So schnell verbreiten sich Viren im Büro

So schnell verbreiten sich Viren im Büro: Frau mit Taschentuch telefoniert
Regelmäßiges Händewaschen mit normaler Seife ist eine gute Möglichkeit sich vor Keimen zu schützen. (Picture-Factory - Fotolia.com)
Sich wegen einer "kleinen Erkältung" krankschreiben zu lassen, wird in vielen Büros nicht gerne gesehen. Doch nun zeigt eine Studie, wie schnell sich Viren in Büros ausbreiten, selbst wenn diese lediglich auf den Händen einiger weniger Mitarbeiter platziert wurden.

Die Forscher der University of Arizona wollten überprüfen, wie schnell und wohin sich Viren in einem Büroraum verbreiten. Um die Teilnehmer der Studie, die einem regulären Büro stattfand, nicht zu gefährden, verwendeten die Wissenschafter ein Virus, der nicht tatsächlich krank macht. Doch das Virus glich in Größe und Überlebensfähigkeit einem Erkältungs- oder Magen-Darm-Virus, weshalb sich die Ergebnisse der Studie auf eine alltägliche Büro-Situation ummünzen lassen.

Viren in Büroküche und Arbeitsoberflächen zu finden

Alle Mitarbeiter bekamen einige Tropfen Wasser auf ihre Hände, doch nur wenige davon enthielten das Virus. Die Studienteilnehmer wussten dabei nicht, ob sie selbst Überträger des Virus waren, und bekamen die Anweisung, regulär ihrem Arbeitstag nachzugehen. Innerhalb von nur vier Stunden waren Viren überall im Büro zu finden: Die Hälfte aller berührten Oberflächen und die Hände von 50 % der Mitarbeiter wiesen das Virus auf. So war es auch auf Telefonen, Mikrowellen und der Kaffeemaschine zu finden.

Da Viren aber über Mund und Nase direkt in den Körper gelangen können, sollte besonders der Kontakt mit Essutensilien und Gegenständen, die in Gesichtsnähe kommen, vermieden werden. Eine Übertragung des Virus kann über infizierte Oberflächen, aber auch durch einen Händedruck zur Begrüßung erfolgen.

Kontakt mit Viren bedeutet nicht gleich Erkrankung

Auch, wenn diese Zahlen erschreckend klingen mögen, muss man sich nicht vor einer sofortigen Infektion fürchten. Die Forscher teilten mit, dass für die Mitarbeiter in dem Studienbüro eine 30 %ige Chance bestand, sich tatsächlich zu infizieren, wenn es sich um ein echtes Virus gehandelt hätte. Denn alleine der Kontakt zu einem Virus reicht nicht für eine Erkrankung aus. Das Virus muss nicht nur auf einer Oberfläche vorhanden sein, sondern zudem in ausreichender Konzentration. Und selbst, wenn dies gewährleistet ist, kann bereits eine Immunität gegen das Virus bestehen. Ein starkes Immunsystem kann zudem vor einem Virus schützen, selbst wenn der Körper noch nie damit in Kontakt gekommen ist.

Was kann man tun, um sich zu schützen?

Zwar kann ein regelmäßiges Desinfizieren der Hände eine Viruserkrankung vorbeugen, doch das ist nicht unbedingt der beste Weg ist, sich zu schützen. Denn Desinfektionsmittel zerstören nicht nur bösartige Viren, sondern auch die gutartige Hautschutzbarriere. Ein regelmäßiges Händewaschen mit normaler Seife (nicht antibakteriell) ist also eine bessere Maßnahme. Auch sollte man vermeiden, das eigene Gesicht zu berühren, da so Viren leicht in den Körper gelangen. Erwachsene berühren aber ihr Gesicht im Durchschnitt 16 Mal pro Stunde - es besteht also noch großes Verbesserungspotential. Neben einer Stärkung des eigenen Immunsystems ist es zudem sinnvoller, Bürooberflächen zu desinfizieren, als die Hände der Mitarbeiter. So wird einer Verbreitung von Viren effektiv entgegengewirkt.

Maßnahmen wie diese können die Übertragung von Krankheiten im Büro deutlich verringern. Doch neben diesen Schritten betonten die Forscher der University of Arizona auch, dass Mitarbeiter schlichtweg besser zu Hause bleiben sollten, wenn sie krank sind. Viele Mitarbeiter fühlen sich auch bei Krankheit gegenüber ihrem Arbeitgeber und ihren Kollegen verpflichtet, in die Arbeit zu kommen, so die Wissenschafter. Doch sie sollten sich bewusst machen, dass ein Betrieb durch eine Infektion mehrerer Mitarbeiter viel größere Verluste schreibt, als wenn ein einzelner Mitarbeiter sich zu Hause erholt, bis er keine Gefahr mehr darstellt.    

Quellen

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