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Sugarfree: Ist Zucker wirklich so böse?

Zucker ist freilich nicht besonders gesund, die Sugarfree-Methode wird von Experten dennoch kritisiert. (Thomas von Stetten - Fotolia.com)

Der Trend, in der Ernährung auf einzelne Inhaltsstoffe vollständig zu verzichten, hat nun auch den Zucker erreicht. An der Sinnhaftigkeit der Sugarfree-Bewegung hegen Experten aber starke Zweifel.

Wenn es um die Ernährungsweisen unserer Zeit geht, ist radikal wohl eine sehr passende Bezeichnung. Viele Menschen rühmen sich damit, auf bestimmte Lebensmittel oder Inhaltsstoffe vollständig zu verzichten, während Ausgewogenheit nicht allzu sehr im Trend steht. Dazu passt eine neue Bewegung, die sich - mit einem Hashtag ausgerüstet - auftut, um die Welt zu erobern.

Alles wird besser

#Sugarfree geistert immer häufiger durch die sozialen Netzwerke und wirbt für den Selbstversuch, vollständig auf Zucker zu verzichten. Dieser, so die Haltung der Vertreter, sei als "süßes Gift" zu bezeichnen und für den gesellschaftlichen Trend hin zum Übergewicht hauptverantwortlich. Wer zuckerfrei lebt, fördere damit einen gesunden Lebensstil, der auf lange Sicht unter anderem mit Idealgewicht und einer gesünderen Haut belohnt werden würde.

Versteckter Zucker

Der US-amerikanische Universitätsprofessor Robert Lustig gilt dank seines Youtube-Kanals als wichtigster Repräsentant der Bewegung. Er fokussiert sich in seiner Kritik auf den in Europa eher unüblichen Maissirup, mit dem amerikanische Firmen versteckten Zucker in ihre Produkte schummeln würden. Erwartungsgemäß seien davon etwa Limonaden betroffen, aber auch in Brot und Fertigprodukten sieht er ein Risiko.

Nicht ganz korrekt

Viele Ernährungsexperten teilen die Meinung des Professors aber nur bedingt, da er von einem sehr hohen Zuckerkonsum ausgehe. Es ist kein Geheimnis, dass Zucker nicht allzu gesund ist - auch Fructose ist hier keine Ausnahme. Gerade für schlanke Menschen konnte er bislang allerdings nicht als signifikantes Gesundheitsrisiko identifiziert werden. Auch die Behauptung, der Zuckerverzicht wäre ein langfristiger Vorteil für unsere Haut, ist nach aktuellem wissenschaftlichem Stand inkorrekt.

Genau hinschauen

Die Challenge anzunehmen und etwa für eine Woche oder ein Monat ohne das süße Glück auszukommen, kann sicherlich interessant sein. Um das Programm durchzuziehen ist schließlich ein genauerer Blick auf die Inhaltsstoffe verschiedenster Produkte notwendig, wodurch das Verständnis für die Lebensmittelbranche gestärkt wird. Ein radikaler Zuckerverzicht ist auf lange Sicht aber eher wenig sinnvoll und darf nicht als Lösung aller Ernährungsprobleme gesehen werden.

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