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Studie: Spinnenangst in 2 Minuten heilen

Spinnenangst in 2 Minuten heilen
Angst vor Spinnen? Die Arachnophobie ist auch unter Erwachsenen weit verbreitet. (pegbes - Fotolia.com)

Kaum ein Tier verbreitet unter Menschen so viel Angst und Schrecken wie die Spinne. Eine Studie hat nun aber einen Weg gefunden, wie die Phobie vor den achtbeinigen Insekten binnen 2 Minuten beseitigt werden kann.

Arachnophobie oder einfach nur Spinnenangst ist eine extrem häufige, chronisch auftretende Abwehrhaltung gegenüber den kleinen Krabbeltieren. Experten glauben, dass Phobien Tieren gegenüber vor allem dann häufig auftreten, wenn die Lebewesen besonders stark vom menschlichen Erscheinungsbild abweichen. Da wir mit den achtbeinigen Netzbastlern eher wenig gemein haben, ist die Angst entsprechend weit verbreitet. Gut also, dass Wissenschafter nun eine Blitz-Methode dagegen entwickelt haben.

Mit Vogelspinne konfrontiert

Um eine klassische Phobie zu heilen, werden im Normalfall viele Sitzungen benötigt. Niederländische Wissenschafter aber wollen nun eine Möglichkeit entdeckt haben, mit der Betroffene binnen kürzester Zeit von Spinnenangst befreit werden können. Im Rahmen einer Studie mussten sich die Teilnehmer zwei Minuten lang in der Nähe einer echten Vogelspinne aufhalten. Während ein Teil der Gruppe als vermeintliches Gegenmittel ein Placebo verabreicht bekam, erhielten die anderen Probanden eine Dosis des Beta-Blockers Propranolol.

Rückverfestigung

Die Gruppe mit dem echten Medikament hatte in den Folgemonaten tatsächlich wesentlich weniger Angst vor Spinnen als zuvor. Bei den Teilnehmern mit Placebo wurde hingegen keine Verbesserung festgestellt. Purer Zufall ist diese Wirkung freilich nicht, die Methode basiert auf der Idee der Rückverfestigung. Dabei werden Menschen mit Erinnerungen konfrontiert, um diese zu verstärken oder abzuschwächen.

Facettenreiches Medikament?

Für ein erfolgreiches Vergessen der Ängste benötigt es auch ein Medikament, das unseren Speicher zusätzlich aktiviert. Propranolol wird in der Medizin eigentlich verwendet, um Bluthochdruck und Herzerkrankungen zu behandeln. Nun könnte es nicht nur bei der Beseitigung von Spinnenangst, sondern auch gegen posttraumatische Belastungsstörung zum Einsatz kommen.

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