Ältere Väter, kränkere Kinder?

Ob Vaterschaft ab 40 wirklich ein Risiko ist, spaltet die Wissenschaft. (labalajadia - Fotolia.com)

Im Vergleich zu früher verschiebt sich die Familienplanung bei den meisten Menschen immer mehr nach hinten. Wie das die Aussichten des Kindes beeinflusst, klärt eine neue Studie.

In den frühen 1980ern war die durchschnittliche Österreicherin bei der Geburt ihres ersten Kindes gerade einmal 24 Jahre alt. Gut 30 Jahre später ist die frischgebackene Mama hierzulande im Schnitt bereits 29. Der Siegeszug der Individualität hat auch beim anderen Geschlecht zu einer Verschiebung geführt. Österreichische Väter weisen bei der Geburt des Kindes ein Durchschnittsalter von deutlich über 30 Jahren auf.

Väter werden immer älter

In vielen westlichen Ländern ist im 21. Jahrhundert ein ähnlicher Trend festzustellen. So stellte man etwa in Großbritannien schon 2006 fest, dass 40% der geborenen Kinder Väter im Alter zwischen 35 und 54 haben. Etwas später im Leben Nachwuchs in die Welt zu setzen, ist in unserer Gesellschaft also längst keine Seltenheit mehr. An der renommierten Universität Stanford in Kalifornien untersuchten Wissenschafter nun, wie sich diese Verschiebung auf die Kinder selbst auswirkt.

Stabilere Situation

Demnach birgt die Vaterschaft ab 40 wenig überraschend finanzielle Vorteile. Wer schon mit 20 Jahren Kinder in die Welt setzt, hat im Schnitt weit weniger Ressourcen zur Verfügung als ältere Eltern. Abgeschlossene Ausbildungen und weiter hinauf gekletterte Karriereleitern sind die recht einfache Erklärung dafür. Das höhere Alter des Vaters macht sich zudem in der Schule bemerkbar, wo deren Kinder überdurchschnittlich gut abschneiden.

Geringere Spermaqualität

Gewisser Risiken sollte man sich im Falle eines etwas späteren Kinderwunsches allerdings bewusst sein. Frühere Studien legten bereits nahe, dass die Spermaqualität eines Mannes im Laufe der Jahre abnimmt. So erhöht sich Erhebungen zufolge das Risiko auf die Entwicklung von Autismus, neurologischen Krankheiten oder einer psychischen Störung. Der Zusammenhang zwischen Gesundheit des Kindes und Alter des Elternteils ist bei Müttern dennoch weitaus stärker ausgeprägt als bei Vätern.

Gesundheits-Lotterie

Michael Eisenberg, Urologe und Hauptautor der aktuellen Studie, rät Männern über 40 daher nicht vom Kinderwunsch ab. Er vergleicht die Gesundheit des Kindes mit einer Lotterie. Ältere Väter würden demnach einfach ein zweites Los kaufen, sinngemäß das geringe Risiko auf eine Erkrankung des Nachwuchses also verdoppeln. Insgesamt mache dies aber keinen großen Unterschied, da die Gefährdung nach wie vor extrem gering sei.

 

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