gesund.at - Neuigkeiten

Macht Studieren dick?

Mann, der studiert
Stress, zu wenig Bewegung und fettreiche Ernährung führen bei Studenten häufig zu Übergewicht. (BillionPhotos.com - Fotolia.com)

Wer studiert, läuft Gefahr sich zu wenig zu bewegen und zu viel zu essen: Junge Erwachsene legen während des Studiums im Durchschnitt 5,5 Mal so viel an Gewicht zu wie in anderen Lebensphasen.

Was lässt die Studenten dick werden - dieser Frage sind Wissenschafter des Instituts für Medizinische Physik der Universität Erlangen-Nürnberg nachgegangen. Dazu haben sie die Entwicklung von Körpergewicht und Körperzusammensetzung über den Studienverlauf bei 2 unterschiedlichen Studiengängen erfasst. Das Ergebnis: Durch den vollen Stundenplan, ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung ist eine Gewichtszunahme bei den 18 bis 25 Jährigen vorprogrammiert. Dies gelte übrigens auch für Azubis.

Muskelmasse versus Körperfett

Die Forscher der Universität Erlangen-Nürberg haben 34 Studenten der Zahnmedizin und 42 Studenten, die Sportlehrer werden wollten, über 5 Jahre lang begleitet. Die Gruppen bestanden aus etwa so viel Männern wie Frauen. Gemessen wurden das Körpergewicht, die Fettmasse sowie die fettfreie Körpermasse. Das Ergebnis: Die Sportstudenten legten im Durchschnitt 2, 0 Kilo Muskelmasse zu, bei den Zahnmedizinern waren es 3, 2 Kilo Körperfett. Die Sportstudenten hatten durch den intensiven Trainingsplan während des Studiums nur sehr wenig Körperfett aufgebaut – gerade mal 0,1 %. Im Gegensatz dazu waren die Zahnmediziner nicht nur schwerer, sondern tatsächlich viel dicker geworden.

Amerikanische "Freshmen"

Nicht nur in Deutschland, auch in Amerika oder Australien haben Wissenschafter das Phänomen beobachtet, dass junge Studenten nach Absolvierung der Ausbildung um einiges rundlicher sind als vor Beginn. Amerikanische Studenten nehmen in dieser Lebensphase besonders rasant zu: Sie werden im ersten Studienjahr "Freshmen" genannt und futtern sich im Schnitt 15 amerikanische Pfund Babyspeck an. In Australien heißen Studierende im ersten Studienjahr - nicht sehr schmeichelhaft - "First Year Fatties". Die Gründe dafür sehen Forscher in erster Linie im Wechsel von geregelten (gesunden) Mahlzeiten bei den Eltern zu fettigen, süße Snacks, Fast Food und reichlich Bier. Dazu kommt, dass viele Kurse und Prüfungen absolviert werden müssen, für Sport bleibt wenig bis keine Zeit.

Quellen

Mehr zum Thema