Bewegung lässt Krebszellen schrumpfen

Bei Chemotherapie: Bewegung statt Schonung: Frau auf Berg
5-mal Sport in der Woche hat einen positiven Effekt auf gesunde aber auch kranke Körperzellen. (Patrizia Tilly - Fotolia.com)
Sportliche Betätigung hilft Krebspatienten zweifach: Die Tumoren können durch regelmäßige Bewegung kleiner werden, dadurch sind weniger Medikamente nötig.

Sport regt den Blutkreislauf an, dadurch können Wirkstoffe besser an den Zellen "andocken", Tumoren werden kleiner: Anhand dieses Kreislaufes folgern Wissenschafter, dass sporttreibende Krebspatienten besonders während einer Chemotherapie künftig weniger Medikamente benötigen könnten. Manche bei der Chemotherapie eingesetzten Wirkstoffe verursachen starke Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall oder sogar Schleimhautentzündungen und Herzinsuffizienz.

Therapieerfolge mit Mäusen auf "Mini-Laufbändern"

Im Rahmen einer Studie teilten Forscher Mäuse in 4 Gruppen auf. Zunächst wurden allen Mäusen Melanom-Zellen (Hautkrebs-Zellen) injiziert. Im Laufe von 2 Wochen behandelte man 2 Gruppen mit einem Medikament, während die anderen beiden Gruppen nur Placebos verabreicht bekamen. Anschließend liefen die Mäuse, sowohl aus einer der Medikamenten-, als auch aus einer der Placebo-Gruppen 5-mal wöchentlich 45 Minuten lang auf "Mini-Laufbändern", während sich die 2 verbliebenen Gruppen nicht bewegten.

Sport lässt Tumoren schrumpfen

Das Ergebnis nach 2 Wochen: Bei einer Herzuntersuchung und einer Gewebeanalyse stellten die Forscher bei den mit Medikamenten behandelten Mäusen ohne Sport eine Verschlechterung der Herzleistung und eine Fibrose (krankhafte Veränderung des Bindegewebes) fest. Jene Mäuse allerdings, die sich im 2-wöchigen Versuchszeitraum regelmäßig bewegt haben, waren von diesen Nebenwirkungen nicht betroffen und zeigten zusätzlich deutlich geschrumpfte Tumoren. Die Forscher erklären das mit der durch Sport verursachten Aktivierung des Blutkreislaufs, wodurch die verabreichten Medikamente besser in den Tumoren wirken.

Mögliche Wirkung auch beim Menschen?

Den Wissenschaftern nach könnte es durchaus sein, dass sich die positiven Ergebnisse bei den Mäusen auch auf den Menschen übertragen lassen. Die Medikamentengabe bei der Chemotherapie könnte reduziert werden, wobei der Behandlungserfolg gleich bleibt. Auch die unangenehmen Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung könnten so reduziert werden.

Allerdings müsste diese Behandlungsart an regelmäßigen Sport geknüpft werden, um die reduzierte Menge der verabreichten Medikamente ausgleichen zu können. Nicht nur Sport kann etwas zum Heilungserfolg bei Krebs beitragen, auch richtige Ernährung kann z.B. bei Brustkrebs die Chemotherapie unterstützen und für mehr Wohlbefinden sorgen.

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  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
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