fotolia.com)
Schwere Krankheit muss Lebensfreude nicht ausschließen. Ein französisches Spital führt diesen Gedanken fort und eröffnet im September eine "Weinbar" extra für todkranke Patienten.

Hintergrund und Absicht der Bar mitten in der Palliativstation ist, auch in der letzten Phase des Lebens den Alltag zu bereichern und einen Ort der Normalität zu schaffen. Der oftmals traurige Alltag in derartigen Einrichtungen soll damit der Geschichte angehören. Die Patienten können mit ihrer Familie in schöner, kultureller Atmosphäre zusammen sein, darüber hinaus besitzt Wein in Maßen eine gesundheitsfördernde Wirkung. Sinn eines Hospiz oder einer Palliativstation ist es den Menschen einen würdevollen, menschlichen Lebensabend zu ermöglichen.

Verschönerung des Krankenhausalltags

Die Universitätsklinik im französischen Clermont-Ferrand glaubt an die förderlichen Wirkungen von Wein. Die in den Weintrauben enthaltenen Phenole können vor allem Arterienverkalkungen vorbeugen und das Herzinfarktrisiko in weiterer Folge reduzieren. Die Verantwortlichen begründen ihr Vorhaben damit, das Leben der Patienten trotz schwerer Krankheit verschönern zu wollen und ihnen Lebensfreude zurückzugeben. Das Projekt ist damit Teil der psychosozialen Unterstützung, die in Palliativstationen eine der wichtigsten Aufgaben darstellt, um Verzweiflung, Tod und Trauer für eine Zeit vergessen zu lassen.

Pflege einer kultivierten Atmosphäre schafft Normalität

Das Leben sei bis zuletzt kostbar, so Dr. Virginie Guastella, Leiterin der Palliativstation im französischen Spital. Da die Patienten oft bis zu mehrere Monate im Krankenhaus verbringen müssten, sei es besonders wichtig, Kultur, Genuss und Geselligkeit auch weiterhin zu ermöglichen. Die geplante "Weinbar" soll auch ein Ort der Begegnung für die Familien der Patienten werden und die Krankenanstalt so beleben. Damit das Vorhaben nicht "aus dem Ruder läuft", werden die Abteilungsmitarbeiter von einer Sozialanthropologin in eigenen Kursen darüber in Kenntnis gesetzt, wie sie mit den Patienten in der "Weinbar" am besten umgehen. Exzessiver Alkoholkonsum soll dadurch natürlich nicht gefördert und unterstützt werden.

 

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Julia Wild
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Quellen

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