Wechseljahre - auf zu neuen Ufern!

Frau um die 50 lächelt
Gelassenheit, mehr Zeit für sich und jede Menge Freiheiten - die Wechseljahre bergen viele neue Chancen (Peter Atkins - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Wechseljahre

Der Begriff Wechseljahre ist für viele Frauen negativ besetzt und wird durchwegs mit "Verlust" assoziiert: Ein Verlust der Gebärfähigkeit, der Menstruation, der Attraktivität, der glatten Haut.

Doch wie auch die Pubertät sind die Wechseljahre eine Phase im Leben - meist zwischen 45 und 55 Jahren -, die nicht nur Abschied bedeutet, sondern auch neue Herausforderungen ermöglicht: Endlich ist genug Zeit, um gut auf die eigenen Bedürfnisse zu hören und möglicherweise einiges zu verändern.

Mal aus anderer Perspektive...

In der klassischen chinesischen Medizin sind die Wechseljahre weder eine Krankheit noch eine Störung, sondern ein natürlicher Alterungsprozess, nämlich der 7. Zyklus im Leben einer Frau. Wichtigste psychische Voraussetzung: Das Alter zu akzeptieren, es nicht zu hinterfragen und nicht mit Krampf zu versuchen, jünger zu werden. Vor allem Frauen, die Ansehen genießen, oft auch Macht haben sowie Erfahrung und Selbstbewusstsein aufweisen, gehen gesünder durch die Wechseljahre.

Wechseljahre oder Midlife-Crisis?

Dass die Wechseljahre eine Phase des Umbruchs sind, spiegelt sich in vielen kritischen Überlegungen, die besonders Frauen zwischen 40 und 50 Jahren anstellen. Wissenschafter haben festgestellt, dass die Zeit der Sinnfrage und des Grübelns weltweit gesehen besonders häufig in diese Zeitspanne fällt.

Dafür gibt es viele Gründe: Einerseits haben Menschen dieses Alters meist recht umfassende (partnerschaftliche) Erfahrungen gemacht. Wenn von der einstigen großen Liebe mit 45 Jahren nur mehr ein Scherbenhaufen bleibt, schmerzt das. Auch das "empty-nest"-Syndrom, wenn Kinder aus dem Haus gehen, wird vor allem für Frauen oft als sehr belastend empfunden. Hinzu kommt, dass Menschen just aus diesen Erfahrungen heraus ihr Wertedenken verändern. Was ist für mich wichtig? Was brauche ich zum Leben? Wie kann ich das erreichen und was kann ich verändern? All das sind Fragen, die besonders komprimiert zwischen 40 und 50 aufkommen.

Veränderungen tun gut

Doch bei einer Lebenserwartung von etwa 80 Jahren ist das 4. Jahrzehnt genau die richtige Zeitspanne, um etwas zu verändern, wie die folgenden Anregungen zeigen:

Der Nachwuchs ist flügge

Die Kinder sind aus dem Haus? Gut. Dann beginnen Sie endlich, Ihr lange vernachlässigtes Hobby zu pflegen, Ihre Freundschaften, die aufgrund familiärer Verpflichtungen bisher immer nachgereiht waren. Und bitte vergleichen Sie sich nicht mit der besten Freundin, die längst ein Cabrio zum Geburtstag erhalten hat, während Sie zu Fuß gehen oder mit Öffis fahren. Materielle Werte haben in der Glückshitparade keine Poleposition. Bewahren Sie die Realität im Auge und verzetteln Sie sich nicht mit Wunsch- oder Idealbildern.

Unterstreichen Sie Ihre Weiblichkeit

Zur Abkehr von Wunschbildern zählt auch, dass Sie sich nicht an ideale Körperbilder klammern oder sich gar von ihnen leiten lassen. Der Körper einer 50-Jährigen ist anders als der einer jungen Frau. Sie haben allerdings keinen Grund, Ihre Weiblichkeit und Sexualität deshalb zu verleugnen. Machen Sie sich die Freude und streichen Sie Ihre weiblichen Attribute auch mit Ihrer Kleidung hervor. Sie können das Haar lang tragen, auch wenn es grau oder weiß ist, sie müssen jetzt nicht eine altersgemäße praktische Kurzhaarfrisur tragen.

Auch der Schlabberlook macht nicht unbedingt weiblich. Also warum nicht auch das Dekolleté mit Liebe pflegen und ab und zu in einem raffinierten Kleid zeigen? Ein Beispiel gefällig? Japanische, spanische, französische und italienische Touristengruppen fallen hierzulande auf. Nicht nur wegen ihres Fähnchen- oder Schirmträgers am Anfang der Truppe, sondern auch wegen ihres gepflegten Stylings. Selbst ältere japanische oder spanische Frauen lieben es, sich attraktiv zu kleiden. Weibliche Ästhetik macht selbstbewusst, strahlend und unterstreicht die Reife in Ihnen als Frau.

Ziehen Sie Bilanz

Die Wechseljahre sind Jahre in der Spätsommersonne. Also ideal, um Bilanz zu ziehen: Worauf habe ich in meinem Leben immer wieder verzichtet? Vielleicht ist es gerade jetzt die große Freiheit, mal einen Tag am Fluss zu verbringen, jetzt dürfen Sie ja auch das Handy abschalten. Oder Sie genießen einfach mal einen Tag mit Ihren Freundinnen. Ohne Zeit- und Termindruck. So wie früher, als Sie noch zusammen zur Schule gingen (doch heute sind Sie freier, denn Sie müssen auch keine Hausaufgaben machen).

Gelassenheit lernen

Das Wichtigste ist es, so die Glücksforschung, die Dinge relativ und mit Gelassenheit zu sehen. Haben Sie z.B. 2 Wochen Gesundheitsurlaub, können Sie nach einer Woche sagen: Ich habe "nur mehr" eine Woche. Sie können aber auch sagen: Fein, ich habe "noch" eine Woche. Das Positive ergibt sich aus der Art der Betrachtung. Zu guter Letzt noch eine gute Nachricht: Gelassenheit und Genussfähigkeit wachsen üblicherweise mit dem Alter. Wie die Freude an kleinen Dingen, die Sie genau JETZT umgeben.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Quellen

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