7 Mythen zu Sommersprossen

Sommersprossen: Rothaarige Frau mit Strohhut und Sommersprossen lächelt ins Bild.
Die eher helle Haut von Personen mit Sommersprossen wird in der Sonne schneller rot, als bei jenen mit dunkleren Hauttönen. (NinaMalyna - Fotolia.com)

Sommer ist Sommersprossen-Zeit. Viele Mythen ranken sich um die "Guckerschecken" - Wir haben bei Hautarzt Dr. Ichiro Okamoto nachgefragt, welche stimmen und welche nicht.

Als kleine Pünktchen um die Nase oder über den ganzen Körper verteilt - im Sommer sprießen die Sommersprossen, beim einen mehr, beim anderen weniger. Bekommen sie wirklich nur Naturrothaarige? Bleiben Sommersprossen für immer auf der Haut bestehen oder verschwinden sie wieder? Sonnenbrand und Hautkrebs sollen bei Menschen mit Sommersprossen vermehrt auftreten - Aber stimmt das wirklich oder ist das nur eine Mythe? gesund.at hat sich gemeinsam mit Hautarzt Dr. Ichiro Okamoto die 7 verbreitetsten Mythen zu Sommersprossen vorgenommen und widerlegt bzw. bestätigt.

Mythe 1: Einmal Sommersprossen, immer Sommersprossen - Sie gehen nie wieder weg.

Fakt: Stimmt nicht

Dr. Ichiro Okamoto: Sommersprossen entstehen hauptsächlich während der Kindheit und vergehen zumeist von selbst. Wenn die Produktion von Melanin mit der Zeit weniger wird, z.B. wenn im Winter keine Sonne an die Haut kommt, verschwinden dann auch die Sommersprossen. Wenn sie dennoch "für immer" bleiben, könnte man das als Zeichen lang andauernder oder wiederholter Sonneneinstrahlung und somit als bleibenden Sonnenschaden bewerten. Im Volksmund würde man dann von "Altersflecken" sprechen. Diese werden manchmal mit der Zeit dicker und können eine raue Oberfläche entwickeln. Dann nennt man sie auch "Alterswarzen". Ein direkter Nutzen der Pünktchen für den menschlichen Organismus ist nicht bekannt, schaden tun sie jedenfalls nicht. Je nach Veranlagung geht die Haut anders mit UV-Licht um: Die einen haben viele, die anderen wenige und manche gar keine Sommersprossen.

Mythe 2: Wer Sommersprossen hat, bekommt eher Hautkrebs

Fakt: Stimmt

Dr. Ichiro Okamoto: Sommersprossen an sich bergen keine Krebsgefahr. Hautkrebs entsteht durch oftmalige Sonnenbrände und wenn die Haut regelmäßig intensiver Sonne ausgesetzt wird. Die eher helle Haut der Personen mit Sommersprossen wird in der Sonne jedoch schneller rot, als bei jenen mit dunkleren Hauttönen. Je heller der Hauttyp bzw. je empfindlicher die Haut auf ultraviolettes Licht reagiert, desto eher bekommt man auch Sommersprossen. Menschen mit hellerer Haut bräunen zumeist nicht und haben rasch einen Sonnenbrand, das Hautkrebsrisiko ist bei ihnen dadurch auch höher als bei Personen ohne Sommersprossen.

Mythe 3: Mit Sommersprossen braucht man Sonnenschutzmittel mit höherem Lichtschutzfaktor

Fakt: Stimmt

Dr. Ichiro Okamoto: Menschen mit Neigung zu Sommersprossen haben meist einen helleren Hauttyp. Sie sollten daher auf ausreichend Sonnenschutz achten, um keinen Sonnenbrand zu bekommen. Ob mit oder ohne Sommersprossen - einem Sonnenbrand und späterem Hautkrebs kann man nur mit Sonnenschutzmitteln und maßvollem Umgang mit der Sonne vorbeugen. Menschen mit "Sonnenflecken" brauchen durchschnittlich einen höheren Lichtschutzfaktor, um keine Sonnenschäden zu bekommen. Sonnenschutz besteht aber nicht nur aus Auftragen von Sonnencremen, sondern auch aus Verhaltensmaßnahmen zum Vermeiden von langer, intensiver direkter Sonnenexposition sowie entsprechender Kleidung.

Mythe 4: Sommersprossen haben immer dieselbe Farbe - Orange

Fakt: Stimmt

Dr. Ichiro Okamoto: Zwar kommen unterschiedliche Farbtöne vor, aber die Grundfarbe könnte man Orange nennen. So vielfältig die menschlichen Hautfarben sind, so verschieden sind auch Sommersprossen gefärbt. Sie können einen rötlichen, hell- oder dunkelbraunen Ton haben. Je heller der Hauttyp, desto heller sind auch die Sommersprossen - der Grundton bleibt aber Orange.

Mythe 5: Nur Rothaarige haben Sommersprossen

Fakt: Stimmt nur bedingt

Dr. Ichiro Okamoto: Die Entstehungsursache von Sommersprossen ergibt sich aus einer Kombination von Vererbung und Sonneneinwirkung. Die Sonne selbst und auch künstliches UV-Licht aus Solarien belasten die Haut und führen zu sichtbaren Veränderungen. Das ist auch der Grund, warum Sommersprossen vermehrt im Sommer entstehen, wie der Name bereits sagt. Dazu kommt, dass bei UV-Empfindlichkeit die Vererbung eine bestimmende Rolle spielt: Eine angeborene Variation im MC1R Gen, einem Gen auf Chromosom 16 führt dazu, dass anstatt des dunklen Melanins sich Phäomelanin in Haut, Haaren und Augen befindet. Das führt zu empfindlicherer Haut und zur vermehrten Bildung von Sommersprossen. Menschen mit roten Haaren haben also fast immer Sommersprossen, Personen mit anderen Haarfarben können aber genauso welche bekommen.

Mythe 6: Zitronensaft lässt Sommersprossen verschwinden

Fakt: Stimmt

Dr. Ichiro Okamoto: Manche Menschen reiben ihre Haut mit Zitronensaft ein und hoffen, dass das "natürliche Bleichmittel" die Sommersprossen aufhellt bzw. verschwinden lässt. Auch wenn dies nicht durch Studien gestützt ist, ist die Wirkung von Ascorbinsäure belegt. Somit ist es plausibel zu erwarten, dass Zitronensäure tatsächlich die Flecken aufhellen kann. Empfehlen würde ich dies jedoch nicht, da es hautschonendere Alternativen gibt, aber für kurzfristige Einsätze ist Zitronensaft durchaus denkbar.

Mythe 7: Sommersprossen sind das gleiche wie Muttermale

Fakt: Stimmt nicht

Dr. Ichiro Okamoto:Muttermale und Sommersprossen sind 2 verschiedene "Hautphänomene". Muttermale entstehen infolge einer Vermehrung von Melanozyten, also Zellen, die für die Produktion vom Melanin verantwortlich sind. Biologisch handelt es sich somit um gutartige Neubildungen oder Tumoren. Bei Sommersprossen kommt es lediglich zur vermehrten Produktion von Melanin, nicht von den Zellen, die diese produzieren. Sommersprossen sind demnach eine Folge von vermehrter Pigmentproduktion und stellen keine Neubildung wie Muttermale dar.

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Univ.-Prof.

Dr. Ichiro Okamoto

Hautarzt

www.hautarztokamoto.at

Gesundheitskompass

Quellen

  • Interview mit Hautarzt Dr. Ichiro Okamoto am 11.06.2014