Sodbrennen in der Schwangerschaft

Sodbrennen in der Schwangerschaft: Frau schneidet Essen.
Die werdende Mama kann durch die Ernährung viel dazu beitragen Sodbrennen zu vermeiden. (Ermolaev Alexandr - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Magen

Von Sodbrennen (Reflux) spricht man, wenn Speisebrei und Magensaft immer wieder die Speiseröhre hochkommen. Das wird von einem stechenden, brennenden Schmerz hinter dem Brustbein bis zum Hals hinauf begleitet.

Das saure Aufstoßen betrifft besonders viele Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel (Trimester): Denn der Köper der werdenden Mama verändert sich durch die Schwangerschaftshormone und das Baby wird immer größer, sodass es gegen den Magen drückt. Sodbrennen ist zwar unangenehm, aber ein relativ harmloses Problem in der Schwangerschaft. Denn die werdende Mama kann selbst viel dazu beitragen, dem sauren Aufstoßen vorzubeugen. Zudem helfen Hausmittel sanft, ohne das Baby zu belasten. Und: Sobald das Kleine auf der Welt ist, verschwindet das Sodbrennen in der Regel auch wieder.

Körperliche Veränderungen in der Schwangerschaft fördern Sodbrennen

Über 70 % aller Schwangeren leiden unter Sodbrennen. Grund dafür sind die körperlichen Veränderungen bei der werdenden Mama: Das Schwangerschaftshormon Progesteron macht sämtliche Muskeln locker und weich, damit sich die Gebärmutter (Uterus) gut ausdehnen kann. Da Progesteron seine Wirkung jedoch auch auf das Ventil zwischen Speiseröhre und Magen (Magenschließmuskel - Ösophagussphinkter) ausübt, wird dieser normalerweise gut schließende Muskelring schlaff. Dadurch können geringe Mengen Magensäure und Speisebrei in die Speiseröhre zurückfließen und diese reizen, was wiederum zu dem unangenehmen Brennen hinter dem Brustbein bis hoch zum Hals führt.

Gefördert werden diese Mechanismen außerdem durch das ständig wachsende Baby: Ab der 34. Schwangerschaftswoche legt das Kind von Woche zu Woche etwa 200 Gramm an Gewicht zu. Die immer größer werdende Gebärmutter lässt dem Magen immer weniger Platz. Durch diesen Druck der Gebärmutter auf den Magen öffnet sich sein Schließmuskel leichter und Magensäure kann eher nach oben steigen. Aufgrund dieser Umstände klagen Frauen zumeist im letzten Drittel der Schwangerschaft über Sodbrennen - einige trifft es jedoch auch schon früher.

Sodbrennen vorbeugen

Durch die körperlichen Veränderungen werden Schwangere, die mit Sodbrennen zu kämpfen haben, dieses vermutlich nicht ganz los, aber durch ein paar Verhaltensregeln können werdende Mamas das Sodbrennen abschwächen und erträglich machen:

  • Langsam essen: Weil der Magen besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft regelrecht in die "Ecke gedrängt" wird, nehmen Sie lieber häufig kleine Mahlzeiten zu sich, als sich mit wenigen den Bauch vollzuschlagen. Achten Sie darauf, langsam zu essen und alles gut zu kauen.
  • Kleine Portionen: Klein statt üppig gilt ganz besonders für die Abendmahlzeit. Sie sollte 1 bis 2 Stunden früher als vor der Schwangerschaft eingenommen werden. Denn wenn man sich hinlegt, verstärkt sich Sodbrennen oft, da die Magensäure in der Waagerechten natürlich leichter zurückfließen kann. Um dies zu verhindern hilft es auch, den Oberkörper etwas erhöht zu lagern.
  • Fett und scharf vermeiden: Vermeiden Sie möglichst alle fetten und scharf gewürzten Speisen sowie Süßigkeiten, viel Kaffee und Obstsäfte, ebenso kohlensäurehaltige Getränke. Denn diese Lebensmittel sind dafür bekannt, Sodbrennen zu fördern. Allerdings ist es auch wichtig, die eigene Empfindlichkeit auf bestimmte Nahrungsmittel zu beobachten - dies kann individuell nämlich sehr verschieden sein. Komplett verzichten sollten Sie natürlich auf Alkohol und Nikotin in der Schwangerschaft, die ebenfalls dafür berüchtigt sind, saures Aufstoßen auslösen zu können.
  • Einengende Kleidung vermeiden: Tragen Sie möglichst weite Kleidung, die den Bauch nicht einengt. Das ist gerade in anderen Umständen nicht nur angenehmer, sondern beugt auch Sodbrennen vor. Denn zu enge Kleidungsstücke beengen den Magen zusätzlich, was das Aufsteigen von Magensäure fördert.

