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Ärzte dürfen neugierig sein!

Der Arzt darf alles wissen. (WavebreakMediaMicro - Fotolia.com)

In den USA nehmen immer mehr medizinische Institutionen sehr detaillierte Daten ihrer Patienten auf. Prinzipiell stellen Ärzte Fragen nicht aus Neugier, oft sind eben Kleinigkeiten wichtig.

Nehmen wir einmal an, ein Fremder würde uns auf der Straße anhalten und fragen, ob wir in letzter Zeit öfters Kopfschmerzen gehabt hätten. Oder aber, um das Szenario noch ein wenig weiter zu führen, er würde gar etwas so richtig Persönliches wissen wollen - etwa, ob es uns seelisch gut gehe oder wie oft wir in den letzten 6 Monaten Sex hatten. Die meisten von uns würden, verständlicher Weise, wohl geschockt reagieren, den Geisteszustand des Fremden hinterfragen und möglichst rasch davongehen.

Ehrliche Antworten

Kommen eben diese Fragen aber von einem Arzt, der ja in den meisten Fällen auch nicht gerade ein dicker Kumpel von uns ist, sind wir in der Regel für eine Antwort zu haben. Und das ist auch gut so, denn nach aller Wahrscheinlichkeit fragen Ärzte nicht aus reiner Neugier nach. Selbst vermeintlich irrelevante Angaben können für die Untersuchung von hoher Relevanz sein, da sie einen neuen Blickwinkel erschließen.

Was sind Ihre Hobbies?

In den USA beginnen nun immer mehr Krankenhäuser sowie Ärzte im Allgemeinen auch private Daten ihrer Patienten aufzunehmen. Dabei sollen selbst Details angegeben werden, die auf den ersten Blick gar keinen Sinn zu machen scheinen - beispielsweise das Einkommen oder sogar die Hobbies. Abgesehen von der Freiwilligkeit der Angaben mag das Vorgehen den ein oder anderen Datenschützer auf den Plan rufen, für Medizin sowie Forschung aber könnte es von großen Vorteil sein.

Langfristige Prognosen

Immerhin zeigen Studien immer wieder unerwartete Zusammenhänge zwischen der Entwicklung von Krankheiten und den Lebensumständen der Betroffenen auf. Dank der Fülle an Daten wären Ärzte in der Lage, mögliche zukünftige Gesundheitsrisiken besser zu erkennen. Außerdem können Therapiemaßnahmen im Rahmen des Möglichen an die individuellen Geschichten der Behandelten angepasst werden.

Beim Arzt ist lügen verboten

Hierzulande kündigt sich eine derartige Datenerhebung derzeit nicht an, zudem der langfristige Nutzen noch unbelegt ist. Wesentlich wichtiger ist es ohnehin, dass jeder Patient möglichst ehrlich seinem Arzt gegenüber ist. Angst davor, unangenehme Angaben machen zu müssen, ist in Sachen Gesundheit fehl am Platz. Nur absolute Ehrlichkeit auf Seite des Betroffenen ermöglicht dem Arzt eine richtige Diagnose unter Berücksichtigung aller Umstände.

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