Verhütung: Fehlende Infos

Paar sitzt im Bett und küsst sich
Verhütung kann ihre Tücken haben, fast jedes 2. Paar wird manchmal damit konfrontiert (Henry Schmitt - Fotolia.com)

4 von 10 Paaren hatten in den letzten Jahren mindestens eine Verhütungspanne, insbesondere bei der Verwendung der "Pille" und der "Pille danach" gibt es noch viele offene Fragen.

8 von 10 Österreichern fühlen sich zum Thema Verhütung gut informiert, allerdings waren sich bei einer aktuellen Umfrage anlässlich des Weltverhütungstages am 26. 09. 1/3 der Befragten bei manchen Antworten doch sehr unsicher.

Besonders bei den Themen "Pille danach" und "Pille" halten sich noch hartnäckig noch einige Irrtümer: 

  • Pille: Das hormonelle Verhütungsmittel Pille schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheit, wie vielfach angenommen, sie soll eine ungewollte Schwangerschaft vermeiden. Vor einer Ansteckung mit sexuell übertragen Krankheiten (HIV, Chlamydien, HPV…) schützt nur die Verwendung eines Kondoms.
  • Pille danach: Nur 39 Prozent wussten, dass man die "Pille danach" rezeptfrei in der Apotheke bekommt. Zwei Drittel sind der Meinung, dass die "Pille danach" wie ein Schwangerschaftsabbruch wirkt. Tatsächlich kommt es durch die "Pille danach" zu gar keiner Befruchtung

Verhütungskoffer neu

Passend zu den Studienergebnissen, die unter 500 Teilnehmern ermittelt wurden, präsentiert die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF) den neuen Verhütungskoffer "Deluxe". Er weist eine große Bandbreite an Verhütungsmethoden auf. In den 80er Jahren als "Sex-Koffer" bekannt geworden, wird er seitdem von Lehrkräften und Jugendzentren verwendet, um Jugendlichen nicht nur vor dem „ersten Mal“ die unterschiedlichen Verhütungsmethoden z. B. die Spirale näherzubringen. Die "Deluxe" Edition wurde mit einem Diaphragma, einem Femidom und einem Kondom-Demonstrator (Holz) erweitert. Dadurch können die Jugendlichen einen sehr guten Überblick über die aktuellen Verhütungsmethoden gewinnen.

Ungewollte Schwangerschaft

 "87 Prozent aller Teenagerschwangerschaften sind ungewollt und werden zu 25 Prozent erst deutlich jenseits der 20. Schwangerschaftswoche diagnostiziert, dies ist begründet durch die Verdrängung sowohl durch die Jugendlichen als auch durch die Ärzteschaft", so Dr. Thorsten Graf, Vorstandsmitglied der ÖGF und Facharzt für Frauenheilkunde und weiter: "Nur durch professionelle Sexualaufklärung, Schaffen eines von Kindheit an erlernten positiven Körperbewusstseins und eines vom Sozial- und Bildungsgrad unabhängigen Zugangs zu Information, Aufklärung und Verhütungsmitteln lassen sich ungewollte Schwangerschaften und sexuell übertragbare Krankheiten aber auch Missbrauch, Mobbing, Essstörungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch minimieren."  

Des Weiteren betreibt die ÖGF First Love Beratungsstellen, Experten helfen Jugendlichen anonym, kostenlos und ohne Voranmeldung bei den Themen Sexualität, Verhütung und Liebe weiter. Während der Beratungszeiten steht eine Gynäkologin für Untersuchungen zur Verfügung. 

Weiterführende Informationen

Quellen

  • Presseaussendung der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung am 25.09.2014

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