Stand Up Paddling

Stand Up Paddling: Ein Mann macht Stand Up Paddling.
Stand Up Paddling - ein ideales Ganzkörpertraining: Insbesondere Oberarme, Schultern, Bauch und Rücken werden beansprucht. (Maridav - Fotolia.com)

Beim Stand Up Paddling (kurz SUP) steht man aufrecht auf einem Board, das einem Surfbrett ähnelt und bewegt sich mittels Stechpaddel fort. Der Sport ist für jedermann geeignet, da sich die Intensität individuell anpassen lässt.

Man kann gemütlich über das Wasser gleiten, um Landschaften zu erkunden oder sich zu entspannen. Bei höherer Geschwindigkeit und schwierigeren Wasserbedingungen (zum Beispiel bei starker Strömung oder bei hohem Wellengang) wird das Unterfangen schon actionreicher und sportlich anspruchsvoller. In jedem Fall ist Stand Up Paddling ein ideales Ganzkörpertraining: Die Paddelbewegung trainiert den gesamten Oberkörper, insbesondere Arme, Schultern, Bauch und Rücken, während das Ausbalancieren auf dem Brett die Beine kräftigt und ebenfalls den Rumpf stabilisiert.

Ausrüstung für Stand Up Paddling

Um loszulegen reichen:

  • ein Stand Up Paddel Board
  • ein Paddel und
  • je nach Wetterlage, die passende Kleidung.

Das Stand Up Paddel Board ist etwas größer als ein übliches Surfbrett und kann gemeinsam mit dem Paddel in entsprechenden Verleihen auch stundenweise ausgeliehen werden. Für Sportler, die sich ein eigenes Board zulegen, bietet sich ein Inflatable-Board an. Dieses ist aufblasbar und eignet sich somit auch besser für den unkomplizierten Transport. Ohne Luft hat es die Größe einer Tasche, mithilfe einer Pumpe kann es so prall aufgepumpt werden, dass es kaum einen Unterschied zu einem herkömmlichen Board gibt.

Wie funktioniert Stand Up Paddling?

Beim Stand Up Paddling steht man breitbeinig in der Mitte des Bretts, den Körper nach vorne gerichtet. Mithilfe des Paddels bewegt man sich vorwärts und steuert zugleich.

Vor der ersten Stand Up Paddle-Einheit ist im Normalfall eine kurze Einführung ausreichend. Interessierte, die die Sportart einmal ausprobieren möchten, sind in der Regel ohne umfangreiches Training relativ schnell fähig eigenständig eine Erkundungsfahrt zu machen. Möchte man sich allerdings in Bezug auf die Geschwindigkeit oder die Technik steigern, ist ein Einstiegskurs stark zu empfehlen. Hier werden die komplette Fahrtechnik, die korrekte Handhabung der Paddel und die richtige Haltung auf dem Board von Grund auf erklärt und unter professioneller Anleitung geübt. Verschiedenste Kurse werden mittlerweile in ganz Österreich angeboten.

Einsteiger-Tipps:

  • Windstiller Tag: Es ist zu empfehlen, die ersten Versuche an einem windstillen Tag in ruhigem Gewässer zu unternehmen.
  • Balance halten: Zu Beginn ist es wichtig, ein Gefühl für das Board zu bekommen und die Balance darauf zu halten.
  • Richtige Technik: Das Paddel wird vorne ins Wasser gestochen und schließlich entlang des Boards nach hinten gezogen. Wenn es die Höhe des Fußes erreicht hat, wird es wieder aus dem Wasser gezogen und möglichst schnell wieder nach vorne gebracht.
  • Gleichmäßige Bewegung: Um sich möglichst gerade fortzubewegen, muss diese Bewegung gleichmäßig abwechselnd links und rechts vom Board ausgeführt werden.
  • Bremsen bzw. stoppen: Dazu das Paddel senkrecht ins Wasser stecken.

Positive Auswirkungen auf die Gesundheit

Stand Up Paddling bietet ein spielerisches Ganzkörpertraining, bei dem weder Ausdauer noch Kraft zu kurz kommen:

Paddel-Einsatz

Durch den Einsatz des Paddels werden nicht nur die Arme beansprucht, sondern es handelt sich dabei um ein Zusammenspiel mehrere Muskelgruppen des Oberkörpers. Der Schultergürtel, die Rücken- sowie die Bauchmuskeln sind stark an der Paddelbewegung beteiligt. Es werden nicht nur die geraden, sondern auch insbesondere die schrägen Bauchmuskeln gestärkt.

Balance auf dem Brett

Durch das permanente Ausbalancieren wird nicht nur das Gleichgewicht trainiert, sondern auch die Beinmuskulatur (vor allem die gelenksnahen, kleinen Muskeln der Beine). Zudem ist auch der Rumpf währenddessen pausenlos angespannt. Das kräftigt die Rücken- und Bauchmuskeln noch zusätzlich und trägt neben einer sportlichen Figur auch zu einer besseren Haltung bei.

Gefahren des Stand Up Paddlings

Der große Vorteil des Stand Up Paddlings ist die Tatsache, dass es für Sportler jeden Alters und jeden Fitnessgrads geeignet ist: Der Intensitätslevel ist von der Fortbewegungsgeschwindigkeit bzw. von der Art des Gewässers abhängig. Sobald auch nur kleine Wellen vorhanden sind, ist der Balanceakt bedeutend schwieriger und erfordert demnach auch mehr Muskelkraft. Eine besonders große Herausforderung ist das Stand Up Paddling im Wildwasser oder am Meer.

Wichtig ist es, sich selbst nicht zu überschätzen. Insbesondere ältere und untrainierte Menschen sollten die Paddelbewegung anfangs langsam und behutsam durchführen. So wird das Herz-Kreislauf-System nicht überlastet. Besonders empfehlenswert sind Anfängerkurse, die von Experten angeleitet werden, um Fehler bei der Ausführung zu vermeiden.

Für sichere Schwimmer Stand Up Paddling in ruhigen Gewässern relativ ungefährlich, trotzdem muss man sich darüber bewusst sein, dass jeder Wassersport in der Natur mögliche Risiken birgt, wie zum Beispiel plötzliche Wetterumbrüche, Gewitter, starken Wind, Strömungen, aber auch Herz-Kreislaufprobleme an besonders heißen Tagen.

Für Sportler, die den Wassersport nicht nur "just for fun" ausüben möchten, werden mittlerweile auch österreichweit zahlreiche Wettkämpfe angeboten. Es gibt verschiedene Disziplinen, wie Langstrecken-Rennen, Staffeln als Team-Bewerb oder auch kürzere Sprint-Rennen.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Florian Schabbauer, Bakk.

Sportwissenschaftler und Fitnesstrainer, Wien

Quellen

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