Als ich Brummi in die Teddybärenklinik brachte

Teddy 5

Brummi und ich sind mitten drin im OP. Mit Schutzmaske und OP-Haube, versteht sich. (Elisabeth Mondl)

Angst vor dem Spital, den Spritzen und den vermummten Ärzten - viele Kinder (und Eltern) kennen das. Ich habe mit Stoffbär Brummi die Teddybärenklinik besucht und mit den vielen anwesenden Kids so einiges gelernt. Auch, dass Angst meistens nicht nötig ist!

Mit Brummi unter den Arm geklemmt stapfe ich mit meiner Fotografin im Schlepptau die Treppen der Ärztekammer im ersten Wiener Gemeindebezirk hinauf und höre schon in den Gängen fröhliche Kinderstimmen hallen. Angekommen in der Teddybärenklinik befinde ich mich in einem "richtigen" Krankenhaus  für Stofftiere mit verschiedenen Abteilungen. 50 Medizinstudenten in Ärztekluft nehmen den kuscheligen Patienten Blut ab, machen Röntgenbilder und legen Verbände an. Die Kinder im Alter von 5 bis 8 machen begeistert mit und lernen in entspannter Atmosphäre die Abläufe in einem Spital. Auch ich habe mich ins Getümmel geworfen und mit Brummi alle Stationen mitgemacht, wie ihr in der Fotoslideshow bewundern könnt.

Erster Stopp bei den Sanitätern

Mein Bär und ich schauen uns zuerst die Station der Rettungssanitäter an, wo wir auch gleich herzlich willkomen sind. Ehe ich mich versehe, hat Brummi eine Sauerstoffmaske auf der Nase und ich ein Blutdruckmessgerät am Arm. Souverän erklärt mir der junge Zivildiener die Abläufe bei einem Rettungseinsatz und schildert mir Verbandskoffer sowie andere wichtige Gerätschaften für die Erstuntersuchung eines Patienten. Um mich scharen sich einige Kinder, die sich darüber wundern, was die "Große mit dem Bär" da macht.

Dann lerne ich mit Brummi auf dem Schoß auch noch an einer Übungspuppe, wie man die Mund-zu-Mund-Beatmung richtig durchführt, mein Bein wird stabilisiert und ich bekomme zum Abschluss noch ein Malheft geschenkt. Keine Sonderbehandlung für die Journalistin, das finde ich gut.

Brummi wird geröntgt und kommt in die Röhre

Es ist soweit, Brummi wird untersucht. Eine engagierte Medizinstudentin im Arzt-Outfit verfrachtet den Stoffbär in einen selbst gebastelten Computertomographen. Anschließend lege ich ihm eine winzige Bleischürze an, bevor von seinem Watteärmchen ein (Fantasie-)Röntgen gemacht wird. Ich bin von den liebevollen Details der Nachbildungen der medizinischen Geräte begeistert! Sogar ein paar Röntgenbilder von verschiedenen Stofftieren gibt es anzusehen.

Dann lasse ich mir anhand von Brummi noch das EKG, eine Ultraschall-Untersuchung, die Blutabnahme, eine Verbandlegung und die Vorgänge in einem OP demonstrieren. Oft muss ich warten, die Kids drängen sich wissensdurstig um die einzelnen Stationen und hören fasziniert zu.

Den Kindern die Angst nehmen

Die Kleinen haben in der Teddybärenklinik die Möglichkeit, selbst als Assistenten, z.B. im OP mitzuhelfen und verstehen so, was im Krankenhaus eigentlich genau passiert. Sie lernen die Abläufe auf spielerische Weise und ohne persönliche Betroffenheit entspannt kennen und können im Falle eines späteren Spitalbesuchs auf diese positiven Erfahrungen aus dem Teddy-Krankenhaus zurückgreifen.

Einzigartiges Projekt

Ins Leben gerufen und organisiert wurde das Krankenhaus für Teddybären von der Austrian Medical Student's Organisation (AMSA) gemeinsam mit der Ärztekammer für Wien, der MedUni Wien und dem akademischen Fachverein österreichischer Pharmazeuten. Heuer fand die Veranstaltung bereits zum 14. Mal statt und erfreut sich bei den jungen Besuchern stets an großer Beliebtheit.

Quellen

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