Was tun gegen Sonnenbrand und andere Sonnenschäden?

Was tun gegen Sonnenbrand und andere Sonnenschäden?: Sonnenbrand am Rücken
Bei leichtem Sonnenbrand helfen kühlende Umschläge oder Aloe Vera. (juefraphoto - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Hautschutz im Sommer, Gesund im Sommer, Reisemedizin

Wer kennt das nicht - ein entspannender Tag in der Sonne und dann das: ein Sonnenbrand - das trübt die Sommerlaune. Aber ein Sonnenbrand ist nicht der einzige Schaden, der durch Sonneneinstrahlung entstehen kann.

Und selbst wenn Sie mit Sonnenschutzmittel und Kopfbedeckung vorgesorgt haben, kann die Sonne Ihrem Körper zusetzen: Neben dem Sonnenbrand kann auch Sonnenstich, Sonnenallergie oder Hitzeschlag die Folge sein. In einem solchen Fall ist es wichtig, umgehend aus der direkten Sonne zu gehen und den Körper zu kühlen. Kommt es z.B. zu Brandblasen oder Bewusstseinsstörungen sollte außerdem ein Arzt zu Rate gezogen werden. Das gilt insbesondere auch für Babys oder Kleinkinder, die einen Sonnenschaden erlitten haben. Denn vor allem Sonnenbrände im Kindesalter erhöhen das Hautkrebsrisiko.

Übersicht

Sonnenbrand

Ein Sonnenbrand (UV-Erythem, Erythema solare, Dermatitis solaris) ist eine von UV-Strahlung hervorgerufene Entzündung der Haut, von Rötungen, Schwellungen, Schmerzen und Juckreiz begleitet, gelegentlich kommt es auch zu Blasenbildung. Der Hauttyp ist ein Indikator dafür, wie schnell die Haut auf längere Sonneneinstrahlung mit einer Rötung reagiert. Ein Sonnenbrand tritt nur an jenen Arealen auf, die dem Sonnenlicht ausgesetzt waren, bzw. die nicht ausreichend mit Sonnencreme eingecremt wurden. Bei einem starken Sonnenbrand kann auch Fieber auftreten.

Wann tritt Sonnenbrand auf?

6 bis 8 Stunden nach der Sonneneinstrahlung treten die ersten Symptome auf, die nach 12 bis 24 Stunden ihren Höhepunkt erreichen und nach 1 bis 2 Wochen wieder abgeklungen sind.

Erste Hilfe bei Sonnenbrand

Kühlende Umschläge oder eine kalte Dusche wirken bei einem Sonnenbrand schmerzlindernd. Auch eine Creme, Lotion oder Gel gegen Sonnenbrände sind bei leichten Sonnenbränden empfehlenswert. Aber nicht nur After-Sun-Lotionen, sondern auch Lebensmittel, die Sie in Ihrer Küche haben, können die Symptome eines Sonnenbrandes lindern:

  • Joghurt oder der Saft frischer Zitronen oder Limetten auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen, entspannt die Haut und wirkt schmerzlindernd.
  • Mit Kochsalzlösung oder schwarzem Tee befeuchtete Tücher verschaffen ebenfalls Kühlung.
  • Tragen Sie handelsüblichen Topfen auf die verbrannten Stellen auf und entfernen Sie ihn nach 30 bis 45 Minuten mit lauwarmem Wasser.
  • Aloe Vera auf den Sonnenbrand aufgetragen, wirkt entzündungshemmend, schmerzstillend und spendet der Haut Feuchtigkeit.

Treten Kopfschmerzen oder ein steifer Nacken, starke Rötungen oder Schmerzen, Schüttelfrost oder Fieber auf oder bilden sich Brandblasen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen! Hat ein Kleinkind einen Sonnenbrand und treten zusätzlich Bläschen,  Schmerzen, Unwohlsein oder Übelkeit, Schwellungen an Händen oder Gesicht oder bekommt das Kind Fieber, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Ein Sonnenbrand heilt im Normalfall komplett ab, bei schwerer Blasenbildung können Narben zurückbleiben. Auch wenn von einem Sonnenbrand keine sichtbaren Schäden zurückbleiben: Vermeiden Sie Sonnenbrände, denn durch häufige Sonnenbrände (vor allem im Kindesalter) steigt auch das Risiko für Hautkrebs.

Sonnenstich

Zu lange und direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf reizt die Hirnhäute, es kommt zu einem Sonnenstich (Insolation). Vor allem Kleinkinder und Babys sind gefährdet, aber auch Erwachsene, vor allem jene mit geringem Haarwuchs können einen Sonnenstich erleiden.

Symptome eines Sonnenstichs

Kennzeichnend sind ein heißer, roter Kopf, Kopfschmerzen, Unruhe, Übelkeit, mitunter auch Erbrechen, ein steifer Nacken und manchmal Bewusstlosigkeit. Die Körpertemperatur ist bei einem Sonnenstich nicht erhöht.

Erste Hilfe bei Sonnenstich

Das wichtigste bei einem Sonnenstich ist, den Patienten in eine kühle, schattige Umgebung zu bringen, wo er sich hinsetzen oder -legen sollte. Der Kopf und Nacken kann mit nassen, aber nicht eiskalten Tüchern gekühlt werden. Wichtig ist auch dem Betroffenen etwas Kühles zu trinken zu geben z.B. Apfelsaft oder Wasser. Gegen starke Kopfschmerzen kann ein Schmerzmittel helfen. Dann am besten im Bett bleiben, bis die Symptome nachlassen.

