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Übergewicht fördert Lebererkrankungen

In diesem Bild ging es der Geflügelleber an den Kragen - bei schlechter Ernährung trifft es die Menschenleber. (Marek Gottschalk - Fotolia.com)

Dass immer mehr Menschen von Übergewicht betroffen sind, ist auch für die Leber keine gute Nachricht. Ein erhöhter BMI steigert nämlich auch deren Erkrankungsrisiko, wie eine neue Studie belegt.

Von manchen zur Dramatik neigenden Experten wird Übergewicht gerne mal als die große Epidemie des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Unabhängig davon, ob man sich solchen Formulierungen hingeben möchte, sind erschütternde Fakten nicht von der Hand zu weisen. Einerseits belegen Studien schon seit Jahren, wie ein zu hohes Körpergewicht unsere Gesundheit belasten kann. Andererseits ist Übergewicht am Vormarsch, immer mehr Menschen sind davon betroffen.

Hoher BMI, hohes Risiko

Schwedische Wissenschafter konnten nun aufzeigen, wie sehr man mit schlechter Ernährung schon in jungen Jahren die Leber schädigen kann. Die Daten von mehr als 1 Million schwedischen Männern wurden im Rahmen der Untersuchung analysiert. In der Auswertung zeigte sich ganz deutlich, dass ein erhöhter BMI im jungen Erwachsenenalter das Risiko auf eine Lebererkrankung später im Leben steigen ließ.

Diabetiker stärker gefährdet

Übergewichtige Männer sind demnach statistisch gesehen um 50% stärker gefährdet, irgendwann eine entsprechende Krankheit zu entwickeln. Noch drastischer ist der Effekt, wenn die Betroffenen zusätzlich Typ 2-Diabetiker sind bzw. werden. In diesem Fall steigert sich das Risiko auf das Dreifache des ursprünglichen Durchschnittswertes. Die Autoren wollen mit ihrer Studie darauf hinweisen, wie wichtig es ist, schon in jungen Jahren auf ein gesundes Körpergewicht zu achten.

Achtung bei Fructose

Wer sich seiner Leber zuliebe besser ernähren möchte, sollte jedenfalls nicht dem Fructose-Hype verfallen. Der Fruchtzucker wird zwar gerne als gesunde Alternative zum Traubenzucker genannt, birgt in Wahrheit aber seine eigenen Gefahren. Für unseren Körper ist der Abbau von Fructose ganz schön mühsam, so wird etwa die Ansammlung von Bauchfett riskiert. Und genau das wird immer wieder mit Leber- sowie Herzerkrankungen in Zusammenhang gebracht.

Schnell den BMI ausrechnen

Doch wie steht es aus Gesundheitsperspektive eigentlich um meine eigene Statur? Um diese Frage zu beantworten, kann man sich eben an den Body Mass Index wenden. Dabei wird das Gewicht in Kilogramm durch die Körpergröße in Meter zum Quadrat dividiert. So kompliziert wie das klingt, ist das gar nicht. Nehmen wir einmal an, Sie seien 1,75m groß und wiegen 75 Kilogramm. Ihr BMI würde sich dann wie folgt errechnen:

                  75

BMI = --------------- = 24,5

           1,75 x 1,75

Sie würden also einen BMI von 24,5 aufweisen. Mit dieser vermeintlich bedeutungslosen Zahl könnten Sie sich nun an die Tabelle der Weltgesundheitsorganisation WHO richten:

Body Mass Index

Bedeutung

Unter 18,5

Untergewicht

18,5 – 25

Normalgewicht

25 – 30

Übergewicht (Präadipositas)

30 – 40

Starke krankhafte Fettleibigkeit (Adipositas)

Über 40

Sehr starke krankhafte Fettleibigkeit (starke Adipositas)

Umstrittenes Instrument

Die fiktive Person aus unserem Beispiel könnte sich also um einen gerade noch im Idealbereich liegenden Wert freuen. Unumstritten ist der BMI allerdings nicht, vor allem die niedrig angesetzte Untergewicht-Grenze ist vielen Experten ein Dorn im Auge. Unser 1,75m großes Versuchskaninchen müsste beispielsweise schon weniger als 57 Kilogramm wiegen, um in dieser Rechnung als gefährlich mager eingestuft zu werden. Sofern das Ergebnis kritisch hinterfragt wird, ist der BMI für eine erste Orientierung aber sicherlich ein geeignetes Instrument.

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