Under the Red Dress: Mutige Frau zeigt Krebs-Narben

Under the Red Dress: Mutige Frau zeigt Krebs-Narben: Bild einer Frau mit rotem Kleid, daneben mit freiem Oberkörper und Narben einer Krebs-Operation
"Die Narben sind nicht hässlich - Sie bedeuten, dass ich am Leben bin.“ (Screenshot (www.underthereddress.com))
Eine junge Australierin sorgt zurzeit im Internet für rege Aufmerksamkeit rund um das Thema Brustkrebs. Beth Whaanga zeigt unter dem Titel "Under the Red Dress" (Übersetzung: unter dem roten Kleid) ihren vom Krebs gezeichneten Körper.

Der aufrüttelnden Aktion schlossen sich in nur kurzer Zeit auf Facebook über 44.000 User an. Sie möchte damit auf die Erkrankung aufmerksam machen, ihre Erfahrungen und ihr Schicksal mit anderen Betroffenen teilen und darauf hinweisen, wie wichtig die regelmäßige Brustkrebsvorsorge ist. Die Fotos ihres von Operationen vernarbten Körpers rütteln auf, machen aber auch Mut und vermitteln anderen kranken Frauen, dennoch selbstbewusst und stark zu bleiben.

Brustkrebs in Bildern

Alles fing damit an, dass sich die 33-jährige Beth nur für private Zwecke von einer befreundeten Fotografin in glamourösem Outfit - in einem roten Kleid - und dazu im Kontrast völlig nackt, mit Operations-Narben als sichtbare Spuren ihrer Krebserkrankung ablichten ließ. Aufgrund einer Genmutation hat Beth ein besonders hohes Risiko erneut an Brustkrebs und auch an Eierstockkrebs zu erkranken. Die Mutter von 4 Kindern ließ sich deshalb vorsorglich beide Brüste amputieren, als auch die Eierstöcke und die Gebärmutter entfernen. Die geschossenen Bilder ermutigten sie, die Initiative "Under the Red Dress" auf Facebook zu starten und dort die Aufnahmen ihres Körpers der Öffentlichkeit zu zeigen.

44.000 Likes in 7 Tagen

Die Resonanz auf "Under the Red Dress" ist bemerkenswert: Über 44.000 Likes konnte Beth nach nur 7 Tagen des Bestehens der Seite auf Facebook sammeln, betroffene Frauen kommentieren ihre Fotos und posten ebenfalls Bilder ihrer vom Krebs und den Therapien angegriffenen Körper. Beth begrüßt die Besucher ihrer Online-Initiative mit der Einladung, ihre eigenen Geschichten zu Krebs im Rahmen des Projektes zu erzählen. Interessierte können sich bei ihr und der beteiligten Fotografin melden und sich wie Beth fotografieren lassen.

Von einer mutigen Frau und Barbies mit Glatze

Beth Whaanga's Kampagne steht dafür mehr Aufmerksamkeit für das sensible Thema Brustkrebs zu schaffen. Sie möchte den Kontrollverlust über den eigenen Körper darstellen und wie sehr die Diagnose Krebs das Leben verändern kann. Außerdem ist es der Australierin ein großes Anliegen, dass Frauen zur Mammographie gehen und sich in regelmäßigen Abständen auch selbst die Brust abtasten. Die junge Frau gilt derzeit als geheilt, kann sich also mit ganzer Kraft ihrer Initiative "Under the Red Dress" widmen und Frauen mit Brustkrebs eine Plattform zum Austausch mit Gleichgesinnten geben.

Auch andere Projekte setzten sich in jüngster Vergangenheit damit auseinander, wie das Leben mit einer Krebserkrankung besser gemeistert werden kann. So werden in manchen Krankenhäusern (originale) Barbie-Puppen mit Glatze und unterschiedlichsten Perücken verkauft. Sie sollen krebskranken Kindern Trost schenken und Identifikation mit der Erkrankung erleichtern. Auch diese Aktion nahm ihren Anfang auf Facebook: Auf der Fan-Page forderten über 100.000 Menschen eine Puppe mit Glatze für Kinder mit Krebs ein. Die Herstellerfirma reagierte und produzierte eine Version von Barbie ohne Haare, allerdings nur für die USA und Kanada.

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
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Quellen