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Selbst bei Bruchrille: Nicht alle Tabletten teilen!

Eine Bruchrille bedeutet nicht immer, dass die Tablette auch geteilt werden darf. (BestForYou - Fotolia.com)

Halbes Medikament bedeutet halbe Wirkung, könnte man zumindest meinen. Ganz so einfach ist es aber nicht, denn viele Tabletten sollten trotz angebrachter Bruchstelle lieber ganz bleiben.

Gerade bei Kindern sind wir, was Medikamente betrifft, gerne mal vorsichtig. Wenn der Nachwuchs über "ein bisschen Kopfweh" klagt, sollte schließlich auch eine halbe Tablette reichen. Bestätigt werden wir in unserem Vorhaben von der praktischen Bruchrille, die bei vielen Exemplaren angebracht ist. Deutsche Apotheker machen jetzt aber darauf aufmerksam, dass man mit dem Halbieren von Medikamenten vorsichtig sein sollte.

Bruchstelle kein Hinweis

Irritierend ist vor allem, dass manche Tabletten mit einer Bruchstelle ausgestattet sind, obwohl sie eben nicht geteilt werden dürfen. Problematisch könnte das etwa bei Medikamenten mit einer eher geringen Wirkstoffkonzentration werden. Bei diesen würde sich der Wirkstoff vermutlich nicht gleichmäßig auf die beiden Hälften aufteilen und der Effekt des Medikamentes könnte womöglich ausbleiben. Noch wesentlich kritischer sind sogenannte Retardtabletten, die keinesfalls geteilt werden dürfen.

Beipackzettel lohnt sich

Sie bestehen etwa aus Kügelchen, die von einer Hülle umgeben sind oder aber sind mit einem Film überzogen. Beide Varianten sollen garantieren, dass nicht sofort der komplette Wirkstoff an den Körper abgegeben wird. Teilt man eine derartige Tablette, könnte der ganze Stoff sofort einwirken, was je nach Medikament durchaus gefährlich sein kann. Auskunft darüber, ob die Tablette in der Mitte getrennt werden darf, gibt also nicht eine eventuell angebrachte Bruchstelle, sondern der Beipackzettel.

Kinder anders verstehen

Wird das Teilen des Medikamentes dort nicht explizit erlaubt, sollte man eher Vorsicht walten lassen. Sinnvoll ist es außerdem, beim behandelnden Arzt oder aber in der Apotheke nachzufragen. Prinzipiell Kindern einfach die halbe Dosis zu geben, ist Experten zufolge ohnehin der falsche Ansatz. Denn die Jüngsten von uns seien nicht einfach kleinere Erwachsene, sondern müssten in Sachen Pharmazie grundsätzlich anders verstanden werden.

Einfache Schluck-Technik

Wer Tabletten nur teilt, um sie besser schlucken zu können, sollte vielleicht einmal die Vorwärts-Neige-Technik ausprobieren. Dabei legt man das Medikament auf die Zunge, nimmt einen Schluck Wasser ein, neigt dann den Kopf nach vorne und schluckt die Tablette in dieser Position. Erhebungen zufolge tun sich fast 90% der Menschen mit dieser Technik leichter, auch größere Medikamente nach unten zu bringen.

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