Bei Bewusstlosigkeit müssen die Atemwege freigehalten werden. Den Patienten in stabile Seitenlage bringen und umgehend die Rettung (144) verständigen!

Hitzeerschöpfung und Hitzeschlag

Die Ursache für eine Hitzeerschöpfung sind einerseits die Hitze und andererseits zu geringe Flüssigkeitszufuhr. Durch die Schweißproduktion verliert der Körper Flüssigkeit und Mineralien und das belastet den Kreislauf.

Symptome

Symptome einer Hitzeerschöpfung sind Schwächegefühl, Erschöpfung, blasses Gesicht, ein schneller, schwacher Puls, Fieber, Schüttelfrost, Durst und Schwindel.

Ein Hitzeschlag (Hyperthermiesyndrom) ist gefährlicher als Hitzeerschöpfung. Zu einem Hitzeschlag kommt es aufgrund eines Wärmestaus im Körper, wenn die Schweißproduktion versagt. Körperliche Überanstrengung in einer heißen Umgebung ist eine häufige Ursache, auch langes Stehen in der prallen Sonne kann zu einem Hitzeschlag führen. Im Gegensatz zu einem Sonnenstich kommt es bei einem Hitzeschlag auch zu einer erhöhten Körpertemperatur. Sie kann bis auf 40 Grad und mehr ansteigen und das ist lebensgefährlich. Heiße, trockene Haut, Atembeschwerden und Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit sind Anzeichen für einen Hitzeschlag. Der Betroffene fühlt sich erschöpft und müde.

Erste Hilfe bei Hitzeschlag oder Hitzeerschöpfung

Sowohl bei einem Hitzeschlag als auch bei einer Hitzeerschöpfung ist die wichtigste Sofortmaßnahme den Betroffenen aus der Sonne in eine kühle, schattige Umgebung zu bringen. Öffnen Sie beengende Kleidungsstücke. Der Betroffene soll sich hinlegen oder setzen. Besonders wichtig ist die Flüssigkeitszufuhr. Bieten Sie dem Betroffenen etwas zu trinken an z.B. Apfelsaft oder Wasser. Der Körper sollte mit feuchten Tüchern abgekühlt werden, zusätzlich kann Luft zugefächelt werden. Leidet der Betroffene an Bewusstseinsstörungen oder wird ohnmächtig, alarmieren Sie die Rettung (144). Hat der Betroffene das Bewusstsein verloren, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage.

Sonnenallergie

Bei einer Sonnenallergie reagiert die Haut krankhaft auf Sonnenlicht. Eine Sonnenallergie ist jedoch keine Allergie im herkömmlichen Sinn, sie kann verschiedene Formen und Symptome annehmen:

Polymorphe Lichtdermatose

Sie ist die häufigste Form der Sonnenallergie. Oft tritt sie im Frühling oder Frühsommer auf, wenn die Haut noch nicht an das Sonnenlicht gewöhnt ist.

Symptome sind fleckige Hautrötungen vor allem an Armen, Brust, Rücken und Bauch sowie jucken und brennen der geröteten Hautstellen. Manchmal bilden sich auch mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen.

Sommerakne, Mallorca-Akne

Sie ist eine Sonderform der polymorphen Lichtdermatose und tritt meist einige Tage nach dem ersten Sonnenkontakt auf. Sonnenlicht in Kombination mit fetthaltigen Sonnenschutzmitteln oder körpereigenem Talg ist die Ursache. "Sommerakne" äußert sich in Form von Juckreiz und akneähnlichen Pusteln.

Photoallergische Reaktionen

Die Ursache einer photoallergischen Reaktion ist Hautkontakt mit bestimmten Stoffen in Kombination mit UV-Licht. Auslöser können Kosmetika wie Lichtfiltersubstanzen, Make-up oder Parfum (photoallergische Kontaktdermatits) oder Medikamente wie Antibiotika (photoallergische Arzneimittelreaktion) sein.

In erster Linie sind Hautstellen betroffen, die direkten Kontakt mit dem auslösenden Stoff hatten, nach und nach kommt es aber zu einer Streuung und auch andere Hautstellen sind betroffen.

Symptome sind juckende und gerötete Haut, manchmal auch Bläschen, die nässen, wenn sie aufgekratzt werden. Die Symptome treten üblicherweise ein bis 3 Tage nach dem Kontakt mit dem auslösenden Stoff auf.

Lichturtikaria

Lichturtikaria ist eine äußerst seltene Reaktion der Haut auf Sonnenlicht. Bereits wenige Minuten nach dem Kontakt mit der Sonne bilden sich Quaddeln(Hautschwellung). Sind große Hautflächen betroffen kann es auch zu Übelkeit oder einem Blutdruckabfall kommen.

Erste Hilfe bei Sonnenallergie

Bemerken Sie Symptome einer Sonnenallergie, sollten Sie direkten Sonnenkontakt vermeiden und einen Arzt aufsuchen. Vor übermäßiger Sonnenstrahlung können Sie sich z.B. mit lichtundurchlässiger Kleidung schützen.

Wird Kontakt mit dem direkten Sonnenlicht gemieden, tritt meist nach wenigen Tagen eine Besserung der Symptome ein.

Weiterführende Informationen

Medizinischer Experte

Univ. Prof.

Dr. Adrian Tanew

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Gesundheitskompass

Quellen