Vom Umgang mit Schwerkranken und Sterbenden

"Palliative Care" wird als Konzept definiert, bei dem die Lebensqualität Schwerkranker und Sterbender, sowie deren Familien im Vordergrund steht. ( Ljupco Smokovski - Fotolia.com)

"Ein gutes Leben bis zuletzt", das wünscht sich jeder Mensch. In vertrauter Umgebung und mit bestmöglicher Lebensqualität das Lebensende zu verbringen, ist ein großes Anliegen Schwerkranker und Sterbender.

Die Tiroler Hospiz Gemeinschaft begleitet und betreut diese Menschen in unterschiedlicher Weise. So etwa arbeitet das Mobile Hospiz- und Palliativteam in Ergänzung zu einem bereits bestehenden Betreuungs- und Pflegesystem. Ehrenamtliche Hospizbetreuung ist ein Besuchsdienst für schwerkranke und sterbende Menschen zuhause, im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen. Eines haben all diese Teams gemeinsam: professionelles Handeln im Sinne einer palliativen Betreuung, die den Blick auf den Menschen in seiner Ganzheit richtet. Palliativ bedeutet nicht nur Sterbebegleitung, sondern eine ganzheitliche Betrachtung einer unheilbaren Krankheitssituation in der das Therapieziel neu definiert wird.

Was ist "Palliative Care"?

Die WHO hat bereits 2002 den Begriff "Palliative Care" als ein Konzept definiert, bei dem die Lebensqualität Schwerkranker und Sterbender, sowie deren Familien verbessert werden soll. Dabei geht es einerseits um die Linderung von Schmerz und Leiden, aber auch um ein frühes Erfassen und Behandeln, das physische und psychosoziale Komponenten einbezieht. "Palliative Care" richtet den Blick auf den Menschen in seiner Gesamtheit und vereint interdisziplinäre medizinische Ansätze mir Pflege des Betroffenen und Unterstützung der Angehörigen.

Leistungen der Mobilen Betreuung

Lebensqualität bis zuletzt

Durch die frühzeitige Einbindung des Palliativteams kann oft ein guter und auch noch sinnvoller Weg gegangen werden, wenn beispielsweise der Betroffene und dessen Angehörige Ermutigungen in verschiedenen Situationen benötigen. Aufgabe des Teams ist es auch, ein Versorgungsnetz für Betroffene und deren Angehörige aufzubauen.

Vorausschauende Planung

Ein wesentlicher Schwerpunkt dabei liegt auf einer vorausschauenden Planung, die ein Eingehen auf die zu erwartende Symptome (Schmerz, Atemnot, Angst usw.) einschließt. Auch eine gute Vernetzung mit dem gesamten Behandlungsteam kann die Zeit zuhause und oft auch ein Versterben in der häuslichen Umgebung ermöglichen.

Individuelle Begleitung

Die zentrale Aufgabe, die das Team gemeinsam mit Betroffenen und Angehörigen zu bewältigen hat, liegt in der Frage: was hat Sinn und wodurch kommt es nur zu Belastung? Information, Einschulung und Beratung, sowie gemeinsame Überlegungen zur palliativen Pflege sind daher wichtige Grundlagen, die die Lebensqualität in dieser schwierigen Situation verbessern können.

Mitunter kann eine mobile Betreuung hier die bestmögliche Option sein. Das Mobile Hospiz- und Palliativteam arbeitet mit Hausärzten, diplomierten Krankenschwestern und Pflegern, einer Sozialarbeiterin und geschulten ehrenamtlichen MitarbeiterInnen zusammen. Diese Teams bieten unter anderem:

  • Schmerzpumpenbetreuung
  • Behandlung schwieriger körperlicher Leiden und Symptome
  • Krisenintervention
  • Beratung in psychischen, finanziellen und sozialen Fragen
  • Begleitung der Angehörigen
  • Trauerbegleitung

Ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst gibt Betroffenen und deren Angehörigen Sicherheit, nicht alleingelassen zu werden. Das Team steht jederzeit zur Seite, dieses Angebot soll in ganz Tirol zugänglich gemacht werden.

Ehrenamtliche Mitarbeiter

Ohne ehrenamtliche MitarbeiterInnen wäre diese Aufgabe allerdings nicht zu bewältigen. Derzeit stehen 18 ehrenamtliche MitarbeiterInn in Hospizgruppen zur Verfügung, die schwer kranke und sterbende Menschen und deren Angehörige in den Bezirken begleiten. Jeder dieser Mitarbeiter hat eine umfassende Ausbildung absolviert, um Menschen in der letzten Lebensphase die bestmögliche Lebensqualität zu sichern. Sie schenken Betroffenen nicht nur Zeit, sondern auch Angehörigen Entlastung - aber auch Trost und Halt in Zeiten des Abschieds und der Trauer.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Quellen

  • Interview mit DGKS Annelies Unterweger, Leitung des mobilen Palliativteams des BKH Lienz sowie mit DGKS Reinhilde Tabernig, Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, Regionalbeauftragte für Osttirol

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