Jeder 7. Teenager durch Multitasking erfolgreicher

Jeder 7. Teenager durch Multitasking erfolgreicher: Junge Frau macht alles auf einmal
Alles auf einmal erledigen? Jeder 7. Teenager schafft das mit links. ( jayfish - Fotolia.com)
Während der Hausübung SMS verschicken, gleichzeitig Facebook checken und im Hintergrund läuft der Fernseher - für einige Teenager eine Leichtigkeit, für die meisten aber nicht.

Permanentes Multitasking ist für jeden 7. Teenager kein Problem, sie können ohne große Mühe mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen. Bei der Mehrheit allerdings (rund 85 %) leidet die Konzentrationsfähigkeit unter den vielfältigen Einflüssen.  Das könnte sich aber in Zukunft ändern, denn unser Gehirn ist anpassungsfähig und lernt, mit Ablenkungen besser umzugehen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Wenn Multitasking,  dann richtig

Durch die richtige Methode steigen die Chancen, erfolgreich Multitasking betreiben zu können. Laut Experten geht es dabei darum, verschiedene Aufgaben nach dem Einsatz der Sinne zu bewerten und dann auch parallel zu erledigen:

So gelingt Multitasking:

Erste Aufgabe

Zweite Aufgabe 

Ergebnis

Graphik bearbeiten (sehen)

Musik hören (hören)

Gut, da verschiedene Sinne (Auge, Ohr) involviert sind

Fernsehen (sehen und hören)

Kochen (sehen und Bewegung)

Mittel, da es zu Überschneidungen der Sinneswahrnehmungen  kommt

Text schreiben (sehen, tasten)

Emails beantworten und SMS schreiben (sehen, tasten)

Schlecht, da bei allen Aufgaben die gleichen Sinne gefordert sind

Ein weiterer Faktor ist das Ausmaß der Konzentration, welche die einzelnen Aufgaben fordern. Automatisierte Prozesse funktionieren auch beim Multitasking besser. Deshalb können z.B. die meisten Menschen neben dem gewohnten Autofahren sprechen oder Radio hören, ohne sich überfordert zu fühlen.

Und: Je mehr Dinge Sie auf einmal tun, desto eher machen Sie einen Fehler. Auch Multitasking-Könner sind nicht in der Lage, 20 Dinge gleichzeitig gleich gut zu machen.

Multitasking-Forschung

Um zu prüfen, wie sich Multitasking auf die Konzentrationsfähigkeit auswirkt, erhob ein Forscherteam, wie lange Teenager täglich im Durchschnitt mehrere Tätigkeiten gleichzeitig bewältigen. Ein Standard-Fragebogen der Stanford Universität half ihnen dabei. Manche der jugendlichen Studienteilnehmer gaben an, täglich über 3 Stunden Multitasking zu betreiben.

Anschließend wurden alle 403 Versuchsteilnehmer in 2 Gruppen geteilt:

  • Gruppe 1: Die Jugendlichen dieser Gruppe lösten Aufgaben in einem stillen Raum ohne Ablenkungen.
  • Gruppe 2: Hier wurde im Raum Musik abgespielt und die Teenager wurden aufgefordert, wie gewohnt ihre Handys zu verwenden, während sie Aufgaben lösten.

Konzentrationsfähigkeit durch Selbsteinschätzung steigern

Die Studie ergab, dass trotz langsamer Anpassung des Gehirns, die meisten Jugendlichen in dem ruhigen, ablenkungsfreien Arbeitsraum bessere Leistungen erbrachten. Bei jenen 15 %, die Multitasking-fähig sind, fiel das Ergebnis aber gegenteilig aus. Sie konnten unter der Bewältigung mehrerer Aufgaben konzentrierter arbeiten.

Die Qualität der einzelnen Tätigkeiten leidet hier eher durch erzwungene Ruhe und das Multitasking-Verbot. Teenager (und Erwachsene) könnten durch eine ehrliche Selbsteinschätzung feststellen, ob sie bei Multitasking konzentriert arbeiten oder nicht. Eine Anpassung der Arbeitsbedingungen auf die eigenen Bedürfnisse kann die Konzentrationsfähigkeit steigern.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik, Mag. Julia Wild
  • Erstellungsdatum

Quellen

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