Sommersemester 2016: Das war MINI MED in Salzburg

Start in St. Johann mit Bürgermeister Günther Mitterer, Moderatorin Veronika Jager und Referent Prim. Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Florian Kral (rechts). (MINI MED)

Im Bundesland Salzburg ist MINI MED in Salzburg Stadt und in St. Johann im Pongau vertreten. Insgesamt sieben Vorträge wurden hier angeboten. Lesen Sie hier mehr über einige Vorträge aus dem Sommersemester.

Viele Menschen kämpfen regelmäßig mit Schnupfen, Heiserkeit, Husten und Halsschmerzen. Prim. Ass.-Prof. Priv.- Doz. Dr. Florian Kral, Leiter der HNO-Abteilung, Kardinal Schwarzenberg´sches Krankenhaus, beschäftigte sich daher im ersten MINI MED Vortrag des Semesters am 30. März mit dem Thema Infektionen. Meist sind Viren für Infektionen verantwortlich, weshalb Antibiotika in diesen Fällen wirkungslos sind. Viren mögen die Kälte, sie mögen aber auch ungelüftete, stickige Räume, was erklärt, warum Schnupfen, Husten und Heiserkeit in den kalten Jahreszeiten vermehrt vorkommen. Kinder erkranken vier- bis achtmal pro Jahr an einer Erkältung, weil ihr Immunsystem noch im Aufbau begriffen ist. Über 200 verschiedene Virenarten können eine Erkältung auslösen. Angesichts dieser beträchtlichen Anzahl ist eine Impfung gegen Erkältungen (anders als bei der echten Grippe) praktisch unmöglich. Überdies sind Schnupfenviren besonders trickreich: Beim Erstkontakt mit einem Virus muss das körpereigene Immunsystem erst lernen, Abwehrmaßnahmen aufzubauen, sodass beim nächsten Kontakt mit dem gleichen Virus keine Erkältung entstehen sollte.

Weitgasser und Schenker

Am 13. April drehte sich beim Vortrag in Salzburg alles um das Thema Diabetes. Der Vortrag wurde moderiert von Bezirksblätter Salzburg Chefredakteurin Stefanie Schenker. Prim. Univ.-Doz. Dr. Raimund Weitgasser, Kompetenz-Zentrum Diabetes, Privatklinik Wehrle-Diakonissen, Standort Aigen/ Salzburg, erklärte wie man Diabetes am besten vorbeugen  und was man bei bestehendem Diabetes unternehmen kann. Steigt der Blutzucker an, weil nicht mehr genügend Insulin produziert werden kann, versucht der Organismus, den überflüssigen Zucker mit dem Urin auszuscheiden. Die Folgen sind häufiger Harndrang, verstärkter Durst, trockene Haut und Schwächegefühl. Typ 2-Diabetes hat aber auch negative Auswirkungen auf das Immunsystem, sodass DiabetikerInnen anfälliger für Infektionen sind. Langfristig schädigt Typ 2-Diabetes das Blutgefäßsystem enorm, was zu schweren Erkrankungen, wie Herzinfarkt und Schlaganfall, Nierenschäden bis hin zu Augenerkrankungen führen kann. 

Assoz. Prof. Dr. Susanne Ring-DimitriouAssoz. Prof. Dr. Susanne Ring-Dimitriou, Sportwissenschaftlerin, IFFB Sport- und Bewegungswissenschaft/ Universität Salzburg, erklärte am 27. April in St. Johann wie wichtig Bewegung für unser Leben ist.  Auch Hausarbeit kann, wenn sie mit entsprechender Intensität durchgeführt wird, als „Training“ gesehen werden. Wichtig dabei ist: Jede Tätigkeit, wie etwa Staubsaugen, sollte mindestens über zehn Minuten durchgeführt werden, damit langfristig ein Effekt zu bemerken ist. Aber nicht nur Osteoporose und Gebrechlichkeit werden durch regelmäßiges Training hinausgezögert. Vielmehr ist mittlerweile bekannt, dass Sport auch vor einigen Erkrankungen schützen kann und zu deren Behandlung beiträgt. Dies gilt beispielsweise für Herz- und Kreislauflauferkrankungen und deren Risikofaktoren, wie Bluthochdruck oder Zuckerkrankheit, oder auch bestimmte Krebserkrankungen. Aber auch Menschen mit Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparates profitieren von regelmäßigem Training.

Pehab und Altenberger„Für mich ist es im wahrsten Sinne des Wortes eine echte Herzensangelegenheit, Ihnen das Thema Herzschwäche näherzubringen, zumal die Problematik häufig unterschätzt wird“, begrüßte Primar Hans Altenberger die vielen Besucher beim MINI MED Studium in Salzburg am 11. Mai. Durch den Abend führte Bezirksblätter Redakteurin Angelika Pehab. Der ärztliche Leiter der SKA-RZ Großgmain und Autor des Fachbuches „Herzschwäche. Ursachen - Diagnose - Therapie“ weiß um die Notwendigkeit, die breite Bevölkerung besser über erste Anzeichen der Erkrankung zu informieren. Reduzierte Leistungsfähigkeit, Atemnot, geschwollene Gliedmaßen aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen, Husten und Kurzatmigkeit können Symptome sein, die auf eine Herzschwäche hindeuten. „Wir Kardiologen wollen Patienten frühzeitig sehen, damit wir rechtzeitig ursächlich behandeln können“, so Altenberger. Zuallererst steht die Aufklärung und Schulung des Patienten mit Herzschwäche. Was schadet dem Herzen, was tut ihm gut? Der nächste Schritt ist die Medikation. Erst in dritter Konsequenz werden Möglichkeiten eines Eingriffes individuell besprochen und bei Bedarf durchgeführt.