Tennisarm (Tennisellenbogen)

Tennisarm (Tennisellenbogen): Tennisspieler mit Schläger
90 % der Menschen, die an einem Tennisarm laborieren, sind keine Tennisspieler. (herl - Fotolia.com)

Ein Tennisarm entsteht, wenn eine monotone Bewegung Oberarmknochen und Ellenbogensehne reizt und sich daraus eine Entzündung entwickelt.

Der Tennisarm ist nicht nur Tennisspielern vorbehalten. Auch Diskuswerfer, Squash-Spieler, Gärtner oder Geiger sind davon betroffen. Typisches für den Tennisarm sind immer stärker werdende Schmerzen am Ellenbogengelenk. In diesem Fall hilft eines: Schonen, physikalische Therapie und gezielte Krankengymnastik. Auf eine zusätzliche Belastung des Ellenbogens durch Sport muss vorübergehend verzichtet werden. Ein Tennisarm ist in den meisten Fällen mit konservativer Therapie und Krankengymnastik wieder heilbar.

Überblick 

Tennisarm - mögliche Ursachen 

90 % der Menschen, die an einem Tennisarm laborieren, sind keine Tennisspieler. Die Bezeichnung deutet vielmehr auf ein falsches und zu Überlastungsschäden führendes Bewegungsmuster hin, das beim Tennisspielen praktiziert wird, aber auch bei vielen anderen monotonen belastenden Abläufen, wie etwa

  • Golfen
  • Badminton
  • Tischtennis
  • durch lange Arbeit mit der Computer-Maus
  • durch Klavier- oder Geigenspielen

Ursache für die auftretenden Schmerzen ist daher eine Überlastung von Muskeln und Sehnen, die durch monotone, einseitige Bewegungsabläufe noch begünstigt wird und zu einer Reizung des Sehnengewebes am Ellenbogen führt.

Das Ellenbogengelenk

Vom Ellenbogengelenk gehen mehrere Sehnen aus, die Verbindung zwischen Knochen und Muskeln, die den Ellenbogen bewegen. Am Vorsprung des Oberarmknochens ist die Muskulatur befestigt, die es ermöglicht, Hand und Finger zu strecken. Durch monotone Bewegungen oder Überlastung kommt es zu einer Reizung und in der Folge zu einer Entzündung der Ellenbogensehne, man spricht von einem Tennisarm. Typisch dafür sind die Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, der Knochenvorsprung ist bei Berührung oder Druck schmerzempfindlich, Schwellungen sind allerdings eher selten.

Wie erkennt man einen Tennisarm?

Meist äußert sich ein Tennisarm zunächst durch kraftlose Hände, sowie Schmerzen am Ellenbogenknochen oder –muskel. Diese treten anfänglich jedoch nur auf, wenn der Arm belastet wird. In der Folge aber verstärken sich die Schmerzen und machen sich auch ohne Belastung in Ruhe bemerkbar, sie können schon auftreten, wenn der Betroffene eine Faust macht oder einen Drehverschluss öffnen möchte.

Die Vorgeschichte und eine ärztliche Untersuchung bestätigen die Diagnose. Der Arzt führt dazu spezielle Tests durch, so muss der Betroffene beispielsweise den Mittelfinger oder das Handgelenk gegen Widerstand strecken. Tritt dabei Schmerz auf bzw. reagiert der Betroffene auf Druckschmerz an den Sehnenansätzen, sind dies für einen Tennisarm charakteristische Symptome. Wichtig ist es jedoch, eine genaue Diagnose zu erheben. Es gilt auszuschließen, dass es sich z.B. um eine Arthrose oder um Probleme an der Halswirbelsäule handelt, die zum Ellenbogen ausstrahlen.

Tennisarm - welche Therapiemöglichkeiten gibt es? 

Ein Tennisarm kann üblicherweise mit einer konservativen Therapie behandelt werden. Nur 10 % der Betroffenen müssen operiert werden. Erstes Grundprinzip ist es, die Überlastungen, die die Schmerzen verursacht haben, zu vermeiden und mit entsprechender Physiotherapie oder Ergotherapie zu beginnen. Dabei werden u.a. die unteren Streckmuskeln sanft gedehnt. Ziel ist es weiters, den Schmerz auszuschalten und durch passives und aktives Bewegungstraining den schmerzenden Bereich zu entlasten. Salben oder Cremes erleichtern den Schmerz, auch Bandagen können die betroffene Armpartie schützen und stützen. Bei heftigen Schmerzen kann der Arzt auch Kortisonspritzen verabreichen. Jüngste Studien jedoch bestätigen, dass eine gezielte Gymnastik auf lange Sicht effizienter im Kampf gegen Schmerzen ist.

Weitere Therapiemöglichkeiten

  • Akupunktur,
  • Kälte- und Wärmebehandlung
  • Ultraschallbehandlung, Elektrotherapie
  • Kinesio-Taping (durch das Auftragen elastischer Klebebändern wird die Bewegung der Muskulatur stimuliert, der Schmerz durch Beeinflussen der Rezeptoren verringert)

Keine eindeutigen Ergebnisse gibt es für Verfahren wie extrakorporale Stoßwellentherapie, Magnetfeldtherapie oder pulsierende Signaltherapie.

Operation

Eine Operation ist beim Tennisarm nur in etwa 10 % aller Fälle erforderlich. Sie wird erst nach 12 Monaten erfolgloser konservativer Therapie empfohlen.

Die Operation erfolgt durch ein minimalinvasives Verfahren (Arthroskopie), das heißt, sie wird durch einen kleinen Hautschnitt und mithilfe von Kameratechnik, oder über einen Hautschnitt direkt über dem schmerzhaften Areal durchgeführt. Ziel dabei ist es, entweder die Muskulatur vom Knochenvorsprung am Ellenbogen abzulösen, um einen ständigen Reiz zu verhindern. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Durchtrennung von schmerzleitenden Nerven, sodass der Schmerz ausgeschaltet wird. Die Rehabilitation nach einer Operation kann mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Sylvia Neubauer
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

OA

Dr. Matthias Wlk

Orthopädie und Orthopädische Chirurgie

Leiter der Handambulanz der Herz-Jesu KH, Wien

Gesundheitskompass

Quellen

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