TOXFOX: Mit App gegen Chemikalien in Kosmetik

TOXFOX: Mit App gegen Chemikalien in Kosmetik: Frau steht vor Kosmetikregal
Einfach mit der App den Produkt-Code scannen und alles über die Inhaltsstoffe erfahren. (Robert Kneschke - Fotolia.com)

Fast die Hälfte aller gängigen Kosmetika enthält Chemikalien, die sich negativ auf den menschlichen Körper auswirken können. Die App TOXFOX von Global 2000 soll die Inhaltsstoffe nun für jeden transparent machen.

Die Gratis-App funktioniert auf allen Smartphones und Tablets. Das "Tox" im Namen ist dabei eine Anspielung auf mögliche "toxische" Stoffe, die in Shampoo, Duschgel und Co. häufig zu finden sind. Das Konzept des Apps ist einfach: Das Produkt wird mit der Handy-Kamera gescannt und nur Sekunden später erfährt man, ob es bedenkliche Inhaltsstoffe enthält. Ein eindeutiges Symbol zeigt dabei, ob das Produkt gekauft werden sollte, und falls nicht, welche kritischen Chemikalien konkret enthalten sind. Besonders häufig sind gefährliche Chemikalien in Konservierungsmitteln und UV-Filtern zu finden. Die App erleichtert dem Konsumenten die Kaufentscheidung.

Hormonähnliche Stoffe sind schädlich

Besonderes Augenmerk legen die Hersteller der App auf hormonähnliche Stoffe in Kosmetika. Diese chemischen Inhaltsstoffe ähneln dem menschlichen Östrogen und können über die Haut in den Körper gelangen. Die Haut ist teilweise durchlässig - so kommen erwünschte Wirkstoffe, aber auch gefährliche Konservierungsmittel in tiefere Schichten, wo sie Schaden anrichten können. Nimmt der Körper fremde Stoffe als Östrogene (weibliche Hormone) wahr, kann dies bestimmte Entwicklungsprozesse stören. Ungeborene, Kinder und Jugendliche gelten dabei als besonders gefährdet, da sich ihr Körper noch im Wachstum befindet.

Synthetische Inhaltsstoffe, die Hormone imitieren, sind jedoch nicht akut giftig. Gerade deshalb sind ihre Langzeitwirkungen schwierig abzuschätzen. Manche Studien weisen jedoch einen Zusammenhang zu teils schwerwiegenden Gesundheitsproblemen nach. Auf der Liste dieser Erkrankungen stehen etwa Gedächtnisstörungen, manche Krebsarten und Herzkreislaufprobleme.  

Gesamtbelastung zu hoch

Je mehr bedenkliche Kosmetika verwendet werden, desto größer ist der Schaden. Würde nur ein Produkt an die Haut gelangen, wäre es weniger schlimm. Durch die Vielzahl an Kosmetika, die jeder täglich verwendet, addieren sich die über den Körper aufgenommen Fremdstoffe jedoch. Wenn also Shampoo, Duschgel, Bodylotion, Deo und Zahnpasta alle hormonähnliche Inhaltsstoffe aufweisen, kann schnell ein verträgliches Level überschritten sein. Bei Babys und Kindern ist dieses Level besonders niedrig.

Vielleicht erscheint es unrealistisch, sich vor allen schädlichen Inhaltsstoffen in Kosmetika zu schützen. Doch mit Apps wie "Toxfox" kann man durch einen gezielten Produktkauf die Menge an aufgenommenen Stoffen reduzieren. Eine Einschränkung der Belastung kann bereits das potentielle Gesundheitsrisiko herunterschrauben. 

Quellen

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