Vorsorgeuntersuchung - Welche ab wann?

Vorsorgeuntersuchung - Welche ab wann?: Checkliste mit Häkchen und Mann dahinter
Jedem Lebensabschnitt seine Vorsorgeuntersuchungen. (peshkova - Fotolia.com)
Ab welchem Alter empfiehlt es sich eine Mammographie, eine Darmkrebsvorsorge oder Prostatauntersuchung durchführen zu lassen? Wann welche Screenings für die unterschiedlichen Lebensabschnitte empfohlen werden.

Die einmal jährlich angebotene Gratis-Vorsorgeuntersuchung dient der Prävention und Früherkennung von Krankheiten, z.B. von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck sowie Krebs. Zusätzlich stehen für jede Altersgruppe ab dem 18. Lebensjahr eine Reihe von kostenfreien, vorsorglichen Screenings, wie z.B. das Brustkrebs-Screening-Programm für Frauen ab 45, den PAP-Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs für junge Frauen ab 18 oder die ab dem 50. Lebensjahr empfohlene Darmspiegelung zur Verfügung.

18. bis 25. Lebensjahr: PAP-Abstrich beim Gynäkologen

Frauen bekommen einmal jährlich den sogenannten PAP-Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs von der Krankenkasse bezahlt. Der Frauenarzt nimmt eine Zellprobe des Muttermundes und lässt diese im Labor prüfen. Anhand des Abstrichs können auch schon Vorstufen von Tumoren erkannt werden.

Ab dem 25. Lebensjahr: Selbstuntersuchung der Brust und Tastuntersuchung beim Frauenarzt

Mit Mitte 20 wird allen Frauen zur monatlichen Selbstuntersuchung der Brust zur Früherkennung von Brustkrebs geraten. Genaue Anweisungen zur Durchführung zuhause gibt der Arzt. Zusätzlich tastet der Gynäkologe beim jährlichen Kontrolltermin die Brust gründlich ab, um eventuelle Veränderungen oder Knoten ausschließen zu können. Auch diese Untersuchung wird von den Krankenkassen getragen, außer sie findet bei einem Wahlarzt statt (Honorarzahlung).

Ab dem 30. Lebensjahr : Zahnvorsorge und erste Mammographie

Frauen, in deren Familie Brustkrebs aufgetreten ist, sind erblich vorbelastet und haben ein höheres Risiko an Tumoren der Brust zu erkranken. Der Gynäkologe wird die Frau dann ab dem 30. Lebensjahr zum Brustkrebs-Screening überweisen. Wenn Beschwerden auftreten, ist es jederzeit möglich eine Mammographie nach Zuweisung des Arztes in Anspruch zu nehmen, auch für Frauen unter 30.

Ab 30 sollte außerdem der Fokus auf eine regelmäßige Zahnvorsorge gelegt werden. Parodontitis (chronische Zahnfleischentzündung) ist die häufigste Ursache für Zahnverlust bei Personen ab dem 30. Lebensjahr. Die Untersuchung kann entweder im Rahmen der kostenlosen Vorsorgeuntersuchung oder beim jährlichen Kontrolltermin beim Zahnarzt absolviert werden und wird von der Kasse gezahlt.

Für Frauen ab 40: Kostenloses Brustkrebs-Screening

Die mit Juli 2014 durchgeführten Erweiterungen des Brustkrebs-Screening-Programms ermöglichen alle Frauen Österreichs diese Vorsorgeuntersuchung  in Anspruch zu nehmen. In 2-jährigem Abstand können gesunde Frauen zwischen 45 und 69 mit ihrer e-card zu einem teilnehmenden Radiologen gehen. Eine Einladung oder eine Zuweisung sind nicht mehr nötig. Frauen zwischen 40 und 44 oder der Altersgruppe 70 plus können sich über die extra für diese Zwecke eingerichtete Serviceline oder ein Webformular zur Untersuchung anmelden. Sie bekommen dann ebenfalls alle 2 Jahre eine Einladung und können dann mit ihrer e-card zum Screening gehen. Wenn eine Frau - egal welchen Alters - Beschwerden hat oder zur Risikogruppe gehört, kann sie weiterhin durch den Arzt ihres Vertrauens zu einer Mammographie zugewiesen werden.

Für Männer ab 45: Untersuchung der Prostata

Männer sollten ab dem 45. Lebensjahr jährlich ihre Prostata beim Urologen untersuchen lassen, um möglichen Prostatakrebs im frühen Stadium zu erkennen. Selbst wenn keine Symptome spürbar sind, sollte die Tastuntersuchung gemacht werden. Dieses vorsorgliche Screening wird von der Krankenkasse bezahlt.

Ab 50: Darmkrebs-Früherkennung

Mit 50 erhöht sich das Risiko an Darmkrebs zu erkranken. Innerhalb der jährlichen kostenlosen Vorsorgeuntersuchung findet der sogenannte Hämoccult-Test, eine Untersuchung auf Blut im Stuhl, statt. Zusätzlich kann alle 10 Jahre eine kostenlose Darmspiegelung in Anspruch genommen werden. Dafür ist eine Überweisung eines Arztes notwendig.

Die Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie hat ein Qualitätszertifikat für die Koloskopie entwickelt. An der Aktion "Qualitätszertifikat Darmkrebsvorsorge" beteiligen sich österreichweit 215 Ärzte. Einrichtungen mit einem solchen Zertifikat ermöglichen z.B. eine sanfte Koloskopie (Medikamentengabe vor der Darmspiegelung).

Ab 65: Hör -und Sehleistung im Fokus

Mit fortschreitendem Alter treten Schwerhörigkeit und Fehlsichtigkeit gehäuft auf. Personen über 65 erhalten im Rahmen der jährlichen kostenlosen Vorsorgeuntersuchung deshalb eine genaue Prüfung von Augen und Ohren, um zum frühestmöglichen Zeitpunkt entgegensteuern zu können.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Quellen

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