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Gesicht verrät Sperma-Qualität

Mann
Extrem "männlich" wirkende Gesichter lassen nicht unbedingt auf die beste Sperma-Qualität schließen. (Valua Vitaly - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Sexualität

In nur wenigen Sekunden entscheiden Frauen, wer als Partner für sie in Frage kommt. Dabei spielt der Geruch des Gegenübers ebenso eine Rolle wie die Gesichtszüge. Letztere sollen sogar Aufschluss über die Qualität der Spermien geben.

Der Grund: Unsere Hormone prägen nicht nur die Produktion der Spermien, sondern auch bereits im Mutterleib die Gesichtszüge. Natürlich schwanken im Laufe des Lebens Hormonlevel, und bestimmte Lebensmittel können z.B. die Produktion von Testosteron anregen oder hemmen. Unsere hormonelle Ausgangsposition ist uns aber - wortwörtlich - ins Gesicht geschrieben, und daraus können wir unbewusst Rückschlüsse auf die Zeugungsfähigkeit unseres Gegenübers schließen. Überraschend: Männer erkennen die Spermen-Qualität anderer noch besser als Frauen.

"Typisch männlich" eher unvorteilhaft

Um die Wirkung des Gesichts auf andere zu überprüfen, ließen Forscher der Universidad del Norte in Kolumbien Männer und Frauen Porträtfotos unbekannter Männer auf deren Attraktivität hin bewerten. Dabei stellte sich heraus, dass im Schnitt leicht "weibliche" Gesichtszüge besser ankamen. Das typische "männliche Ideal" mit hohen Wangenknochen und einer ausgeprägten Nase, wie es männliche Models häufig aufweisen, wird eher als ungeeignet eingestuft, wenn es um die Attraktivität eines potentiellen Partners geht.

Bei sehr männlich wirkenden Männern bestand in der embryonalen Entwicklung ein Testosteron-Überschuss. Testosteron beeinflusst unsere Sexualität und Vorlieben grundlegend: Ein Mangel kann zu Lustlosigkeit führen, viel davon sogar die Lust auf Chili heben. Im Gesicht wirkt sich zu viel Testosteron in Bezug auf die Attraktivität eher negativ aus, und sehr "männliche" Männer wurden als eher ungeeignete Partner eingestuft. Offenbar zu Recht, denn zu viel Testosteron beeinflusst die Spermien-Qualität und -anzahl negativ.

Kulturübergreifendes "Spermienlesen"

Um einen Einfluss der kulturellen Prägung auf die Attraktivitäts-Bewertung ausschließen zu können, führten die kolumbianischen Forscher ihre Untersuchung in mehreren Ländern durch. Sowohl in Spanien, als auch in Kolumbien waren die Ergebnisse ähnlich. Daraus folgern die Wissenschafter, dass es zwar leichte kulturell bedingte Unterschiede in der Wahrnehmung von männlicher Schönheit gibt, diese dadurch aber nur geringfügig verändert ist. Sie vermuten daher, dass wir biologisch instinktiv wahrnehmen können, welcher Mann ein normales Testosteron-Level hat und daher gute Spermien produziert.

Quellen

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