5 Tipps zum Vorbräunen - So geht’s nicht

5 Tipps zum Vorbräunen - So geht’s nicht: Junge Frau liegt im Solarium
Vorbräunen im Solarium ist nicht empfehlenswert und schützt nicht vor Sonnenbrand im Urlaub. (.shock - Fotolia.com)
Viele schwören darauf, sind sich der hautschädigenden Wirkung aber nicht bewusst: Vorbräunen der Haut im Solarium vor dem Urlaub. Hautarzt Dr. Ichiro Okamoto klärt im Gespräch mit gesund.at auf.

In den Köpfen zahlreicher Sonnenanbeter hat sich der gedankliche Fehlschluss manifestiert, dass das Bräunen unter der künstlichen UV-Strahlung der Haut gut tut und man weniger schnell einen Sonnenbrand bekommt. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall: die Haut wird doppelter Belastung, zuerst durch das Solarium und dann durch die Urlaubssonne ausgesetzt. Schutz durch Sonnencreme bleibt die einzige effektive Methode gegen Sonnenbrand und späteren Hautkrebs. 5 Tipps für einen besseren Umgang mit der Sonne.

Tipp 1: Schrittweises Gewöhnen an die Sonne statt Vorbräunen.

Dr. Ichiro Okamoto:

"Viele glauben, dass Vorbräunen im Solarium auf die Sonne vorbereitet, aber eine entsprechende seriöse Studie, die diese Hypothese bestätigt, gibt es nicht. Bräunung an sich stellt die Reaktion zum Schutz der Haut auf die ultravioletten Strahlen dar. Daher ist die einzig sinnvolle Maßnahme eine natürliche, schrittweise Gewöhnung an die intensivere Sonne durch Sonnenschutzmaßnahmen am Urlaubsort. Bräunen im Solarium an sich erhöht das Risiko an Hautkrebs zu erkranken maßgeblich, wie bereits zahlreiche Studien gezeigt haben. Dazu kommt, dass die Anwendungen bevorzugt dann durchgeführt werden, wenn die Haut besonders hell und damit sehr anfällig für Sonnenschäden ist (sowohl für unmittelbare als auch nachhaltige Schäden). Besonders Menschen mit helleren Hauttypen, die schwer bräunen, teilen oft die Ansicht, sie würden durch Vorbräunen in Solarien ihre Haut besser vorbereiten. Allerdings benötigen gerade diese Hauttypen eine langsamere, schrittweise Bräunung und tragen ein höheres Risiko für Folgeschäden durch die künstliche Strahlung."

Tipp 2: Verzichten Sie auf Solarien!

Dr. Ichiro Okamoto:

"Ich rate vom Vorbräunen im Solarium ab. Dunklen Hauttypen macht es weniger aus, als hellen. Leider sind es gerade helle Hauttypen, welche sich eine Solarien-Bräune wünschen, damit sie in Badekleidung nicht so "weiß" aussehen. Prinzipiell ist festzuhalten, dass Vorbräunen im Solarium auf keinen Fall vor Sonnenbrand schützt, man schadet der Haut eher doppelt: die Haut wird zuerst durch die UV-Strahlung im Solarium und später durch die Sonneneinstrahlung belastet."

Tipp 3: Nie ungeschützt in der Sonne bräunen.

Dr. Ichiro Okamoto:

"An erster und wichtigster Stelle steht der Schutz durch entsprechende Sonnenschutzmittel. Um diese kommt man nicht herum. Mit Nahrungsergänzungsmitteln, die z.B. den sekundären Pflanzenstoff Beta-Carotin enthalten, lässt sich die Eigenschutzzeit der Haut minimal erhöhen. Das macht also nur als zusätzliche Maßnahme zu Sonnencreme und Co Sinn, denn vor Sonnenbrand schützen die Tabletten nicht. Sonnenbaden, vor allem mit Maß und Ziel ist aber nicht generell schlecht. Den Irrglauben, dass man nach Bräunung im Solarium ungeschützt in der Sonne liegen kann, halte ich jedoch für sehr gefährlich. Das Risiko für Sonnenbrand und späteren Hautkrebs steigt dadurch mit Sicherheit an und Nutzen gibt es in keiner Hinsicht. Viele Menschen wollen aber gerade wegen der hellen Haut nicht bleich wirken. Das führt unweigerlich entweder zur Verwendung von Solarien oder sogar zum Vermeiden von Sonnencremen. Wenn Sie Sonnenschutzmittel verwenden, verhindern Sie einen Sonnenbrand. Sie werden jedoch mit der Zeit dunkler. Natürlich gibt es hier wieder Unterschiede in der Intensität der Farbe, jedoch die ist von der Natur gegeben und zum Glück Teil der persönlichen Identität."

Tipp 4: Bräune als Schutzreaktion erkennen.

Dr. Ichiro Okamoto:

"Die Bräunung der Haut stellt eine Schutzreaktion des Körpers auf UV-Licht dar. Zum Glück hält der menschliche Körper Vieles aus. Das nicht zuletzt, da der menschliche Körper Reparaturmechanismen besitzt. Ohne diese würden wir schon im Kindesalter an Hautkrebs erkranken. Aus dieser Sicht ist UV-Licht eigentlich etwas Schädliches und die Bräunung eine Verteidigung unseres Körpers gegen die schädliche Wirkung von UV-Einwirkung. Ich möchte jedoch die Sonne keinesfalls verteufeln. Natürlich sind der Aufenthalt und die Bewegung im Freien sehr wichtig und sollten nicht zu kurz kommen, nicht zuletzt für die Produktion von Vitamin D und die ganzheitliche Gesundheit: Bewegung im Freien beugt Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Übergewicht, Osteoporose etc. vor."

Tipp 5: Selbstbräuner schützt nicht vor Sonnenbrand!

Dr. Ichiro Okamoto:

"Selbstbräuner bieten keinen Schutz vor der Sonne und färben lediglich die Haut dunkel. Eigentlich ist der Begriff "Selbstbräuner" somit irreführend, da er nicht bräunt sondern färbt."

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Univ.-Prof.

Dr. Ichiro Okamoto

Hautarzt

www.hautarztokamoto.at

Gesundheitskompass

Quellen

  • Interview mir Dr. Ichiro Okamoto am 28.04.2014 in Wien

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