Hilfe im Akutfall

Wenn Sodbrennen trotz vorbeugender Maßnahmen zuschlägt, gibt es viele Hausmittel sowie Homöopathika und Schüßler-Salze, die diese Beschwerden sanft lindern, ohne das Ungeborene zu gefährden. Hebammen kennen viele solcher Mittel und beraten werdende Mamas.

Nur falls die Beschwerden sehr stark sind, sollten Medikamente in der Schwangerschaft eingenommen werden. Gegen Sodbrennen haben sich säurebindende Wirkstoffe (Antazida) bewährt. Allerdings sollten Schwangere den Griff zu Medikamenten immer mit ihrem Arzt besprechen. Versuchen Sie zuvor immer, nicht-medikamentöse Möglichkeiten auszuschöpfen. Hier einige Anregungen, mit denen Sie Sodbrennen sanft lindern können:

Hausmittel gegen Sodbrennen

  • Langsam ein paar Haselnüsse, geschälte Mandeln oder Haferflocken kauen, um die überflüssige Magensäure zu binden. Auch das Kauen einer Semmel, eines Zwiebacks oder eines Stückchens Toast hat denselben Effekt.
  • Milch, Topfen und Joghurt sind ebenfalls natürliche Säurehemmer. Gerade wenn das Sodbrennen morgens auftritt, helfen ein paar Schlückchen Milch oder 5-6 Esslöffel Topfen bzw. Joghurt.
  • Auch Heilerde puffert die Magensäure gut ab. Einen Esslöffel feines Heilerde-Pulver auf ein Glas lauwarmes Wasser geben und in kleinen Schlucken trinken.
  • Vielen Schwangeren hilft auch Fencheltee. Trinken Sie ein Tässchen nach jeder Mahlzeit in kleinen Schlucken, um Beschwerden zu mildern.
  • Viele Hebammen schwören auf eine Senfkur: Ein Teelöffel Senf nach jeder Mahlzeit soll das Sodbrennen wirkungsvoll vertreiben.
  • Eine weitere Methode, die laut Hebammenwissen Sodbrennen sicher stoppt, ist das Trinken von Saft aus rohen Kartoffeln: 2- bis 4-mal täglich eine kleine Menge (zirka 5 ml) zu sich nehmen. Kartoffelsaft als Frischpflanzen-Presssaft ist in gut sortierten Apotheken, Naturkostläden oder Reformhäusern erhältlich. Selbst herstellen lässt sich dieses Hausmittel aber auch: Am besten Bio-Kartoffeln auf einer Reibe fein schaben. Den rohen Kartoffelbrei durch ein sauberes Tuch auspressen.

Homöopathika gegen Sodbrennen

Die meisten Hebammen kennen sich mit Homöopathika aus, da sie sanfte Mittel sind, die Schwangerschaftsbeschwerden effektiv lindern und auch bedenkenlos während der Geburt sowie schon bei Neugeborenen eingesetzt werden können. Bewährt gegen Sodbrennen haben sich Magnesium phosphoricum, Natrium phosphoricum, Pulsatilla vulgaris, Robina pseudoacacia und Bismutum subnitricum. Manchen werdenden Müttern kann auch Mercuris solubilis helfen. Da die Wirkung der homöopathischen Mittel aber stark davon abhängt, wie die Schwangere das Sodbrennen empfindet und sich auch sonst fühlt, lassen Sie sich von einer geschulten Hebamme oder einem speziell ausgebildeten Arzt beraten, um das für Sie passende Mittel in der richtigen Potenz zu finden.

Schüßler-Salze gegen Sodbrennen

Bewährt gegen saures Aufstoßen in der Schwangerschaft haben sich die Schüßler-Salze Nr. 8 Natrium chloratum, Nr. 9 Natrium phosphoricum und Nr. 10 Natrium sulfuricum. Lassen Sie sich am besten von Ihrer Hebamme oder einem auf diesem Gebiet geschulten Apotheker beraten, welche Dosierung für Ihre Beschwerden die passende ist.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Edith Zancolo

Dipl. Hebamme

Quellen

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